Natur

11. November 2012

Klimawandel: Pandas haben bald nichts mehr zu fressen

Pandas sind selten - noch dazu entzieht ihnen der Klimawandel die Nahrungsgrundlage. Foto: dpa

Durch den Klimawandel verliert der Große Panda seine Nahrungsgrundlage und seinen Lebensraum, haben Forscher herausgefunden. Bisher war es vor allem der Mensch, der die Lebensräume des Pandas zerstörte.

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Durch den Klimawandel verliert der Große Panda seine Nahrungsgrundlage und seinen Lebensraum, haben Forscher herausgefunden. Bisher war es vor allem der Mensch, der die Lebensräume des Pandas zerstörte.

Die Überlebensgrundlage der Großen Pandas ist gefährdet: Ihre Hauptnahrung, der Bambus, ist durch den fortschreitenden Klimawandel bedroht. Dies stellte ein internationales Forscherteam am Beispiel des Panda-Schutzgebiets in den chinesischen Qin-Ling-Bergen fest. Durch die Erwärmung könnten bis zum Ende dieses Jahrhunderts 80 bis 100 Prozent aller Bambus-Bestände in diesem Panda-Habitat verschwinden.

Zudem breite sich der Bambus nur sehr langsam aus und könne daher kaum auf andere, zukünftig klimatisch besser geeignete Gebiete ausweichen. Der Panda verliere dadurch seine Nahrungsgrundlage und seinen Lebensraum, berichten die Forscher im Fachmagazin „Nature Climate Change“ (doi:10.1038/nclimate1727). Allein im Gebiet der Qin-Ling-Berge seien davon 270 Pandas betroffen - 17 Prozent der gesamten noch verbleibenden Exemplare dieser vom Aussterben bedrohten Säugetierart.

„Der Große Panda ist eine weltweite Ikone des Artenschutzes und man hat beispiellose Ressourcen eingesetzt, um den Verlust seiner Lebensräume aufzuhalten“, schreiben Mao-Ning Tuanmu von der Michigan State University in East Lansing und seine Kollegen. Der Große Panda ernährt sich vorwiegend von verschiedenen Bambusarten und ist daher darauf angewiesen, dass diese Pflanze in seinem Lebensraum vorkommt.

Bisher war es vor allem der Mensch, der diese Lebensräume, bambusreiche Wälder an Berghängen, zerstörte. Jetzt zeige sich aber, dass auch der Klimawandel das Überleben dieser Tiere gefährde, warnen die Forscher. Den Prognosen nach könnten im Laufe des 21. Jahrhunderts gleich mehrere Bambus-Arten regional aussterben.

Samenverbreitung nur alle 50 Jahre

„Viele Bambus-Arten sind sehr anfällig gegenüber der Klimaerwärmung“, erklären Tuanmu und seine Kollegen. Denn der Bambus produziert nicht, wie viele andere Pflanzenarten, jedes Jahr Samen, die dann vom Wind oder Tieren verbreitet werden. Stattdessen blüht der Bambus oft nur einmal alle paar Jahrzehnte. „Bei zwei der drei untersuchten Bambus-Arten liegen jeweils rund 50 Jahre dazwischen, bei einer sogar 75“, sagen die Forscher. Dadurch könne sich der Bambus nur sehr langsam an veränderte Umweltbedingungen anpassen.

Für ihre Studie hatten die Forscher zunächst die Verbreitungsgebiete der drei Bambus-Arten kartiert, die heute im Panda-Habitat in den Qin-Ling-Bergen vorkommen. Ausgehend von den klimatischen Ansprüchen dieser drei Arten modellierten die Wissenschaftler dann, wie sich deren geeignete Lebensräume durch den Klimawandel bis Ende dieses Jahrhunderts verändern werden. Für die Simulation nutzten sie verschiedene Erwärmungs-Szenarien des Weltklimarats IPCC - einige mit nahezu unverändert fortschreitendem Klimawandel, andere mit einer durch Klimaschutzmaßnahmen gebremsten Erwärmung.

Bambus könnte ganz verschwinden

Das Ergebnis: In nahezu allen Szenarien schrumpften die für die Bambus-Arten geeigneten Lebensräume stark und waren bis Ende des 21. Jahrhunderts komplett verschwunden. In einigen Szenarien mit ungebremster Erwärmung sei bereits 2050 kein Bambus mehr im Habitat der Pandas übrig geblieben, sagen die Forscher. Den Berechnungen nach könnte dieser Bambus-Fresser dann fast ohne Nahrung dastehen.

Wie die Forscher berichten, gibt es zwar einige Gebiete, die auch in Zukunft noch günstige bioklimatische Bedingungen für den Bambus bieten könnten. Diese lägen aber alle außerhalb des Schutzgebiets und seien stark durch menschliche Aktivitäten gestört. Für die Pandas seien diese Gebiete daher kaum als Lebensraum geeignet. (dapd)

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