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Natur

22. März 2013

Zoologie: Ameisen können Physik

 Von Torsten Harmsen
Schneller laufen lässt es sich auf dem weißen Feld, ergo sausen die Ameisen entlang der Grenze erst mal über den weißen Filz und biegen erst auf Höhe der Futterquelle auf den rauen grünen Filz ab.  Foto: Simon Tragust

Alle beugen sich einem physikalischen Prinzip: Der schnellste Weg ist der Richtige - diese Weisheit beherzigen nicht nur Rettungsschwimmer sondern auch Ameisen und das Licht.

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Wenn Rettungsschwimmer einen Menschen retten müssen, nehmen sie nicht den kürzesten Weg – also auf der Luftlinie –, sondern den schnellsten. Weil sie sich durchs Wasser nicht so schnell fortbewegen können wie an Land, laufen sie länger auf dem Strand, bevor sie sich ins Wasser stürzen. Ihr Weg weist also am Ende meist einen Knick auf.

Forscher haben jetzt festgestellt, dass es Ameisen genauso machen. Statt des kürzesten Wegs zur Nahrungsquelle nutzen sie den schnellsten. Zoologen der Universität Regensburg machten dazu einen Versuch mit der Kleinen Feuerameise (Wasmannia auropunctata). Sie gestalteten die Oberfläche zwischen Nest und Futterstelle so, dass die Ameisen über verschieden rauen Oberflächen laufen mussten. Im Ergebnis wählten die Ameisen den Weg, der sie beim Krabbeln am wenigsten abbremste. Damit optimierten sie ihre Laufzeit. Ihr Weg machte somit am Ende einen Knick.

Wie die Zoologen der Universität Regensburg in der Fachzeitschrift Plos One mitteilen, folgt damit sowohl das Handeln von Ameisen als auch das von Rettungsschwimmern ein und demselben physikalischen Prinzip, das aus einem ganz anderen Gebiet bekannt ist, nämlich der Physik. Das Fermatsche Prinzip besagt, dass Licht immer den schnellstmöglichen Weg wählt. Bei einem sogenannten Phasenübergang – beispielsweise von der Luft ins Wasser oder umgekehrt – verlaufen Lichtstrahlen daher nicht in einer geraden Linie, sondern werden gebrochen. Dieses Brechungsphänomen findet man also auch in anderen Bereichen, etwa dem der Biologie.

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