Gedenkfeier für Neonazi-Opfer
Bewegender Auftritt eines Vaters
Mitglieder der Türkischen Gemeinde in Hamburg legen vor einem Ladengeschäft in Hamburg im Stadtteil Bahrenfeld nieder. (Archirvbild).
Foto: dpa
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Ein Vater schildert bei der Gedenkzeremonie für die Opfer des Rechtsextremismus, wie sein Sohn in seinem Armen starb. Seine Familie bitte um Beistand. Geld werde sie aber nicht annehmen. Stattdessen formuliert der Vater drei Wünsche.

In einem bewegenden Auftritt hat der Vater des 2006 von Rechtsextremisten ermordeten Halit Yozgat die Gedenkfeier für die zehn Neonazi-Opfer gewürdigt. Er schilderte bei der Feier im Konzerthaus am Berliner Gendarmenmarkt vor 1200 Gästen, wie sein Sohn in seinen Armen starb.

Er dankte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für ihre Rede und dem am vorigen Freitag zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff dafür, dass er diese Veranstaltung möglich gemacht habe. „Wir sind seine Gäste. Wir bewundern ihn“, sagte Yozgat.

Er dankte für das Angebot finanzieller Unterstützung, betonte aber, Geld wolle seine Familie nicht annehmen. Sie bitte um seelischen Beistand. Statt materieller Entschädigung habe er drei Wünsche. „Unser erster Wunsch ist, dass die Mörder gefasst werden.“ Auch die Hintermänner müssten aufgedeckt werden. Das Vertrauen seiner Familie in die deutsche Justiz sei groß.

Der zweite Wunsch sei, dass die Holländische Straße, in der sein Sohn in Baunatal geboren wurde und dort in seinem Internetcafé starb, nach ihm benannt werde. Als dritten Wunsch äußerte Yozgat, dass im Gedenken an die insgesamt zehn ermordeten Menschen ein Preis ausgelobt und eine Stiftung gegründet werde. Sämtliche Einnahmen und Spenden sollten krebskranke Menschen bekommen. (dpa)

Die Opfer des Nazi-Terrors
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Die Opfer Die rechtsextreme Zwickauer Terrorzelle lebte mehr als 13 Jahre im Untergrund und verübte mindestens zehn Morde. Hier ein Überblick auf die Opfer der Terroristen.
Enver S. (38) Der in der Türkei geborene Blumenhändler wurde am 9. September 2000 in Nürnberg ermordet. Er war den Ermittlungen zufolge das erste Opfer der Terroristen.
Abdurrahim Ö. (49) Der in der Türkei geborene Maschinist wurde am 13.06.2001 in einem Änderungsschneidergeschäft in Nürnberg ermordet, in dem als Aushilfe arbeitete.
Süleyman T (31) Der in der Türkei geborene Obst- und Gemüsehändler wurde am 27.06.2001 in Hamburg erschossen.
Habil K. (38) Der in der Türkei geborene Obst- und Gemüsehändler wurde am 29.08.2001 in München erschossen.
Yunus T. (25) Der in der Türkei geborene Turgut wurde am 25.02.2004 in einem Dönerladen in Rostock ermordet.
Ismail Y. (50) Der in der Türkei geborene Inhaber eines Dönerladens wurde am 09.06.2005 in Nürnberg erschossen.
Theodoros B. (41) Der in Griechenland geborene Mitinhaber eines Schlüsseldienstes wurde am 15.06.2005 in München erschossen.
Mehmet K. (39) Der in der Türkei geborene Kioskbesitzer wurde am 04.04.2006 in Dortmund ermordet.
Halit Y. (21) Der in Deutschland geborene Sohn türkischer Einwanderer wurde am 06.04.2006 in seinem Internetcafé in Kassel erschossen.
Michele K. (22) Die Polizistin wurde am 25. April 2007 in Heilbronn erschossen. Dieser Mord war den Ermittlungen zufolge der letzte der Terroristen. Kiesewetters Kollege wurde bei dem Angriff lebensgefährlich verletzt.
Anschläge in Köln Zudem wird die Zwickauer Terrorzelle für die Sprengstoffanschläge in Köln am 19. Januar 2001 mit einer Schwerverletzten und am 9. Juni 2004 mit 22 zum Teil lebensgefährlich Verletzten verantwortlich gemacht, sowie für mehr als ein Dutzend Banküberfälle.
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