Niedersachsen-Wahl

12. Januar 2013

Wahl in Niedersachsen: Ein seltsames Duell

 Von 
Ministerpräsident David McAllister (rechts) und Herausforderer Stephan Weil. Foto: dpa

Vor der Wahlen zum Landtag in Niedersachsen treffen sich die Spitzenkandidaten David McAllister und Stephan Weil zum TV-Duell. Einen klaren Sieger gibt es allerdings nicht.

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Vor der Wahlen zum Landtag in Niedersachsen treffen sich die Spitzenkandidaten David McAllister und Stephan Weil zum TV-Duell. Einen klaren Sieger gibt es allerdings nicht.

Hannover –  

Vielleicht lag es ja an diesem berüchtigten McAllister-Lächeln: Im entscheidenden Augenblick wirkte SPD-Herausforderer Stephan Weil jedenfalls nicht ganz wach. Aber da war es dann zu spät.

Jedenfalls rätselte man am Freitag nach dem NDR-Fernsehduell in der niedersächsischen SPD, wie ihr Spitzenkandidat nur in die Linksparteifalle tapsen konnte und warum er bei der Frage sehr unsicher wurde, ob er sich denn demnächst im Notfall auch mit Stimmen der Linken zum Ministerpräsidenten wählen lassen würde. Einer Partei, die in Umfragen bei drei Prozent liegt und deren Verbleib im Landtag von Hannover sehr unwahrscheinlich ist. „Verräterisch“, kommentierte David McAllister im TV vergnügt Weils Bemühungen, sich um ein klares Nein zu drücken.

Chance vertan

Es war ein seltsames Duell. Am Ende blieb vor allem der Eindruck übrig: Beide hätten mehr daraus machen, hätten sich deutlich besser vorbereiten können. Einen klaren Sieger gab es nicht. Beide Herren vertaten ihre Chance. Weil, 54 Jahre alt und SPD-Oberbürgermeister von Hannover, wirkte wie ein sachlicher und faktensicherer Oberbürgermeister.

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Nicht wie jemand, der vor großem Fernsehpublikum die Chance sucht, den leicht arrogant daherkommenden und mit 41 Jahren deutlich jüngeren CDU-Amtsinhaber mit ein paar überraschenden Attacken von seinem Ministerpräsidentenstuhl zu stoßen.

McAllister nutzte seine Chance und griff den braven und sich tapfer verteidigenden Herrn Weil an, wo es nur ging. Das klamme Niedersachsen wurde in seiner Darstellung allerdings zu einem deutschen Wunderland, in dem außergewöhnliche Menschen beheimatet sind und alles hervorragend bestellt ist.

Was dann allerdings, vorgetragen mit McAllister-Lächeln, doch eine Spur zu dick aufgetragen wirkte. Am Ende schienen beide etwas ratlos zu sein, weil es schlicht keinen eindeutigen Sieger gab. Der Wahlverlierer am Sonntag in acht Tagen wird es sicher bereuen, nicht mehr aus dem TV-Duell gemacht zu haben

Das Rennen, so viel zeigen die ARD-Umfrageergebnisse vom Donnerstagabend, ist völlig offen. Der Vorsprung von SPD und Grünen vor CDU und Liberalen ist zusammengeschmolzen. 46 Prozent für Rot-Grün, 45 für Schwarz-Gelb. Zwischen beiden Lagern hatte sich vor kurzen noch ein Graben von zehn Prozent aufgetan. Die FDP, schon für tot erklärt, kommt plötzlich wieder auf fünf Prozent und kann hoffen.

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