Der Klimawandel wirkt sich auf das Brutverhalten von Vögeln aus. Kohlmeisen brüten heute früher und haben mehr Junge als in den vergangenen fünfzig Jahren. Grund dafür sind die zunehmend wärmeren Temperaturen im Frühling. Das berichten Forscher der Schweizerischen Vogelwarte Sempach, der Universitäten Gießen und Bern und des Instituts für Vogelforschung Wilhelmshaven.
Grundlage für ihre Analysen sind Daten von Kohlmeisen, die seit Beginn des 20. Jahrhunderts von freiwilligen Vogelkundlern zusammengetragen wurden.
Demnach beeinflussten Klima und Wetter den Bruterfolg und das Populationswachstum von Kohlmeisen. Luftdruckverhältnisse über dem Nordatlantik und dem europäischen Festland bestimmen die Temperaturen und Niederschläge im Frühling. Diese beeinflussten die Entwicklung der Vegetation im Frühjahr und damit auch das Angebot an Raupen, mit denen Meisen ihre Jungen füttern. Davon hinge auch der Brutbeginn und der Fortpflanzungserfolg der Vögel ab, so die Wissenschaftler.
Ist der Frühling kalt und nass, treiben die Blätter der Bäume später aus und auch der Legebeginn der Meisen erfolge verspätet. Die Auswertung der Daten ergab, dass in Jahren mit später Vegetationsentwicklung die Gelege kleiner und die Jungensterblichkeit grösser war. Heute brüteten die Kohlmeisen entsprechend dem Trend zu höheren Temperaturen früher und haben mehr Nachwuchs.
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