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OB-Wahl Frankfurt: Die Wahlplakate im FR-Check

OB-Bewerber Oliver Maria Schmitt setzt sich für ein nichtraucherfreies Frankfurt ein.
OB-Bewerber Oliver Maria Schmitt setzt sich für ein nichtraucherfreies Frankfurt ein.
Foto: dpa

Seit dem Wochenende dürfen die OB-Bewerber an die Wand kleben, was das Zeug hält: Während sich Rhein gefühlig auf den Plakaten gibt, entwickelt Feldmann Sinn fürs Praktische und Schmitt posiert mit mehreren Rauchwaren. Doch bringen Wahlplakate eigentlich überhaupt was?

Wer Oberbürgermeister werden soll in Frankfurt, respektive Oberbürgermeisterin, das steht bereits fest – zumindest für jene Frühwähler, die am Montag ihr Kreuzchen gemacht haben. Wie bitte? Am Montag schon Kreuzchen gemacht? Ja, das geht: Im Bürgeramt auf der Zeil und im Höchster Bolongaropalast ist die Wahl eröffnet. „Zwölf Leute haben heute schon ihre Stimme abgegeben“, sagt Hans-Joachim Grochocki vom Wahlamt am Montag um 14 Uhr. Interessant – und wen wählen die Leute so? „Jahaha!“, lacht Grochocki. Man wird ja wohl noch fragen dürfen.

Sonntag war der offizielle Stichtag fürs Wählerverzeichnis – der ist immer am 42. Tag vor der Wahl. Also darf seit Montag gewählt werden, und die schriftlichen Wahlbenachrichtigungen gehen auf ihren bürokratischen Weg. Am Freitag werden sie die Post erreichen, nächste Woche, Dienstag oder Mittwoch, bei den Wählern ankommen – „und dann rechnen wir hier mit regem Publikumsverkehr“, sagt Grochocki. Dann geht auch die Briefwahl los.

Wahlplakate der OB-Bewerber im FR-Check

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Start war am Wochenende zugleich für die Wahlplakate. Sie dürfen jetzt ganz offiziell aufgestellt und -gehängt werden, nicht mehr getarnt als Veranstaltungshinweise wie in den vergangenen Wochen.

Also stehen und hängen sie nun wieder allüberall – mitunter an den kuriosesten Stellen: In der Taunusanlage, direkt neben dem Occupy-Camp der Bankenkritiker, wirbt auf überdimensionalem Papier ein gewisser „Boris  ein“. In der Mitte ist eine große Plakatbahn heruntergerissen und hat ein R und ein h mit sich genommen. Klarer Fall von unglücklicher Platzierung.

5000 Plakate sind allein für CDU-Kandidat Boris Rhein angekündigt, etwa ebenso viele für Peter Feldmann (SPD). Selbst Janine Wissler von der Linken will 5000-mal auf Postern für sich werben.

Plakate können auch schaden

Während sich Rhein mal mit Noch-Amtsinhaberin Petra Roth zeigt, mal gefühlig mit Söhnchen Bruno, ist Sozialdemokrat Feldmann allein unterwegs oder entwickelt Sinn fürs Praktische: Unter dem Motto „Sorglos zu Hause“ baut er mit Frau und Kind ein Regal auf. Noch mutiger treiben es eigentlich nur die sogenannten kleinen Bewerber: „Die Partei“-Kandidat Oliver Maria Schmitt stellt sich der Herausforderung mit mehreren Rauchwaren im Mund, Herbert Förster von den Piraten ist als „Superherbert“ mit blauem Umhang unterwegs und will doch nur einer von uns sein: „einer von vielen Hunderttausenden Supermännern und Superfrauen in Frankfurt“.

Und was bringen diese Plakate, Herr Grochocki? „Es ist nicht meine Aufgabe, das zu beurteilen“, sagt der Mann vom Wahlamt. „Damit werden ganze Meinungsforschungsinstitute beschäftigt.“

Nicht nur die. Wissenschaftler machen sich darüber Gedanken, was das Wahlplakat eigentlich bewirkt. Nämlich? Kommt drauf an. „Es kann sogar schaden“, sagt Nicole Podschuweit, angehende Doktorin der Publizistikwissenschaft an der Universität Mainz. Sie hat sogenannte Wirkungsdaten erhoben und kommt zu dem Schluss: „Die Volksparteien haben mit ihren Plakaten durchaus schon Wähler abgehalten, sie zu wählen.“ Zum Beispiel, wenn Inhalte der Plakate stark von der Realität abwichen – und von den aktuellen Medienberichten zur Lage und zur Partei. In Podschuweits Untersuchung spielte etwa der Irak-Krieg eine große Rolle. Da konnten die Parteien mitunter nicht ganz halten, was ihre Poster versprachen.

Wer wird Oberbürgermeister in Frankfurt?

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Was empfiehlt also die Forscherin? „Die Bewerber sind gut beraten, möglichst mit Themen für sich zu werben, bei denen die Wähler ihnen die größte Kompetenz zutrauen.“ Und wie ist es mit Motiven, die die Familien der Kandidaten einbinden? Geht so. „Bei Tests vor Studenten ist so etwas nicht besonders gut angekommen.“ Ganz anders als in den USA: „Da ist das gang und gäbe.“ Interessant, sagt die Mainzerin, wäre auch einmal der Versuch, als einzige große Partei vor einer Wahl gar nicht zu plakatieren. Ob das große Auswirkungen aufs Wahlverhalten hätte? Noch kann man nur mutmaßen – bisher hat es noch keine gewagt.

Autor:  Thomas Stillbauer
Datum:  31 | 1 | 2012
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