OB-Bewerber Oliver Maria Schmitt setzt sich für ein nichtraucherfreies Frankfurt ein.
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OB-Bewerber Oliver Maria Schmitt setzt sich für ein nichtraucherfreies Frankfurt ein.
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Seit dem Wochenende dürfen die OB-Bewerber an die Wand kleben, was das Zeug hält: Während sich Rhein gefühlig auf den Plakaten gibt, entwickelt Feldmann Sinn fürs Praktische und Schmitt posiert mit mehreren Rauchwaren. Doch bringen Wahlplakate eigentlich überhaupt was?
Wer Oberbürgermeister werden soll in Frankfurt, respektive Oberbürgermeisterin, das steht bereits fest – zumindest für jene Frühwähler, die am Montag ihr Kreuzchen gemacht haben. Wie bitte? Am Montag schon Kreuzchen gemacht? Ja, das geht: Im Bürgeramt auf der Zeil und im Höchster Bolongaropalast ist die Wahl eröffnet. „Zwölf Leute haben heute schon ihre Stimme abgegeben“, sagt Hans-Joachim Grochocki vom Wahlamt am Montag um 14 Uhr. Interessant – und wen wählen die Leute so? „Jahaha!“, lacht Grochocki. Man wird ja wohl noch fragen dürfen.
Sonntag war der offizielle Stichtag fürs Wählerverzeichnis – der ist immer am 42. Tag vor der Wahl. Also darf seit Montag gewählt werden, und die schriftlichen Wahlbenachrichtigungen gehen auf ihren bürokratischen Weg. Am Freitag werden sie die Post erreichen, nächste Woche, Dienstag oder Mittwoch, bei den Wählern ankommen – „und dann rechnen wir hier mit regem Publikumsverkehr“, sagt Grochocki. Dann geht auch die Briefwahl los.
Wahlplakate der OB-Bewerber im FR-Check
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Wahlplakate der OB-Bewerber im FR-Check
Der Weiche:
So viel Weichzeichner war nicht mehr, seit David Hamilton 1980 „Zärtliche Cousinen“ verfilmte. Leider macht es die Wischiwaschi-Optik unmöglich, den Titel des Buches, aus dem Vater Rhein vorliest, zu entziffern. Vielleicht „Hell’s Angels“ von Hunter S. Thompson? Gutes Buch, aber für Kinder ungeeignet. Und für Boris Rhein auch. Dann vielleicht doch eher eine Druckfahne von „Petra Roth – Die Biografie“. Aber warum ist der Bub’ dabei weggeratzt?
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Der Hohe:
Hinter Peter Feldmann, dem Bewerber mit der SPD im Rücken, verblasst die Stadt, deren höchste Häuser er mühelos überragt. Der legere Auftritt im Anzug korrespondiert mit dem Verzicht auf einen Langbinder – auffällig, dass nur zwei der Männer auf dieser Seite eine Krawatte tragen, und der eine will nicht mal OB werden. Feldmann hingegen, das drückt seine Haltung aus, will. Wenn die Wähler ihn lassen, nimmt er auch die Hände aus den Taschen.
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Direkt Flug:
Ursula Fechter lässt sich nicht auf ein Thema reduzieren, das drückt ihre Haltung, ihr Gesichtsausdruck, ihre Frisur – alles drückt das aus. Die Kandidatin aus den Reihen der Flughafenausbaugegner sagt es uns freundlich, aber auch bestimmt: dass unsere Gesundheit vorgeht (was der Herr Schmitt zu ihrer Rechten sicher auch so sieht) und dass es zu laut ist in unserem hübschen Metropölchen (ähnlich wie Frau Wissler, links, von der Linken). Irgendwas in ihrer Erscheinung lässt uns trotzdem dauernd an den Flughafen denken.
Der Schrei:
Wir sehen im Zentrum des Werkes eine Person mit weit geöffnetem Mund, an den Kopf gelegten Armen und leeren Augen. Eine Szene, grotesk verzeichnet, in Farben wiedergegeben, die nicht der äußeren Wirklichkeit entsprechen. Von der eigenen inneren Hölle ausgehend, visualisiert Edvard Munch eine desperate Seite des Fin de siècle: Angst und Apokalypse. Oder anders: Wer schreit, ist gegen Lärm. Das Motiv hat nichts von seiner Überzeugungskraft eingebüßt.
Keine Panik:
Der etwas verwirrt, aber friedlich dreinblickende Senior, der liebevoll hinter Rosemarie Heilig ins Bild retuschiert worden ist, weiß, dass mit einer OB Heilig sein mittwöchlicher Bingo-Abend auch in Zukunft gesichert ist. Allen wohl und niemand weh, so ist es seit Jahren Tradition bei den Frankfurter Grünen, und auch dieses Wahlplakat kommt mit der Verve einer Waschmittelwerbung einher. Einst Zeit waren die Grünen für originelle Plakate bekannt. Aber da trug der Senior im Hintergrund auch noch keine Krawatte.
Aller Held:
Ein Mann fliegt seinen Weg, die Sonne im Gesicht, Zuversicht im Blick – dabei will Herbert Förster von der Piratenpartei gar nicht alleiniger Superherbert sein. „Mit Herbert als Oberbürgermeister sind wir alle ein Stückchen Superheld“, verspricht er auf seiner Website wir-sind-herbert.de. Während der Slogan inhaltlich überzeugt, wirkt das Gesamtwerk überfrachtet: Viel zu lesen, wird manch potenzieller Wähler womöglich sagen. Und die Welt im Hintergrund? Kühlblau, ein Vorgriff auf die kalten Tage, die nun folgen?
Racker Rauchzart:
Als die FDP noch eine anständige Partei war, wollte sie einst das Rauchen wieder erlauben. Da hat zwar nicht geklappt, doch dafür ist heute Jörg-Uwe Hahn, „Mensch und Macher“, stellvertretender Ministerpräsident. Das hat vorher keiner geglaubt. Selbst Oliver Maria Schmitt nicht, und der glaubt viel, wenn der Tag lang ist. Jetzt glaubt Schmitt, Oberbürgermeister zu werden. Das Wahlplakat wirkt hochprofessionell. Ist es auch: mit sowas hat die „Titanic“-Redaktion ja Erfahrung.
Im Jahr 2001 gewann Petra Roth die Oberbürgermeister-Wahl mit diesem Plakat. Nun sind andere dran: Seit dem Wochenende dürfen Bewerberinnen und Bewerber ums Oberbürgermeisteramt an die Wand kleben, was das Zeug hält. Hier kommen die Plakate im FR-Check.
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Fotostrecken Frankfurt
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Start war am Wochenende zugleich für die Wahlplakate. Sie dürfen jetzt ganz offiziell aufgestellt und -gehängt werden, nicht mehr getarnt als Veranstaltungshinweise wie in den vergangenen Wochen.
Also stehen und hängen sie nun wieder allüberall – mitunter an den kuriosesten Stellen: In der Taunusanlage, direkt neben dem Occupy-Camp der Bankenkritiker, wirbt auf überdimensionalem Papier ein gewisser „Boris ein“. In der Mitte ist eine große Plakatbahn heruntergerissen und hat ein R und ein h mit sich genommen. Klarer Fall von unglücklicher Platzierung.
5000 Plakate sind allein für CDU-Kandidat Boris Rhein angekündigt, etwa ebenso viele für Peter Feldmann (SPD). Selbst Janine Wissler von der Linken will 5000-mal auf Postern für sich werben.
Plakate können auch schaden
Während sich Rhein mal mit Noch-Amtsinhaberin Petra Roth zeigt, mal gefühlig mit Söhnchen Bruno, ist Sozialdemokrat Feldmann allein unterwegs oder entwickelt Sinn fürs Praktische: Unter dem Motto „Sorglos zu Hause“ baut er mit Frau und Kind ein Regal auf. Noch mutiger treiben es eigentlich nur die sogenannten kleinen Bewerber: „Die Partei“-Kandidat Oliver Maria Schmitt stellt sich der Herausforderung mit mehreren Rauchwaren im Mund, Herbert Förster von den Piraten ist als „Superherbert“ mit blauem Umhang unterwegs und will doch nur einer von uns sein: „einer von vielen Hunderttausenden Supermännern und Superfrauen in Frankfurt“.
Und was bringen diese Plakate, Herr Grochocki? „Es ist nicht meine Aufgabe, das zu beurteilen“, sagt der Mann vom Wahlamt. „Damit werden ganze Meinungsforschungsinstitute beschäftigt.“
Nicht nur die. Wissenschaftler machen sich darüber Gedanken, was das Wahlplakat eigentlich bewirkt. Nämlich? Kommt drauf an. „Es kann sogar schaden“, sagt Nicole Podschuweit, angehende Doktorin der Publizistikwissenschaft an der Universität Mainz. Sie hat sogenannte Wirkungsdaten erhoben und kommt zu dem Schluss: „Die Volksparteien haben mit ihren Plakaten durchaus schon Wähler abgehalten, sie zu wählen.“ Zum Beispiel, wenn Inhalte der Plakate stark von der Realität abwichen – und von den aktuellen Medienberichten zur Lage und zur Partei. In Podschuweits Untersuchung spielte etwa der Irak-Krieg eine große Rolle. Da konnten die Parteien mitunter nicht ganz halten, was ihre Poster versprachen.
Wer wird Oberbürgermeister in Frankfurt?
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Wer wird Oberbürgermeister in Frankfurt?
So viel ist klar: Petra Roth bleibt nicht. Seit 1995 ist sie OB von Frankfurt.
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Die CDU schickt ihren Sonnyboy "echten Frankfurter Bub", wie er sich selbst unermüdlich nennt, ins Rennen: Innenminister Boris Rhein. Der Wunsch-Nachfolger von Petra Roth wurde von der Partei offiziell für die OB-Wahl nominiert.
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Interesse am Amt bekundet der 40-Jährige schon lange, bliebe aber chronisch vage.
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Rhein hat bewiesen, dass er ein Ministeramt bekleiden kann, die Grünen schätzen ihn als fairen Partner. Die FDP kann ihn richtig gut leiden. Der Mann vom rechten CDU-Flügel ist kein Ideologe, sondern ein politischer Realist, der ab- und zugeben kann. Rhein ist offen, hat gerne mit Menschen zu tun, auch mit solchen, die anders denken.
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Möglich, dass der jetzige hessische Innenminister sich zunächst nicht entscheiden konnte, was ihm lieber ist - das Ministeramt oder der OB-Sessel. Aber jetzt gibt's aber kein Zurück mehr, er kandidiert bei der Wahl.
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Dabei hatte die CDU durchaus Alternativen: Uwe Becker war erste, der klar und deutlich seine Bereitschaft zur OB-Kandidatur formuliert hatte. Eine Gruppe innerhalb der CDU, der eher „linke“ Kolping-Kreis, hatte sich offen für den seriösen Kämmerer Becker als idealen künftigen OB stark gemacht.
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„Der Uwe“ wird als fleißig, zuverlässig, sozial und wirtschaftlich denkend gerühmt. Er hat bewiesen, dass er die Finanzen zusammenhalten kann und er habe „guten Stil“.
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Der eine oder andere, insbesondere wenn er vom „rechten“ Wirtschaftsflügel der CDU kommt, sagt aber leicht bösartig, „der Uwe“ sei ein bisschen dröge. Soll heißen, er sei ein wenig trocken, ihm fehle Strahlkraft, Charisma. Aber egal, der Uwe darf ja nicht zur OB-Wahl antreten.
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Bei der SPD schien es lange, als käme man an Michael Paris nicht vorbei...
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Der 56-jährige gilt als supergut vernetzt in Vereinen und Gastronomie. Das kommt noch aus der Zeit in den 90er Jahren, als er Vorsitzender des Stadtverbandes der Frankfurter Vereinsringe war. Er engagiert sich seit mehr als 30 Jahren für die Belange von Kindern. Das begann als Chef des Vereins Abenteuerspielplatz Riederwald und endete als Präsident der International Play Association 2005.
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Aber: Der Sozialdemokrat gilt selbst in seiner eigenen Partei eher als politisches Leichtgewicht ohne klare Linie. Wenn die Stunde war, um politische Mehrheiten zu kämpfen, etwa um die OB-Kandidatur 2007 gegen den damaligen Sozialdezernenten Franz Frey, kniff Paris....
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Im politisch mehrheitlich linken SPD-Unterbezirk Frankfurt ist Michael Paris, der sich auch als Interessenvertreter der Wirtschaft sieht, eher ein Außenseiter.
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Und so hat sich die SPD letztendlich für einen anderen Kandidaten entschieden: Peter Feldmann...
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Der 52-jährige Diplom-Politologe ist schon lange ein engagierter Sozialpolitiker. Peter Feldmann leitete das Ausbildungszentrum im sozialen Brennpunkt Bonames/Bügel. Danach war er Chef eines Altenhilfezentrums. Er ist Vorstandsmitglied sozialer Organisationen, etwa der Werkstatt Frankfurt. Sein politisches Engagement als langjähriger Stadtverordneter und Vize-Chef der SPD-Fraktion im Römer ist untadelig. Allerdings: ...
Foto: Diana Djeddi
Sein persönliches Auftreten gilt des öfteren als Manko. Peter Feldmann wird nicht nur in der eigenen Partei vorgeworfen, dass er eitel sei und an Selbstüberschätzung leide. Als langjähriger Vorsitzender des wichtigen Haupt- und Finanzausschusses im Römer brachte er durch seine überhebliche Sitzungsleitung nicht nur Stadtverordnete, sondern auch Bürger gegen sich auf. Und bekam deshalb diese Position nicht wieder. (jg)
Foto: Diana Djeddi
Die Grünen hätten Olaf Cunitz aufbieten können: Der 43-jährige Historiker hat bei den Grünen eine bemerkenswerte Karriere hingelegt. Erst 1999 in die Partei eingetreten, war er schon 2006 Fraktionsvorsitzender im Römer.
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Im Januar 2012 soll Cunitz zum Planungsdezernenten gewählt werden. Er ist ehrgeizig und lernfähig. Cunitz hat in der kurzen Zeit seiner Arbeit im Römer an politischer Statur gewonnen. Er hätte OB-Kandidat werden können - wollte aber gar nicht.
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Markus Frank (CDU) hatte maximal Außenseiterchancen.
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Der Sport- und Sicherheitsdezernent, 42 Jahre alt, ist ein ehrgeiziger Mensch und tut so einiges für die persönliche PR. Das heißt aber keineswegs, dass er keine Grundsätze hätte. Frank möchte keine „alte“ Politik machen, will Transparenz und keine Patriarchen-Klüngelei. Er hat im wahren Leben einen Beruf gelernt und es zum Kfz-Meister und Klein-Unternehmer gebracht. Gewiss ein Grund, warum Frank stets auf Details achtet. Gegen ihn sprach:...
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..die Debatte um die Sanierung des FSV-Stadions. Der Streit zwischen Frank und Ex-FSVler Bernd Reisig ist inzwischen Legende. Die Vorrechte von Parteichef Rhein, der wie Frank vom Mittelstandsflügel kommt, schwächten Franks interne Bewerbung. Hätte sich Rhein zurückgezogen, dann hätte vielleicht Frank nach vorne treten können. (ox)
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Eher Außenseiter-Chancen hatte Volker Stein (FDP): Der einstige Sicherheitsdezernent, der vor kurzem entmachtet wurde, gilt als bodenständig.
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Volker Steins kernige Art und seine wenig diplomatischen Sprüche kamen in den vergangenen Jahren zwar nicht bei jedem gut an, sorgten aber für ein hohes Maß an Publicity, das ein OB-Kandidat braucht. Außerdem: Stein weiß die Bild-Zeitung hinter sich. Das Boulevardblatt vermisst ihn jetzt schon. Auf der anderen Seite:...
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Stein galt als Stadt-Sheriff, dem es herzlich egal ist, dass ihn viele Leute für einen Macho-Militaristen-Angeber-Schwätzer… halten. Ein OB für alle Frankfurter hätte er also kaum werden können. Und gewonnen hätte er die Wahl ohnehin nicht. Also stellt die FDP nun gar keinen Kandidaten auf. Die Frage wäre sowieso nur gewesen: Wie viele Stimmen hätte Stein dem CDU-Kandidaten wegnehmen können? Stein wäre es egal gewesen, er hält die Römer-Koalition für äußerst undankbar. (geo)
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Für die Grünen tritt Rosemarie Heilig an. Sie hat gelernt, sich durchzubeißen im Leben. Rosemarie Heilig ist eines von acht Kindern aus einer Arbeiterfamilie – große materielle Rückendeckung für eine Karriere gab es da nicht. Dass sie einmal als OB-Kandidatin für die Grünen in der fünftgrößten deutschen Stadt antreten würde, hat sich die Biologin bis vor einigen Wochen nicht träumen lassen...
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Es ist aber typisch für die Single-Frau, dass sie das Angebot ihrer Partei ohne lange Bedenkzeit annahm. Sie ist eine Macherin, die anpackt, wo es nötig ist – so war das schon, als sie beim World Wildlife Fund arbeitete und später bei der Ökobank. Es fällt der 55-Jährigen schwer zu taktieren – das war, zynisch gesprochen, schon in den 90er Jahren ein Handicap für sie in der Frankfurter Kommunalpolitik.
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Damals legte sie sich als Stadtverordnete der Grünen des Öfteren mit ihrem Parteifreund Tom Koenigs an, der ihr nicht radikal genug erschien.
Das Ziel der heutigen Projektmanagerin für den Neubau des Krankenhauses Höchst ist es in jedem Fall, bei der OB-Wahl den zweiten Wahlgang am 25. März zu erreichen. Ihr größtes Handicap: Seitdem die neue Landebahn des Rhein-Main-Flughafens eröffnet wurde, leiden mehr Menschen als je zuvor unter massivem Lärm und Umweltbelastung.
Foto: Alex Kraus
Den Grünen wird vorgeworfen, dass sie in der Römer-Koalition mit der CDU seit 2006 den Ausbau stillschweigend hingenommen hätten. (jg.)
Foto: Monika Müller
Die Linke schickt Janine Wissler (30) ins Rennen um das OB-Amt. Sie ist eine junge Durchstarterin. Die 30-Jährige ist im Bundes- und Landesvorstand, führt in einer Doppelspitze die Landtags-Fraktion an. In diesem Jahr wählten die Frankfurter Linken Wissler, die Mitglied im trotzkistischen Netzwerk „Marx 21“ ist, nach einigem internen Streit über Stil und Richtung zu ihrer Vorsitzenden. Der Kreistag nominierte Wissler mit 93,3 Prozent der Stimmen zur OB-Kandidatin.
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Nach außen ist jetzt Ruh’. Das scheint nur so, sagt Wissler: „Wir sind schon voll in der Vorbereitung für den Wahlkampf.“ Die Themen, die lägen ja auf der Hand: „Bezahlbarer Wohnraum, Fluglärm, soziale Gerechtigkeit, Kampf gegen die Nazis“. Als Landtagsabgeordnete, die täglich zwischen Bockenheim und Wiesbaden pendele, habe sie jede Menge anzuprangern. Zum Beispiel, wie schwer Schwarz-Gelb im Land Frankfurt schädige – mit dem Streichen der Stellplatzablöse, mit dem Einbehalten der Grunderwerbssteuer...
Foto: Andreas Arnold
...Und Boris Rhein (CDU) sei als Mitglied der Landesregierung „verantwortlich“ für den Schaden. Das würden die Linken den Frankfurtern ganz deutlich mitteilen. (ox.)
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Gegenwärtig hat der Pirat Hochkonjunktur. Herbert Förster, 45 Jahre alt, ist Tee-Sommelier, hat mit seiner Frau in der Fressgass ein Tee-Geschäft, das ihn in der Vorweihnachtszeit von „8 bis 8 Uhr“ fordert. Aktuell ist der OB-Kandidat der Piraten also damit beschäftigt, Kunden die angemessene Zubereitung oder die Herkunft verschiedener Teesorten nahezubringen....
Foto: Piratenpartei Frankfurt
...Im Januar dann will sich Förster „mit aller Kraft und guten Ideen“ in den Wahlkampf werfen. Das Budget ist mit 2000 Euro nicht gerade üppig, die allgemeine Begeisterung dämpfe dies aber keineswegs. „Wir freuen uns sehr auf den Wahlkampf“, sagt Förster. Das liegt auch am Rückenwind seit der für die Piraten so erfolgreichen Berlin-Wahl...
Foto: Andreas Arnold
Transparenz der Verwaltung, Bürgerbeteiligung und Schutz der Bürgerrechte nennt Förster als Wahlkampfthemen. Gegen Videoüberwachung im öffentlichen Raum stemmten sich die Piraten kompromisslos. Das ganz große Piraten-Thema ist bekanntlich die große Freiheit im Internet. Im OB-Wahlkampf wird das Netz als Kommunikationsmittel aber nur an zweiter Stelle stehen. Förster sagt, dass die Piraten massenhaft „auf die Straße gehen werden“ , um dort von Mensch zu Mensch die Frankfurter zu treffen. (ox.)
Für die Flughafenausbaugegner tritt Ursula Fechter an, um Petra Roth zu beerben...
Foto: Michael Schick
... Carl Maria Schulte, Harald Frenzel und Jean-Jules Tatchouop kämpfen parteilos um den Einzug ins Oberbürgermeister-Zimmer.
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Und last but not least: Ex TITANIC-Chefredakteur Oliver Maria Schmitt, der für die Satirepartei "Die PARTEI" kandidiert. In seinen 9,5 Thesen verlegt Schmitt das Bankenviertel unter die Erde ("freie Sicht bis zum Hauptbahnhof!"), den Flughafen auf den Feldberg (""Flieger müssen nicht mehr so tief runter") und das Holzhausenviertel ins Gallus (Stichwort Zwangsintegration). In Reykjavik hat es der Komiker Jón Gnarr von der Spaßpartei auf den Rathaus-Chefsessel geschafft - wir sagen: Warum nicht auch hier?
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Wer bestimmt März an die Geschicke von Frankfurt als Oberbürgermeister? Die FR offenbart schonungslos Schwächen und Stärken der Kandidaten - die Verlierer vergessen wir allerdings auch nicht.
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Was empfiehlt also die Forscherin? „Die Bewerber sind gut beraten, möglichst mit Themen für sich zu werben, bei denen die Wähler ihnen die größte Kompetenz zutrauen.“ Und wie ist es mit Motiven, die die Familien der Kandidaten einbinden? Geht so. „Bei Tests vor Studenten ist so etwas nicht besonders gut angekommen.“ Ganz anders als in den USA: „Da ist das gang und gäbe.“ Interessant, sagt die Mainzerin, wäre auch einmal der Versuch, als einzige große Partei vor einer Wahl gar nicht zu plakatieren. Ob das große Auswirkungen aufs Wahlverhalten hätte? Noch kann man nur mutmaßen – bisher hat es noch keine gewagt.