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Natur

08. Januar 2013

Schrecken der Meere: Fossil eines riesigen Fischsauriers entdeckt

 Von Carsten Meinke
Thalattoarchon saurophagis Foto: Art by Raul Martin © 2013 National Geographic Magazine supported by National Geographic Society

„Saurierfressender Herrscher der Meere“ haben die Wissenschaftler ihren jüngsten Fund getauft: Der bislang unbekannte riesige Räuber machte die Meere vor Millionen von Jahren unsicher.

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Wo es Beute gibt, lassen große Räuber nicht lange auf sich warten. Entsprechende Belege liefert das Fossil eines fast neun Meter langen Fischsauriers, das deutsche und amerikanische Forscher entdeckt und untersucht haben. Gemessen an seinem kräftigen Körperbau und den scharfkantigen Zähnen, dürfte Thalattoarchon saurophagis eine ähnliche Rolle gespielt haben wie heutige Schwertwale und Weiße Haie –  und das nur wenige Millionen Jahre nach einem Massenaussterben, dem der Großteil aller meeresbewohnenden Arten zum Opfer gefallen war.

Der Name Thalattoarchon saurophagis bedeutet „saurierfressender Herrscher der Meere“. Der bislang unbekannte Räuber lebte vor etwa 244 Millionen Jahren und damit lediglich acht Millionen Jahre nach dem umfassendsten Artensterben der Erdgeschichte am Ende des Erdzeitalters Perm. Seine Existenz belege aber nicht nur die rasche Neuknüpfung der marinen Nahrungsnetze, betont Teamleiterin Nadia Fröbisch vom Berliner Museum für Naturkunde: „Dieser Fund spiegelt die Etablierung einer neuen, höheren Ebene in der Struktur des Ökosystems wider.“ Vergleichbare Reptilien, die an Größe ebenbürtige Tiere hätten überwältigen und zerteilen können, habe es zuvor nicht in den Weltmeeren gegeben, schreiben die Forscherin und ihre Kollegen im Fachmagazin  Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS). Haie und Meeressäuger seien erst viel später aufgetaucht.

Skelett ohne Schnauze

Das von den Forschern aus Berlin, Bonn und den Vereinigten Staaten untersuchte Fossil war bereits im Jahr 1997 im US-Bundesstaat Nevada in einer abgelegenen Bergkette entdeckt worden. Doch erst 11 Jahre später hatte es geborgen und im Field-Museum in Chicago vom umgebenden Gestein befreit werden können. Mit Ausnahme der Schnauzenspitze ist das Skelett des mindestens 8,6 Meter langen Fischsauriers demnach weitgehend vollständig erhalten.

Auffällig ist nicht nur der im Vergleich zur Körperlänge große Kopf, berichten Fröbisch und Kollegen. Auch die mehr als zwölf Zentimeter großen und mit zwei Schneidekanten versehenen Zähne heben das Tier deutlich von anderen Vertretern der sogenannten Ichthyosaurier ab. Diese Gruppe mariner Reptilien lebte  zeitgleich mit den Dinosauriern und dominierte 160 Millionen Jahre lang die Meere des Erdmittelalters.  Thalattoarchon  muss ein besonders furchteinflößender Vertreter dieser Gruppe gewesen sein.

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