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Natur

24. August 2011

Ungezählte Gletscherflüsse entdeckt: Am Südpol herrscht Bewegung

Die Antarktis und ihre Gletscherströme: Rosa kennzeichnet die langsamsten Regionen - bei den lila und roten Feldern bewegen sich die Eismassen schon rund 1000 Meter pro Jahr.Foto: esa

Die Antarktis wird von einem frostigen weißen Eisschild bedeckt. Doch was von oben starr und unbewegt wirkt, ist ständig in Bewegung: Eismassen schieben sich

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Paris/Frankfurt –  

Die Antarktis wird von einem frostigen weißen Eisschild bedeckt. Doch was von oben starr und unbewegt wirkt, ist ständig in Bewegung: Eismassen schieben sich Tausende Kilometer über die Antarktis. Der Kontinent ist keine starre Eiskappe, sondern ein weit verzweigtes Gletschernetz. Das zeigen jüngste Forschungsergebnisse die die europäische Raumfahrtbehörde ESA veröffentlicht hat.

Um ein korrektes Bild der Antarktis zu bekommen taten sich Wissenschaftler aus 60 Ländern und verschiedensten Forschungseinrichtungen zusammen, und verglichen für das Internationale Polarjahr 07/08 ihre Daten. Die Weltraumorganisationen koordinierten den Einsatz.

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Der Fluss der Gletscher in der Antarktis

Mit den neuen Erkenntnissen könne auch der Einfluss der Klimaerwärmung auf den Anstieg des Meeresspiegels genauer vorhergesagt werden, heißt es bei der ESA. Aus den Daten extrahierten die Forscher erstmals eine Karte der Eisbewegungen auf dem gesamten Kontinent. Auf den ersten Blick wirkt das Ergebnis wie ein psychedelisches Kunstwerk. Aus der Nähe lassen sich dann ungezählte wie Bäume verzweigte Ströme erkennen. Auf ihnen schieben die Gletscher das Eis beständig vorwärts und schließlich in großen Becken ins Meer.

Zuvor waren über den größten Teil der östlichen Antarktis, die 77 Prozent des Kontinents ausmacht, nur wenige zuverlässige Daten gesammelt worden. Die jetzt ausgemachten Ströme aus Eis reichen tausende Kilometer weit ins Inland und durchziehen den Kontinent mit einem feinen Netz.

„Es wird die Glaziologie verändern. Wir sehen erstaunliche Ströme aus der Mitte des Kontinents, die noch niemals zuvor beschrieben wurden“, erklärt der Autor einer wissenschaftlichen Arbeit zum Thema im Magazin Science.

Zu den Neuentdeckungen zählt auch ein Gebirgskamm, der die 14 Millionen Quadratkilometer große Landmasse von Ost nach West teilt. Einige Formationen bewegen sich jedes Jahr 250 Meter über die enormen, zum Südpolarmeer hin abfallenden Ebenen - und widersprechen damit bisherigen Eismodellen.

Mark Drinkwater von der ESA sagt: „Ausgestattet mit diesen Informationen, sind Wissenschaftler nun in der Lage den Eisschildfluss besser zu modellieren und die Unsicherheit in der Vorhersage des Einflusses der Klimaerwärmung auf den weltweiten Meeresspiegel zu reduzieren.“ (kho/dpa)
 

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