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Niedersachsen-Wahl

31. Dezember 2012

Grüne Niedersachsen Wahlkampf: "Arschlöcher" und "Fanatiker"

Anja Piel und Stefan Wenzel wollten für die Niedersachsen-Grünen mit anderen Themen punkten als mit einer neuen Beschnedungsdebatte.  Foto: dpa

Die Grünen sind offenbar "in der Mitte der Gesellschaft" angekommen - sprich: es gibt auch bei ihnen Entgleisungen, wie man sie sonst nur von den "bürgerlichen" Parteien her kennt. Im niedersächsischen Wahlkampf macht nun ein Grüner negative Furore mit Anti-Beschneidungs-Gedichten, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet.

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Ein Kandidat der Grünen bei der Landtagswahl in Niedersachsen ist wegen Äußerungen zur Beschneidung jüdischer und muslimischer Jungen in die Kritik geraten. „Das Machwerk von Herrn (Ulf) Dunkel strotzt nur so vor hasserfülltem Hochmut gegenüber Juden und Muslimen“, sagte der Vorsitzende des Zentralrats der Juden, Dieter Graumann, der „Süddeutschen Zeitung“ (Montagausgabe) mit Blick auf ein Gedicht Dunkels. Graumann forderte die Grünen auf, Dunkel zurechtzuweisen und seine Kandidatur zurückzuziehen.

In einem im Internet verbreiteten Gedicht bezeichnete Dunkel Juden und Muslime, die an der Beschneidung von Neugeborenen festhalten, als „Arschlöcher“ und „blinde Fanatiker“. In einem anderen Gedicht schrieb er: „Wetzt das Messer, singt ein Lied, ab die Vorhaut von dem Glied.“ Der Software-Unternehmer steht bei der Landtagswahl am 20. Januar auf Listenplatz 34 der Grünen und ist ihr Direktkandidat im Wahlkreis Cloppenburg.

Die Grünen distanzierten sich von ihrem Kandidaten. In der Beschneidungsdebatte sei es „aufgrund der hohen Sensibilität dieser Thematik“ wichtig, eine „klare Abgrenzung gegenüber antisemitischen und fremdenfeindlichen Einstellungen“ zu wahren, erklärten die niedersächsischen Landesvorsitzenden Anja Piel und Jan Haude auf Anfrage der „SZ“. „Wir akzeptieren derartige Äußerungen in unseren Reihen nicht.“ Dunkel sei aufgefordert worden, von seiner Landtagskandidatur Abstand zu nehmen. Es würden weitere rechtliche Schritte geprüft. (AFP)

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