Petra Roths Zeitpunkt für den Rücktritt als Oberbürgermeisterin ist genau richtig gewählt. Auch in Frankfurt, der reichsten deutschen Kommune, wandeln sich die finanziellen Rahmenbedingungen zum Schlechten.
Petra Roth erklärt ihren vorzeitigen Rücktritt (01.11.2011). Foto: Michael Schick
Petra Roth erklärt ihren vorzeitigen Rücktritt (01.11.2011). Foto: Michael Schick
Bevor sie ihre Entscheidung zum Rückzug vom Amt öffentlich machte, hat Frankfurts Oberbürgermeisterin noch mit der Kanzlerin telefoniert. Petra Roth und Angela Merkel: Sie sind nicht eng befreundet, aber ihr Verhältnis gilt als gut. Denn zwischen ihren Lebenswegen und politischen Karrieren gibt es bemerkenswerte Parallelen. Beide Frauen haben sich erfolgreich gegen eine Männerwelt in der CDU durchgesetzt, die glaubte, sie dominieren und lenken zu können. Musste sich Merkel aus dem Schatten von Helmut Kohl lösen, ließ Roth etwa den früheren hessischen Ministerpräsidenten Walter Wallmann hinter sich.
In der CDU setzte das Frankfurter Stadtoberhaupt in seiner bisher sechzehnjährigen Amtszeit bundesweit politische Zeichen. Die heute 67-Jährige ist so etwas wie die Vorreiterin einer liberalen Großstadtpolitik in ihrer Partei. Es ist kein Zufall, sondern die logische Konsequenz, dass Roth im Jahre 2006 die erste schwarz-grüne Koalition in einer großen deutschen Kommune mit aushandelte. Das wurde möglich, weil sich auch die Frankfurter Grünen soweit wie nirgendwo sonst in Deutschland in die politische Mitte bewegten. Und weil die Sozialdemokraten so schwächelten, wie es ebenfalls in keiner anderen Großstadt geschah.
So viel ist klar: Petra Roth bleibt nicht. Seit 1995 ist sie OB von Frankfurt.
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Die CDU schickt ihren Sonnyboy "echten Frankfurter Bub", wie er sich selbst unermüdlich nennt, ins Rennen: Innenminister Boris Rhein. Der Wunsch-Nachfolger von Petra Roth wurde von der Partei offiziell für die OB-Wahl nominiert.
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Interesse am Amt bekundet der 40-Jährige schon lange, bliebe aber chronisch vage.
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Rhein hat bewiesen, dass er ein Ministeramt bekleiden kann, die Grünen schätzen ihn als fairen Partner. Die FDP kann ihn richtig gut leiden. Der Mann vom rechten CDU-Flügel ist kein Ideologe, sondern ein politischer Realist, der ab- und zugeben kann. Rhein ist offen, hat gerne mit Menschen zu tun, auch mit solchen, die anders denken.
Foto: Andreas Arnold
Möglich, dass der jetzige hessische Innenminister sich zunächst nicht entscheiden konnte, was ihm lieber ist - das Ministeramt oder der OB-Sessel. Aber jetzt gibt's aber kein Zurück mehr, er kandidiert bei der Wahl.
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Dabei hatte die CDU durchaus Alternativen: Uwe Becker war erste, der klar und deutlich seine Bereitschaft zur OB-Kandidatur formuliert hatte. Eine Gruppe innerhalb der CDU, der eher „linke“ Kolping-Kreis, hatte sich offen für den seriösen Kämmerer Becker als idealen künftigen OB stark gemacht.
Foto: Andreas Arnold
„Der Uwe“ wird als fleißig, zuverlässig, sozial und wirtschaftlich denkend gerühmt. Er hat bewiesen, dass er die Finanzen zusammenhalten kann und er habe „guten Stil“.
Foto: Alex Kraus
Der eine oder andere, insbesondere wenn er vom „rechten“ Wirtschaftsflügel der CDU kommt, sagt aber leicht bösartig, „der Uwe“ sei ein bisschen dröge. Soll heißen, er sei ein wenig trocken, ihm fehle Strahlkraft, Charisma. Aber egal, der Uwe darf ja nicht zur OB-Wahl antreten.
Foto: Christoph Boeckheler
Bei der SPD schien es lange, als käme man an Michael Paris nicht vorbei...
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Der 56-jährige gilt als supergut vernetzt in Vereinen und Gastronomie. Das kommt noch aus der Zeit in den 90er Jahren, als er Vorsitzender des Stadtverbandes der Frankfurter Vereinsringe war. Er engagiert sich seit mehr als 30 Jahren für die Belange von Kindern. Das begann als Chef des Vereins Abenteuerspielplatz Riederwald und endete als Präsident der International Play Association 2005.
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Aber: Der Sozialdemokrat gilt selbst in seiner eigenen Partei eher als politisches Leichtgewicht ohne klare Linie. Wenn die Stunde war, um politische Mehrheiten zu kämpfen, etwa um die OB-Kandidatur 2007 gegen den damaligen Sozialdezernenten Franz Frey, kniff Paris....
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Im politisch mehrheitlich linken SPD-Unterbezirk Frankfurt ist Michael Paris, der sich auch als Interessenvertreter der Wirtschaft sieht, eher ein Außenseiter.
Foto: Christoph Boeckheler
Und so hat sich die SPD letztendlich für einen anderen Kandidaten entschieden: Peter Feldmann...
Foto: Andreas Arnold
Der 52-jährige Diplom-Politologe ist schon lange ein engagierter Sozialpolitiker. Peter Feldmann leitete das Ausbildungszentrum im sozialen Brennpunkt Bonames/Bügel. Danach war er Chef eines Altenhilfezentrums. Er ist Vorstandsmitglied sozialer Organisationen, etwa der Werkstatt Frankfurt. Sein politisches Engagement als langjähriger Stadtverordneter und Vize-Chef der SPD-Fraktion im Römer ist untadelig. Allerdings: ...
Foto: Diana Djeddi
Sein persönliches Auftreten gilt des öfteren als Manko. Peter Feldmann wird nicht nur in der eigenen Partei vorgeworfen, dass er eitel sei und an Selbstüberschätzung leide. Als langjähriger Vorsitzender des wichtigen Haupt- und Finanzausschusses im Römer brachte er durch seine überhebliche Sitzungsleitung nicht nur Stadtverordnete, sondern auch Bürger gegen sich auf. Und bekam deshalb diese Position nicht wieder. (jg)
Foto: Diana Djeddi
Die Grünen hätten Olaf Cunitz aufbieten können: Der 43-jährige Historiker hat bei den Grünen eine bemerkenswerte Karriere hingelegt. Erst 1999 in die Partei eingetreten, war er schon 2006 Fraktionsvorsitzender im Römer.
Foto: Christoph Boeckheler
Im Januar 2012 soll Cunitz zum Planungsdezernenten gewählt werden. Er ist ehrgeizig und lernfähig. Cunitz hat in der kurzen Zeit seiner Arbeit im Römer an politischer Statur gewonnen. Er hätte OB-Kandidat werden können - wollte aber gar nicht.
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Markus Frank (CDU) hatte maximal Außenseiterchancen.
Foto: Pressefotografie Storch, Bad Hg.
Der Sport- und Sicherheitsdezernent, 42 Jahre alt, ist ein ehrgeiziger Mensch und tut so einiges für die persönliche PR. Das heißt aber keineswegs, dass er keine Grundsätze hätte. Frank möchte keine „alte“ Politik machen, will Transparenz und keine Patriarchen-Klüngelei. Er hat im wahren Leben einen Beruf gelernt und es zum Kfz-Meister und Klein-Unternehmer gebracht. Gewiss ein Grund, warum Frank stets auf Details achtet. Gegen ihn sprach:...
Foto: Rolf Oeser
..die Debatte um die Sanierung des FSV-Stadions. Der Streit zwischen Frank und Ex-FSVler Bernd Reisig ist inzwischen Legende. Die Vorrechte von Parteichef Rhein, der wie Frank vom Mittelstandsflügel kommt, schwächten Franks interne Bewerbung. Hätte sich Rhein zurückgezogen, dann hätte vielleicht Frank nach vorne treten können. (ox)
Foto: Michael Schick
Eher Außenseiter-Chancen hatte Volker Stein (FDP): Der einstige Sicherheitsdezernent, der vor kurzem entmachtet wurde, gilt als bodenständig.
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Volker Steins kernige Art und seine wenig diplomatischen Sprüche kamen in den vergangenen Jahren zwar nicht bei jedem gut an, sorgten aber für ein hohes Maß an Publicity, das ein OB-Kandidat braucht. Außerdem: Stein weiß die Bild-Zeitung hinter sich. Das Boulevardblatt vermisst ihn jetzt schon. Auf der anderen Seite:...
Foto: Christoph Boeckheler
Stein galt als Stadt-Sheriff, dem es herzlich egal ist, dass ihn viele Leute für einen Macho-Militaristen-Angeber-Schwätzer… halten. Ein OB für alle Frankfurter hätte er also kaum werden können. Und gewonnen hätte er die Wahl ohnehin nicht. Also stellt die FDP nun gar keinen Kandidaten auf. Die Frage wäre sowieso nur gewesen: Wie viele Stimmen hätte Stein dem CDU-Kandidaten wegnehmen können? Stein wäre es egal gewesen, er hält die Römer-Koalition für äußerst undankbar. (geo)
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Für die Grünen tritt Rosemarie Heilig an. Sie hat gelernt, sich durchzubeißen im Leben. Rosemarie Heilig ist eines von acht Kindern aus einer Arbeiterfamilie – große materielle Rückendeckung für eine Karriere gab es da nicht. Dass sie einmal als OB-Kandidatin für die Grünen in der fünftgrößten deutschen Stadt antreten würde, hat sich die Biologin bis vor einigen Wochen nicht träumen lassen...
Foto: Andreas Arnold
Es ist aber typisch für die Single-Frau, dass sie das Angebot ihrer Partei ohne lange Bedenkzeit annahm. Sie ist eine Macherin, die anpackt, wo es nötig ist – so war das schon, als sie beim World Wildlife Fund arbeitete und später bei der Ökobank. Es fällt der 55-Jährigen schwer zu taktieren – das war, zynisch gesprochen, schon in den 90er Jahren ein Handicap für sie in der Frankfurter Kommunalpolitik.
Foto: Andreas Arnold
Damals legte sie sich als Stadtverordnete der Grünen des Öfteren mit ihrem Parteifreund Tom Koenigs an, der ihr nicht radikal genug erschien.
Das Ziel der heutigen Projektmanagerin für den Neubau des Krankenhauses Höchst ist es in jedem Fall, bei der OB-Wahl den zweiten Wahlgang am 25. März zu erreichen. Ihr größtes Handicap: Seitdem die neue Landebahn des Rhein-Main-Flughafens eröffnet wurde, leiden mehr Menschen als je zuvor unter massivem Lärm und Umweltbelastung.
Foto: Alex Kraus
Den Grünen wird vorgeworfen, dass sie in der Römer-Koalition mit der CDU seit 2006 den Ausbau stillschweigend hingenommen hätten. (jg.)
Foto: Monika Müller
Die Linke schickt Janine Wissler (30) ins Rennen um das OB-Amt. Sie ist eine junge Durchstarterin. Die 30-Jährige ist im Bundes- und Landesvorstand, führt in einer Doppelspitze die Landtags-Fraktion an. In diesem Jahr wählten die Frankfurter Linken Wissler, die Mitglied im trotzkistischen Netzwerk „Marx 21“ ist, nach einigem internen Streit über Stil und Richtung zu ihrer Vorsitzenden. Der Kreistag nominierte Wissler mit 93,3 Prozent der Stimmen zur OB-Kandidatin.
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Nach außen ist jetzt Ruh’. Das scheint nur so, sagt Wissler: „Wir sind schon voll in der Vorbereitung für den Wahlkampf.“ Die Themen, die lägen ja auf der Hand: „Bezahlbarer Wohnraum, Fluglärm, soziale Gerechtigkeit, Kampf gegen die Nazis“. Als Landtagsabgeordnete, die täglich zwischen Bockenheim und Wiesbaden pendele, habe sie jede Menge anzuprangern. Zum Beispiel, wie schwer Schwarz-Gelb im Land Frankfurt schädige – mit dem Streichen der Stellplatzablöse, mit dem Einbehalten der Grunderwerbssteuer...
Foto: Andreas Arnold
...Und Boris Rhein (CDU) sei als Mitglied der Landesregierung „verantwortlich“ für den Schaden. Das würden die Linken den Frankfurtern ganz deutlich mitteilen. (ox.)
Foto: Renate Hoyer
Gegenwärtig hat der Pirat Hochkonjunktur. Herbert Förster, 45 Jahre alt, ist Tee-Sommelier, hat mit seiner Frau in der Fressgass ein Tee-Geschäft, das ihn in der Vorweihnachtszeit von „8 bis 8 Uhr“ fordert. Aktuell ist der OB-Kandidat der Piraten also damit beschäftigt, Kunden die angemessene Zubereitung oder die Herkunft verschiedener Teesorten nahezubringen....
Foto: Piratenpartei Frankfurt
...Im Januar dann will sich Förster „mit aller Kraft und guten Ideen“ in den Wahlkampf werfen. Das Budget ist mit 2000 Euro nicht gerade üppig, die allgemeine Begeisterung dämpfe dies aber keineswegs. „Wir freuen uns sehr auf den Wahlkampf“, sagt Förster. Das liegt auch am Rückenwind seit der für die Piraten so erfolgreichen Berlin-Wahl...
Foto: Andreas Arnold
Transparenz der Verwaltung, Bürgerbeteiligung und Schutz der Bürgerrechte nennt Förster als Wahlkampfthemen. Gegen Videoüberwachung im öffentlichen Raum stemmten sich die Piraten kompromisslos. Das ganz große Piraten-Thema ist bekanntlich die große Freiheit im Internet. Im OB-Wahlkampf wird das Netz als Kommunikationsmittel aber nur an zweiter Stelle stehen. Förster sagt, dass die Piraten massenhaft „auf die Straße gehen werden“ , um dort von Mensch zu Mensch die Frankfurter zu treffen. (ox.)
Für die Flughafenausbaugegner tritt Ursula Fechter an, um Petra Roth zu beerben...
Foto: Michael Schick
... Carl Maria Schulte, Harald Frenzel und Jean-Jules Tatchouop kämpfen parteilos um den Einzug ins Oberbürgermeister-Zimmer.
Foto: dpa
Und last but not least: Ex TITANIC-Chefredakteur Oliver Maria Schmitt, der für die Satirepartei "Die PARTEI" kandidiert. In seinen 9,5 Thesen verlegt Schmitt das Bankenviertel unter die Erde ("freie Sicht bis zum Hauptbahnhof!"), den Flughafen auf den Feldberg (""Flieger müssen nicht mehr so tief runter") und das Holzhausenviertel ins Gallus (Stichwort Zwangsintegration). In Reykjavikhat es der Komiker Jón Gnarrvon der Spaßpartei auf den Rathaus-Chefsessel geschafft - wir sagen: Warum nicht auch hier?
Wer bestimmt März an die Geschicke von Frankfurt als Oberbürgermeister? Die FR offenbart schonungslos Schwächen und Stärken der Kandidaten - die Verlierer vergessen wir allerdings auch nicht.
Petra Roth, geboren am 9. Mai 1944 in Bremen, ist seit 1995 Oberbürgermeisterin in Frankfurt. Die CDU-Politikerin mit den Schwerpunktthemen Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit ist dienstälteste OB in Frankfurt seit dem 2. Weltkrieg.
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Petra Roth im Mini-Hochzeitskleid mit ihrem (2.) Ehemann vor dem Römer. Nach ihrem Umzug nach Frankfurt trat sie 1972 in die CDU ein und wurde zunächst Sozialbezirksvorsteherin und dann Mitglied der Stadtverordnetenversammlung.
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Ex-OB Andreas von Schoeler gratuliert Petra Roth zur ersten Wahl zur OB 1995.
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Die spanische Königin Sofia (r.) wird 1999 von Petra Roth im Rathaus empfangen. Mit einem Festbankett läutete die Stadt die Feierlichkeiten zum 250. Geburtstag von Johann Wolfgang von Goethe ein, der am 28. August 1749 in Frankfurt geboren wurde.
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Kaufhof-Geschäftsführer Ralf Pütmann schaffte es 1999 auf der Zeil, Petra Roth aufs Glatteis zu führen.
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Beliebte Pose: Immer wieder zeigt sich Petra Roth bei der Stadtreinigung, hier 2001 auf der Zeil.
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In Feierlaune: Petra Roth eröffnet im Jahr 2001 mit dem Fassanstich die Frankfurter "Dippemess", eines der größten Volksfeste Deutschlands.
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Ernsthafter Anlass in legerer Kleidung: Direkt nach ihrer Rückkehr aus den USA gibt Petra Roth nach den Anschlägen vom 11. September 2001 eine improvisierte Pressekonferenz am Flughafen.
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Zusammen mit den MTV-Moderatoren Simone Heppner und Patrice präsentierte Petra Roth das Straßenschild "Janet Jackson Street". Wegen des Spektakels zum MTV Europe Music Award wurden 2001 vorübergehend wichtige Straßen nach Größen in der Popmusik benannt.
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Petra Roth nimmt regelmäßig an Karnevalsveranstaltungen teil, meist auf der Bühne...
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...manchmal aber auch unfreiwillig auf dem Wagen. Hier stieg ihr Abbild im Jahr 2002 mit Achim Vandreike in den Boxring.
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Heldenehrung: Petra Roth mit Nationalspieler Oliver Bierhoff, Kapitän Oliver Kahn und Teamchef Rudi Völler. Zehntausende begeisterte Fans empfingen die Vize-Weltmeister von 2002 auf dem Frankfurter Römerberg.
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Frauen mit Durchhaltevermögen: Petra Roth und Katja Schumacher, die 2002 den ersten Frankfurt Ironman der Frauen gewinnt.
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Ein moderner ICE 3 wird 2002 auf den Namen "Frankfurt am Main" getauft.
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Protest gegen rechts: Petra Roth gerät auf dem Römer zufällig in die Gegendemo zu einer NPD-Kundgebung.
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Familienbande: Petra Roth und ihre Söhne beim Sportpresseball 2002 in der Alten Oper.
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Mit viel Engagement unterstützt Petra Roth die Spendenaktionen der FR-Altenhilfe alljährlich in der Weihnachtszeit. 2002 verkaufte Sie Christstollen auf der Zeil.
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Tierliebe zur Schau gestellt: Petra Roth mit Katzenspuren auf dem Rücken beim 20. Opernball im Februar 2002.
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Ein Küsschen fürs Kätzchen: Den schwarzen Panther traf Petra Roth bei Dompteur Thierry Bouglione im Frankfurter Tigerpalast.
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Wenig begeistert scheint diese Robbe von der Tierliebe der OB zu sein. Bei der Fütterung beißt ihr das Weibchen "Daisy" in den Finger.
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"Mädche, du gefällst mer!" soll der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl beim ersten Treffen gesagt haben. Hier gratuliert er beim Empfang anlässlich Roths 60. Geburtstag.
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Besuch von der späteren Kanzlerin: Angela Merkel war im Jahr 2000 zu Gast im Römer.
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Bei der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2001 in der Paulskirche an der Seite des damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau und des Preisträgers Jürgen Habermas (rechts).
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Balkongespräch mit Wolfgang Schäuble in der Alten Oper.
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Unter Gleichgesinnten: Petra Roth mit Edmund Stoiber und Gattin sowie der späteren Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einer CDU-Großveranstaltung in Frankfurt.
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Petra und die grauen Herren: Hier bei der Verleihung des Paul-Ehrlich- und Ludwig-Darmstaeter-Preises im Jahr 2004 in der Paulskirche.
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Martialische Geste: Petra Roth zu Besuch im neuen Polizeipräsidium im Dezember 2005.
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Petra Roth zu Gast beim FR-Neujahrsempfang im Januar 2006.
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Immer am Ball: OB Petra Roth und Bürgermeister Achim Vandreike warben erfolgreich für Frankfurt als Fußball-WM-Stadt 2006.
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Kontrahenten im OB-Wahlkampf 2007: Petra Roth und SPD-Kandidat Franz Frey.
Da war an eine Karriere in der Politik noch nicht zu denken: Petra Roth am ersten Schultag, damals noch in Bremen. Nun wird sie als Bundespräsidentin gehandelt.
"Es ist keine Entscheidung, die ich in einer einsamen Stunde gefällt habe. Ich habe mir in den letzten Monaten, seit der Sommerpause schon, intensiv Gedanken gemacht, wie die Amtszeit weitergeht."
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„Ich bin nicht krank, nicht amtsmüde und nicht lahm geworden.“
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Nachfolger soll Boris Rhein werden, Uwe Becker verzichtet. „Wir haben die Frage zu dritt in Harmonie und Freundschaft besprochen.“
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"Ich bin jemand, der nach wie vor gestalten möchte", sagt Petra Roth - und verschwindet.
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Nachfolgekandidat Boris Rhein erklärt: „Frankfurt wird mit Petra Roth einen ganz großen Oberbürgermeister verlieren.“
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„Als Frankfurter Bub gibt es nichts Größeres als für diese Stadt Verantwortung zu übernehmen.“
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"Wenn es möglich wäre - aber es ist nicht möglich - würden wir gerne zusammen Oberbürgermeister von Frankfurt werden", sagt Rhein zum Rückzug von Uwe Becker.
Oberbürgermeisterin Petra Roth zieht sich im Sommer 2012 vorzeitig aus dem Amt zurück. Auszüge aus ihrer Erklärung vom 1. November 2011: „Ich habe das Feld für einen Generationenwechsel freigemacht durch meine Entscheidung.“
Roth hat früh Initiativen mit ihrem Namen verbunden, die in der Bundes-CDU riskant waren und auf teils wütende Abwehr stießen. Etwa die kontrollierte Vergabe von Heroin an Menschen, die schwer drogenkrank sind. Sie wurde in Frankfurt unter Roths Verantwortung verwirklicht. Oder eine Migranten-Politik, die mit einem eigenen Dezernat für Integration auf eine wirkliche politische Teilhabe der Bürger aus 140 Nationen in der Stadt setzt. Diese Konstruktion übernahm die CDU-Politikerin bei ihrem Amtsantritt 1995 von einer rot-grünen Stadtregierung.
Auf Bundesebene dürfte die Frankfurterin ihre Parteifreundin Angela Merkel aber auch noch aus anderen Gründen manchmal genervt haben. Als Präsidentin des Deutschen Städtetages – in dieser Funktion wechselte sie sich mit dem Münchener OB Christian Ude (SPD) ab – trat Roth als entschiedene Vorkämpferin für die von Finanznot gebeutelten deutschen Kommunen auf. „Aufstand der Städte“ heißt nicht umsonst ihr unlängst vorgelegtes Buch. Und es ist auch ihrem Engagement mit zu verdanken, dass die Bundesregierung die Gewerbesteuer als wichtigste Einnahmequelle der Kommunen noch nicht abgeschafft hat.
Die Tochter aus einer alten Bremer Kaufmannsfamilie, die in ihrer Jugend als Arzthelferin gearbeitet hat, kann also eine durchaus bemerkenswerte politische Bilanz vorweisen. Dass sie jetzt ihren Amtsverzicht ankündigt, ist typisch für den politischen Werdegang Roths. Sie war nie eine Frau, die sich an Konzepten und Programmen orientierte – sie folgte stets, nach kurzer Prüfung der Lage, ihrem Instinkt. Das führt bis heute dazu, dass sie manchmal orientierungslos wirkt und sich bei ihren öffentlichen Auftritten böse Schnitzer leistet.
Gernot Grumbach, Vorsitzender der Frankfurter SPD:
„Eine Frau, die in Frankfurt Gräben zugeschüttet hat, gibt auf. Es wird Petra Roth nicht leicht gefallen sein, einen Hardliner wie Boris Rhein als Kandidaten vorzuschlagen Die CDU in Frankfurt steht vor einem Rechtsruck.“
Peter Feldmann, SPD-Stadtverordneter und Kandidat für die OB-Kandidatur der Partei:
„Wernn die Chancen der CDU so gut wären, hätten sie das nicht gemacht. Roths Rückzug ist ein Zeichen großer Verunsicherung in der Partei. Für mich ist Boris ein Wunschkandidat, gegen Vertreter des konservativen CDU-Flügels lässt sich ein polarisierender Wahlkampf führen.“
Lothar Reininger, Fraktionschef der Linken im Römer:
„Aus unserer Sicht ist die Entscheidung für einen OB-Kandidaten Boris Rhein eine Katastrophe. Er hat sich als glückloser Wirtschaftsdezernenten nach Wiesbaden geflüchtet, war dort in Polizeiskandale mit verstrickt. So jemandem brauchen wir in Frankfurt nicht mehr.“
Hilmar Hoffmann, früherer Kulturdezernent und Präsident des Goethe-Institutes:
"Ich finde es höchst bedauerlich, dass Petra Roth nicht ihre Amtszeit vollendet. Ich halte sie für eines der bedeutendsten Frankfurter Stadtoberhäupter. Ich habe im Grunde an ihr nichts auszusetzen: Sie ist eine wahre „Kultur-Oberbürgermeisterin“.
„Petra Roth hat für Frankfurt wirklich gute Arbeit geleistet. Ihre Entscheidung, das Amt im kommenden Jahr vorzeitig aufzugeben, ist innerhalb der CDU abgesprochen gewesen. Ich bin überzeugt, dass Boris Rhein ein sehr guter Kandidat ist, der sehr gute Chancen hat."
Janine Wissler, Sprecherin der Frankfurter Linken:
"Jetzt wo in Wiesbaden die Luft dünn wird und Rhein sich wenig Chancen ausrechnen kann, zum zukünftigen Ministerpräsidenten des Landes gekürt zu werden, macht er sich wieder auf den Weg nach Frankfurt.“
Jürgen Frömmrich, innenpolitische Sprecher der Landtagsfraktion der Grünen:
„Wir haben Verständnis dafür, dass sich Rhein lieber um das schöne Amt des Frankfurter Oberbürgermeisters bewirbt, anstatt sich täglich mit den Pleiten, Pannen und Skandalen seines Vorgängers Bouffier zu beschäftigen.“
Klaus Oesterling, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Römer:
"Wir sind der Auffassung, die OB gibt angesichts der Finanzkrise der Stadt, über deren Ausmaß die Opposition und die Bürger lange getäuscht wurden, auf."
Annette Rinn, Vorsitzender der FDP-Fraktion im Römer:
„Mit dieser Entscheidung war eigentlich nicht zu rechnen, gleichwohl ist sie zu respektieren. Über die Gründe für den vorzeitigen Rückzug kann man nur spekulieren. Nach den planmäßig scheidenden Dezernenten Jutta Ebeling und Edwin Schwarz, dem ebenfalls überraschend für den Sommer nächsten Jahres angekündigten Abschied der Umweltdezernentin Manuela Rottmann ist der frühzeitige Abgang der Oberbürgermeisterin wohl der vorläufige Höhepunkt im Magistratskarussell 2012. Die Frage wird sein, wie sich der Austausch fast des halben Magistrats auch auf die Sparbemühungen auswirken wird.“ Letzteres könne nur besser werden. Die Oberbürgermeisterin habe sich, unabhängig von ihren Verdiensten in anderen Bereichen, nicht unbedingt an sie Spitze der Wenigen im Magistrat gestellt, die sich nachhaltig um Einsparmöglichkeiten bemühen.
Aber die Fakten und Vorzeichen, die sich jetzt zusammentragen lassen, sprechen dafür, dass der Zeitpunkt für den Ausstieg absolut richtig gewählt ist. Auch in Frankfurt, der reichsten deutschen Kommune, wandeln sich die finanziellen Rahmenbedingungen zum Schlechten. Vor der Kommunalwahl im März 2011 hatte Schwarz-Grün den Bürgern keinen reinen Wein eingeschenkt – das holt die Koalition jetzt ein. Sie muss sparen, kürzen, verschieben. Für ein Stadtoberhaupt denkbar ungünstige Rahmenbedingungen. Sein Handlungsspielraum wird in den nächsten Jahren eher schrumpfen.
Mit ihrer Entscheidung, die nicht lange reifte, deckt Roth die Schwächen der politischen Konkurrenz gnadenlos auf. Und zwingt sie zur Eile. Die SPD, die gerade erst einen parteiinternen Wahlkampf zwischen den zwei potenziellen OB-Kandidaten Michael Paris und Peter Feldmann begonnen hat, wird völlig auf dem falschen Fuß erwischt. Aber auch die Grünen verfügen nach der Absage von Umweltdezernentin Manuela Rottmann im Moment über keine Person, die wirklich aussichtsreich bei der OB-Kür antreten kann. Tatsächlich suchen die Grünen seit wenigen Tagen auf Bundesebene nach personellen Alternativen.
Mit ihrem Entschluss lenkt Roth aber auch von der Lage der CDU ab. Auf Bundesebene ist die Situation der Partei eher desolat – sie taumelt von einer verzweifelten taktischen Volte zur nächsten. Aus Berlin gibt es also keinen Rücken- , sondern Gegenwind. In Frankfurt konnte auch die Popularität der OB nicht verhindern, dass die CDU bei der Kommunalwahl 2011 an Einfluss verlor. Boris Rhein, heute noch hessischer Innenminister, bald OB-Kandidat der Partei für die Wahl im Frühjahr 2012, hat keinen Spaziergang zur Macht vor sich.
Wo räumt Peter Feldmann ab? Wo ist Boris Rhein chancenlos? Die erfolgreichsten und problematischsten Stadtteile der beiden OB-Kandidaten in der Stichwahl.
In Frankfurt macht der eine auf Papa, die andere würde gerne die neue Landebahn bepflanzen. Und wer ist nochmal dieser Herbert? Checken Sie Ihr Wissen über die OB-Kandidaten.