Seit der Wiedervereinigung sind etwa 182 Menschen durch die Folgen rechtsextremer Gewalttaten ums Leben gekommen. Viele werden von Rechten bedroht, leben in Angst und werden zusammengeschlagen. Opferberatungsstellen in Sachsen-Anhalt haben ständig mit solchen Taten zu tun.
Mahnwache für die Opfer rassistischer Gewalt in Berlin.
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Mahnwache für die Opfer rassistischer Gewalt in Berlin.
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Mit staunendem Entsetzen reagierten viele Politiker auf die rechte Terrorzelle von Zwickau – als seien die drei braunen Mörder vom Mars gekommen. Doch Opferberatungsstellen wissen, dass Neonazis seit vielen Jahren mordend durch Deutschland ziehen: Seit der Wiedervereinigung 1990 sind nach Recherchen der renommierten Amadeu Antonio Stiftung 182 Menschen durch die Folgen rechtsextremer Gewalt ums Leben gekommen..
Doch was ist mit den vielen Bedrohten, Zusammengeschlagenen, Beinahe-Getöteten? Sie wurden kaum noch wahrgenommen. „Die tödliche Dimension rechter Gewalt ist für uns keine Überraschung“, sagt etwa Antje Arndt, Sprecherin der Mobilen Opferberatung Sachsen-Anhalt. „Hier gibt es seit Jahren fast jeden zweiten Tag eine rassistische Gewalttat.“
Die Opferberatungsprojekte in den neuen Bundesländern veröffentlichten am Mittwoch gemeinsam neue alarmierende Zahlen: Demnach waren im Jahr 2010 in Ostdeutschland 1400 Menschen von rund 730 rechtsextremen Gewalttaten betroffen. Nur 1,8 Prozent der Bevölkerung Ostdeutschlands sind Ausländer. Doch den Hass der Rechten schmälert das nicht. „Das Motiv der Täter ist es, Angst und Schrecken zu verbreiten“, sagt auch Martin Beck von der Potsdamer Opferperspektive. Gewalt wird oft einfach dort ausgeübt, wo überhaupt irgendein Ausländer erreichbar scheint.
Täter gehen auf Opfersuche
Zum Opfer rechter Gewalt werden Menschen oft nur deshalb, weil sie relativ leicht erreichbar sind – die Gewaltexzesse entladen sich, wenn die Täter auf Opfersuche sind. Wie das Mord-Trio aus Zwickau gehen die Täter besonders oft auf Imbissbetreiber los: Mehr als 60 Angriffe von Rechtsextremen auf von Ausländern geführte Imbisse in Brandenburg zählte die Opferperspektive seit dem Jahr 2000. Meistens handelte es sich um Brandanschläge. Doch oft sei bei Bevölkerung und örtlichen Polizeikräften das Vorurteil vorherrschend gewesen: „Das waren die doch bestimmt selbst“, schreiben die Autoren einer Studie zum „Angriffsziel Imbiss“ schon 2005. Brandanschläge auf Döner- und Asia-Imbisse seien oft mit Versicherungsbetrug oder Konkurrenz unter Ausländern abgetan worden.
Der Terror der Zwickauer Zelle
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Der Terror der Zwickauer Zelle
Beate Zschäpe (36) war eine der wenigen Frauen in der rechtsextremistischen Szene. Sie soll sich politisch kaum engagiert haben. Vielmehr hatte sie nach bisherigen Erkenntnissen offenbar mit den beiden toten Gewalttätern ein Verhältnis.
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Uwe Böhnhardt (34) galt als Waffennarr. Seine rechtsextremistischen Gesinnungsgenossen gehen davon aus, dass er der Todesschütze gewesen sein könnte. Das Fahndungsfoto stammt aus dem Jahr 1998.
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Uwe Mundlos (38)galt als der Gebildete in der Gruppe. Seine Lehrerin beschrieb den Professorensohn als sehr höflich. Weiter heißt es über ihn, er sei ein aufgeschlossener Typ gewesen, rhetorisch begabt und politisch interessiert. Das Fahndungsfoto stammt aus dem Jahr 1998.
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Die beiden mutmaßlichen Rechtsterroristen sind seit den 90er Jahren in den Neonazi-Szene aktiv. Das Foto zeigt Uwe Mundlos (links) und Uwe Böhnhardt (Mitte) im Herbst 1996 in Erfurt im Umfeld eines Prozesses gegen den Holocaust-Leugner Manfred Roeder.
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Uwe Böhnhardt 1996 in Erfurt.
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Uwe Mundlos mit dem späteren stellvertretenden NPD-Landesvorsitzenden Ralf Wohlleben (l.) 1996 in Erfurt
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Etwa 60 Rechtsextreme ziehen am 03. Februar 2001 mit dem Transparent "Thüringer Heimatschutz" durch die Innenstadt von Jena. Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler hatten die drei in den 90er Jahren Verbindungen zur Neonazi-Gruppe "Thüringer Heimatschutz.
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Polizisten führen Beate Zschäpe, die einzige noch Lebende aus dem Mördertrio, am Mittwoch aus einem Gebäude der Staatsanwaltschaft Zwickau.
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Beate Zschäpe wird am Sonntag mit einem Kleinbus vom Gelände der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe gefahren. Gegen die arbeitslose Gärtnerin wird wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung in Tateinheit mit Mord und versuchtem Mord ermittelt. Sie will nach Medienberichten dazu nur aussagen, wenn ihr als Kronzeugin Strafmilderung zugesichert wird.
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In diesem Haus im niedersächsischen Lauenau soll der mutmaßliche Komplize der Gruppe Holger G. bis zu seiner Verhaftung am Sonntagvormittag gewohnt haben.
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Feuerwehrleute und Polizisten stehen am 4. November in Eisenach vor einem ausgebrannten Wohnmobil, in dem die Leichen von Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos entdeckt wurden. Die beiden mutmaßlichen Rechtsterroristen hatten sich offenbar selbst erschossen. In dem Wohnwagen findet die Polizei Spuren zu mehreren unaufgeklärten Verbrechen.
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Zeitgleich geht in Zwickau das Haus in Flammen auf, indem die Gruppe zuletzt wohnte. Die Ermittler gehen davon aus, das Beate Zschärpe das Haus in Brand gesteckt hat.
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In dem durch die Explosion völlig zerstörten Haus finden die Ermittler die Waffe, mit der nicht nur die Heilbronner Polizistin sondern auch neun ausländische Geschäftsleute seit 2000 erschossen wurden.
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Hinter dieser Tür des Hauses in Zwickau lebte das Trio offenbar unbehelligt. Bereits 1998 fand die Polizei bei den drei Neonazis in einem Haus in Jena Rohrbomben und Sprengstoff. Verhaftet wurden sie nicht.
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Ermittler bei der Spurensuche in den Trümmern des Zwickauer Hauses.
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Dort finden sie auch ein Bekennervideo, in dem sich die Gruppe der Mordserie rühmt.
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In dem Video bezeichnet sich die Gruppe als "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU).
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Ein Bildschirmfoto aus dem Bekennervideo zeigt die Hand der Zeichentrickfigur "Paulchen Panther" aus der Serie "Pink Panther", die eine Pistole abfeuert, während dahinter eine Filmaufnahme von Polizisten gelegt ist.
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Außerdem werden in dem 15-minütigen Film Bilder der neun Opfer der sogenannter Döner-Mordserie eingeblendet.
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Das Bildschirmfoto aus dem Bekennervideo zeigt die Aufnahme einer Patronenhülse mit dem eingeblendeten Datum 28.06.2001. An diesem Tag wurde der türkische Obst- und Gemüsehändler Sueleyman T. in Hamburg ermordet.
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Auf das Grab von Heinz Galinski, dem einstigen Präsidenten des Zentralrats der Juden, wird am 19. Dezember 1998 einen Sprengstoffanschlag verübt. Auch dafür könnte die Gruppe verantwortlich sein. Bereits im Januar 1998 hatte die Polizei die Bombenwerkstatt des Trios im thüringischen Jena entdeckt. Die drei blieben jedoch auf freiem Fuß und tauchten unter.
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Die Porträts von acht der zehn Mordopfer des Trios. Acht türkische und ein griechischer Ladenbesitzer werden zwischen 2000 und 2006 an verschiedenen Orten in Deutschland erschossen.
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Mitarbeiter eines Bestattungsunternehmens transportieren am 29. August 2001 im Münchner Vorort Ramersdorf die Leiche des Lebensmittelhändlers Habil K. ab. Der 38-Jährige war in seinem Geschäft mit zwei Kopfschüssen getötet worden.
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Polizisten der Nürnberger Spurensicherung arbeiten am 29. Juni 2005 an einem Imbiss in Nürnberg. Der türkische Standbetreiber Ismail Y. war am 9. Juni vormittags mit fünf gezielten Schüssen kaltblütig ermordet worden.
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Am 19. Januar 2001 explodiert eine Sprengfalle vor einem iranischen Lebensmittelgeschäft in der Probsteigasse in Köln. Die 19-jährige Tochter des Inhabers wird schwer verletzt. Auch für diesen Anschlag könnte nach Erkenntnissen der Ermittler das sächsische Terror-Trio verantwortlich sein.
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Eine Nagelbombe explodiert am 9. Juni 2004 in der überwiegend von Türken bewohnten Keupstraße in Köln. 22 Menschen werden verletzt. Die Suche nach den Tätern bleibt erfolglos In ihrem Bekennervideo rühmt sich nun die rechte Terrorgruppe des Anschlags.
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Mit diesen Fotos aus einer Überwachungskamera sucht die Polizei in Köln nach dem Bombenanschlag nach einem zweiten Mann.
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Das Bild einer Überwachungskamera zeigt die Täter bei einem Bankraub am 07.09.2011 in Arnstadt. Eine Serie von mindestens 14 Bankrauben wird Böhnhardt und Mundlos inzwischen zugeodnet, davon zehn in Sachsen und je zwei in Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern.
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Die Polizei sichert im April 2007 Spuren am Tatort auf der Heilbronner Theresienwiese.
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Die 22-jährige Polizistin Michèle K. wurde getötet, ein Kollege wurde schwer verletzt.
Die drei sächsischen Neonazis Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos sollen für die sogenannte Döner-Morde, den Tod einer jungen Polizisten sowie eine Reihe von weiteren rechtsextremistischen Anschlägen und eine Reihe von Banküberfällen verantwortlich sein. Angeblich gehörten sie einer Zelle namens "Nationalsozialistischer Untergrund" an.
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Linkspartei in der Krise
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Rechter Terror ist nicht neu
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Rechter Terror ist nicht neu
Nur anderthalb Stunden später landet der Attentäter von Oslo auf der Insel Utoya, wo die sozialdemokratische Jugend Norwegens ein Sommercamp veranstaltet. Er erschießt 68 Menschen, die meisten von ihnen sind Teenager.
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Der Attentäter Anders Behring Breivik, hier auf dem Weg zum Gericht drei Tage nach der Tat, gibt an, er habe mit den Anschlägen sein Land gegen den Islam und die linke Politik verteidigen wollen. Breivik war nach Erkenntnissen der Ermittler Mitglied der rechtspopulistischen "Fortschrittspartei" und war im Internet in rechtsextremistischen und islamfeindlichen Foren aktiv.
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Am 19. Januar 2009 werden in Moskau der russische Menschenrechtsanwalt Stanislaw Markelow und seine junge Kollegin Anastassja Baburowa auf offener Straße erschossen. Für den Mord werden im Frühjahr 2011 ein junger Mann und eine junge Frau verurteilt.
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Beide gehören einer nationalistischen Bewegung an. Russischen Medienberichten zufolge hatten die beiden sich an dem Anwalt rächen wollen, weil er mehrere Opfer von Schlägern aus dem Neonazi-Milieu verteidigt hatte. Das Bild zeigt ultranationalistische Demonstranten bei ihrem "Russischen Marsch" durch Moskau Anfang November.
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Russische Neonazis werden auch immer wieder für gewalttätige Übergriffe auf Ausländer mit vielen Toten und Verletzten verantwortlich gemacht. Die Opfer sind meist Kaukasier. Die rechte Gewalt gegen Nicht-Russen eskalierte besonders im vergangenen Jahr, nachdem am 6. Dezember ein Hooligan des Fußballclubs Spartak Moskau von einem Mann aus der Kaukasusrepublik Kabardino-Balkarien erschossen worden war.
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2007 wird die Neonazi-Kameradschaft "Sturm 34" verboten. Mehrere Mitglieder (im Bild: Tom W.) werden wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und Körperverletzung angeklagt.
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Bei Hausdurchsuchungen wird nicht nur Nazi-Propagandamaterial sichergestellt, sondern auch Waffen. Die Gruppe wird für mehrere brutale Überfälle auf Ausländer und linke Politiker in der Region Mittweida verantwortlich gemacht. 2008 werden mehrere "Sturm 34"-Anführer zu Haftstrafen verurteilt.
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In einer großangelegten Razzia zersprengt die Polizei im Oktober 2003 in Pinneberg einen deutschen Ableger der britischen Neonazi-Organisation "Combat 18". Einige Mitglieder wurden später wegen Körperverletzung und erpresserischem Handeln verurteilt. Die Terrortruppe formierte sich Ende 1991/Anfang 1992 in London. C18 soll für eine ganze Reihe von gewalttätigen Anschlägen und Mordversuchen verantwortlich sein. Die Zahl 18 steht für die Initialen Adolf Hitlers.
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Die Verhaftung eines deutschen "Combat 18" Mitglieds im Oktober 2003. Die Mitglieder des schleswig-holsteinischen Ablegers bedrohten linke Aktivisten. Unter dem Namen "Redwatch" veröffentlichten auch die britischen Neonazis von Combat 18 eine Todesliste. Einige der darin genannten Personen und Organisationen wurden kurz nach der Veröffentlichung Opfer eines terroristischen Anschlags.
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Bei einem Bombenanschlag auf ein Regierungsgebäude in Oklahoma City am 19. April 1995 sterben 168 Menschen, mehr als 800 wurden verletzt.
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Der Attentäter Timothy McVeigh sympathisierte mit rechtsextremistischen Organisationen. Als Motiv gab der 27 Jahre alte Golfkriegsveteran Hass auf die Regierung an, seine Tat rechtfertigte er als eine militärische Aktion.
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Das "Feld der leeren Stühle" in Oklahoma City erinnert heute an den bis dato folgenschwersten Anschlag der US-Geschichte.
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Am Morgen des 2. August 1980 explodiert eine Bombe im Hauptbahnhof der italienischen Stadt Bologna. Bei dem Anschlag sterben 85 Menschen, mehr als 200 werden verletzt.
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Für das Attentat werden die Neofaschisten der Gruppe "Ordine Nuovo" (Neue Ordnung) verantwortlich gemacht. Der rechten Terrorgruppe, deren Motto der Spruch der Waffen-SS "Unsere Ehre heißt Treue" war, werden weitere blutige Anschläge mit Dutzenden Todesopfern in Italien zugeschrieben.
Foto: Beppe Briguglio, Patrizia Pulga, Medardo Pedrini, Marco Vaccari
Auch das Oktoberfestattentat vom 26. September 1980 war rechtsextremistisch motiviert. Eine Bombe am Haupteingang tötete damals 13 Menschen, mehr als 200 wurden teilweise schwer verletzt.
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Ein Gedenkstein erinnert an die Opfer. Der Bombenleger Gundolf Köhler hatte Verbindungen zur rechtsextremen Wehrsportgruppe Hoffmann und war als Student in Tübingen im rechten Hochschulring Tübinger Studenten aktiv. Dennoch wurde Köhler, der bei dem Anschlag selbst ums Leben kam, von den Behörden als Einzeltäter bezeichnet.
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Rechtsextremer Terror ist nicht neu. In den vergangenen Jahren starben bei rechtsextremistischen Anschlägen in Europa und den USA hunderte Menschen. Beispiel Oslo: Im Regierungsviertel der norwegischen Hauptstadt gehen am 22. Juli dieses Jahres mehrere Bomben hoch. Dabei sterben acht Menschen.
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Immer wieder schlugen die Täter zu, aus allen Bundesländern gibt es Fälle wie diesen: Am frühen Neujahrsmorgen 2011 betritt der heute 25-jährige Neonazi Francesco L., mit Gleichgesinnten einen Döner-Imbiss in Schönebeck. „Du bist kein Deutscher!“, schreien die Neonazis den Inhaber an und schlagen auf ihn ein. Auch zwei Gäste, die dem Betroffenen helfen wollen, werden angegriffen. Alle Opfer erleiden Verletzungen, Hämatome am Kopf und im Gesicht und müssen ärztlich behandelt werden.
Einschüchterungen haben schlimme Folgen
Für Neonazi Francesco L. war das nichts Ungewöhnliches: Er hatte schon am 9. Januar 2006 gemeinsam mit drei weiteren Rechten einen Zwölfjährigen mit schwarzer Hautfarbe im sachsen-anhaltinischen Pömmelte unter fortdauernden rassistischen Beleidigungen über eine Stunde hinweg misshandelt. Francesco L. bedrohte den Jungen mit einer Gasdruckpistole, trat ihn, schlug ihn und drückte eine Zigarette auf dem Augenlid des Opfers aus. Er zwang sein Opfer, auf Fragen mit „Jawohl, mein Führer“ zu antworten – und wurde später zu einer Jugendstrafe von 3 Jahren und 6 Monaten verurteilt. Nach seiner Entlassung war er weiter in der Neonaziszene aktiv – bis er erneut zuschlug.
„Das Dramatische ist, welche Einschüchterung das für die Betroffenen hinterlässt“, sagt Tim Bleif vom Opferverein Lobbi in Rostock. „Oft wollen die Opfer nicht, dass der rechtsextreme Hintergrund der Tat öffentlich gemacht wird“, so Bleif, „aus Angst, dass die Täter wieder zuschlagen.“ Oft wirke ein Anschlag in einer Kleinstadt auf die wenigen Ausländer der ganzen Region.
Die Opferinitiativen dokumentieren weiter das Leid der Opfer, das auch ein Versagen des staatlichen Schutzes ist: Zum Beispiel der 11. Februar 2011 in Dömitz: Nachts werden die Scheiben eines Bistros, dessen Besitzer aus dem Irak stammt, mit rassistischen Parolen beschmiert. Oder der 13. August 2010 im Landkreis Parchim, Nordwestmecklenburg: Entlang einer Bundesstraße werden bei fünf Restaurants Scheiben eingeschossen. Alle Restaurants werden von Migranten betrieben. Oder der 11. Juni 2010 in Crivitz, Landkreis Ludwigslust: In der Nacht werfen unbekannte Täter zwei Flaschen mit einer brennbaren Flüssigkeit in einen Pizzaimbiss, der von einem Inder betrieben wird. Die rechte Gewalt war schon vor und während der Taten des Terror-Trios aus Zwickau lebendig – und sie wird mörderisch bleiben.