Aktuell: Ukraine | Rosetta-Mission | Fernbus-Markt | Fußball-News | Eintracht Frankfurt | Polizeimeldungen Frankfurt/Rhein-Main

Natur

17. Oktober 2012

Kolibris: Kolibris verformen ihre Zunge zum Trinkrohr

Ein Rubinkehl-Kolibri-Weibchen auf der Suche nach Nahrung. Foto: dpa

Kolibris trinken ihren Nektar mithilfe von Kapillareffekten, berichten US-Forscher. Sie verformen ihre Zungen zu einem doppelten Saugrohr.

Drucken per Mail

Wenn Kolibris Nektar trinken, verformen sich ihre Zungen zu einem doppelten Saugrohr. Der Vogel optimiert der Vogel damit den Trinkfluss, berichten US-Forscher. Sie  zeigten, dass die Kolibrizunge sowohl mit Kapillareffekten arbeitet, die Nektar in die Höhe ziehen, als auch mit einer Art Taschenbildung, schreiben die Zoologen, Mathematiker und Ingenieure in den „Proceedings of the Royal Society B“.

Die Kapillarwirkung sei vor allem bei Blüten mit flachen Nektarspeichern wichtig, in die die Zunge nur minimal eintauchen kann. Die Formveränderung beginnt, sobald die Zunge die Flüssigkeit berührt. Allerdings können die Vögel dies aktiv nicht beeinflussen, hydrodynamische Kräfte sind dafür verantwortlich – ähnlich wie sich manche dünne Folie biegen, wenn sie Wasser berührt.

Beinah geschlossenes C

„Die Zunge von Kolibris lässt sich am besten als selbst anordnendes Kapillar-Saugrohr beschreiben“, schreibt das Team vom Massachusetts Institute of Technology. Ihre Videoaufnahmen zeigen im Detail die Zungen von Rubinkehlkolibris (Archilochus colubris), die durch ein nur 1,6 Millimeter großes Loch spezielles Zuckerwasser trinken. Um an die Flüssigkeit zu kommen,  mussten die Vögel die Zunge im Schnitt 13 Millimeter weit ausfahren.

Die lange, dünne Kolibri-Zunge hat seitlich zwei lange Furchen, die sich bei der Flüssigkeitsaufnahme im Querschnitt zu beinah geschlossenen Cs verformen. Dank der Oberflächenspannung von Wasser wirken Kapillareffekte auch bei Röhren mit schmaler seitlicher Öffnung.

Erstmals im 19. Jahrhundert

Dass Kolibris ihren Nektar mithilfe von Kapillareffekten trinken, war erstmals im 19. Jahrhundert diskutiert worden. Doch zeigte sich auch, dass die Vögel dickflüssigen Nektar, der Kapillarwirkungen ausbremst, in die seitlichen Hohlräume aufnehmen und dann im Schnabel wieder auspressen können.

Die C-förmigen Furchen bestehen aus Keratin-Membranen von rund 25 Millimetern Dicke, deren lamellenartige Seitenkanten sich einander annähern können. Gleichzeitig ist die Zunge selbst aber flexibel genug, um auch bei ungünstig geformten Blüten an den Nektar zu kommen, und weich genug, dass die Flüssigkeitstaschen in kürzester Zeit im Schnabel geleert werden. (wsa)

Zur Homepage
comments powered by Disqus
Videonachrichten Wissen
Ressort

Nachrichten über Pflanzen, Tiere und Tierforschung, Meere und ihre Bewohner, Mumien und Fossilien.

Spezial
Blick in die Magellanwolke

Der Blick in den Weltraum auf ISS, Planeten, Sterne, Monde und die Sonne: Hintergründe, interaktive Grafiken, Fotostrecken und Videos.

Spezial
Kindermund tut Wahrheit kund (FR vom 22. November 2011)

Zeichen für den Klimawandel: Erderwärmung, saure Meere, Treibhauseffekt, Ozonloch, Wetterkapriolen und Naturkatastrophen.

Spezial

Vor vierzig Jahren brachen mutige Männer auf, um einen Menschheitstraum zu erfüllen - die Landung auf dem Mond.