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Natur

14. März 2013

Eichelwürmer: Ein Wurm wie ein Penis

 Von Alice Ahlers
Harrimania planktophilus erinnert verdächtig an ein männliches Geschlechtsteil. Foto: C.B. Cameron, Université de Montréal

Mit dem Kopf voran wühlt sich der Ur-Wurm durch den Meeresboden - jetzt haben Forscher die Penis-Würmer mit ihren Urahnen verglichen.

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Eichelwürmer sind seltsame Kreaturen: sie sehen aus wie ein männliches Geschlechtsteil, sind von weicher Konsistenz und wühlen sich mit ihrem muskulösen Kopf wie ein Mini-Bohrer durch den Meeresboden. Ähnlich wie Regenwürmer essen sie den Schlamm und nehmen die darin enthaltenden Nährstoffe auf. Forscher der Universität Montreal haben jetzt die Urahnen der Penis-Würmer (Spartobranchus tenuis) untersucht. Die Fossilien wurden in Kanada gefunden und stammen aus dem Kambrium. Sie sind damit um die 500 Millionen Jahre alt, aber den heute noch lebenden Arten erstaunlich ähnlich. Die größte der fossilen Proben mit einem länglichen Rumpf, einer Kragenregion und einem eichelförmigen Kopf ist zehn Zentimeter lang. 

Die Biologen fanden aber auch Unterschiede zu den heutigen Verwandten, berichten sie im Fachmagazin Nature. An einigen der Fossilien entdeckten sie kleine Röhren, die den Tieren als Behausung dienten. Heutige Eichelwürmer haben dagegen keine derartigen Häuser mehr. Es gibt jedoch eine verwandte Gruppe, die immer noch in solchen Röhren lebt: Die Flügelkiemer (Pterobranchia). Sie sondern eine Substanz ab, die eine harten Schlauch um ihre weichen Körper aufbaut. Vom oberen Ende der Röhre erstrecken sich Tentakel ins Wasser, um Plankton zu fangen.

„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Eichelwürmer ihre Röhre im Laufe der Entwicklungsgeschichte verloren haben, während die Flügelkiemer sie bis heute behielten“, sagt Chris Cameron. Er und seine Kollegen schlossen daraus,  dass sich die Flügelkiemer irgendwann im Laufe der Evolution aus den Eichelwürmern entwickelt haben müssen. Bisher hatten Forscher eher den umgekehrten Verlauf angenommen.

 

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