OFC - Kickers Offenbach
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17. November 2012

Kickers Offenbach - Wiesbaden: Kampf um die Kundschaft

 Von Sebastian Rieth
Auf der Suche: Der SV Wehen Wiesbaden beklagt einen Zuschauerrückgang (Archivbild). Foto: dpa

Der SV Wehen Wiesbaden beklagt vor dem Derby ein Problem, das die Offenbacher Kickers nur bedingt kennen. Der OFC will das Spiel in der Landeshauptstadt zum Heimspiel machen.

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Eigentlich könnte man den Offenbacher Kickers getrost ein 20. Heimspiel in ihren Kalender eintragen. Wenn der Drittligist nämlich heute (14 Uhr) zum Hessenderby beim SV Wehen Wiesbaden antritt, dann fühlt sich die Mannschaft von Trainer Arie van Lent beinahe wie zu Hause, dann werden die 2000 mitgereisten Fans so viel Lärm machen, dass man nur schwer einen Unterschied zur Stimmung auf dem Bieberer Berg erkennen kann.

„Diese Fans sind einmalig. So etwas findet man im deutschen Fußball nur sehr selten“, lobt Sead Mehic ein bisschen überschwänglich. Aber gerade er muss es ja wissen. Fünf Jahre lang spielte der OFC-Kapitän beim Gegner, der damals noch auf dem Halberg kickte und mit der Landeshauptstadt gar nicht so viel zu tun hatte. Mehic kennt die Strukturen.

Neue Stadion hilft nur bedingt

In Offenbach der seit geraumer Zeit den eigenen Ansprüchen hinterher hinkende Traditionsklub, in Wiesbaden ein vor einigen Jahren aufgepäppelter Dorfverein, der in der großen Stadt noch seine Orientierung sucht. „Das kann man eigentlich nicht vergleichen“, sagt Mehic.

Zuschauer Dritte Liga

Schnitt in der laufenden Saison
1. Alemannia Aachen 13803

2. VfL Osnabrück 10625

3. Hansa Rostock 10188

...

9. Kickers Offenbach 7022

10. Darmstadt 98 6075

...

16. SV Wehen Wiesbaden 3207

...

19. SpVgg Unterhaching 2467

20. Borussia Dortmund 2360

Die Zuschauerzahlen zeigen das. Wehen Wiesbaden beklagt so wenig Kundschaft wie seit dem Verlassen des Halbergs 2007 noch nie. Zum Derby werden an der Berliner Straße immerhin mehr als 6000 Besucher erwartet. „Deswegen ist das ein ganz besonderes Spiel für uns“, sagt Wolfgang Gräf. Dass sein Klub derzeit nur wenige Fans anlockt, passt dem Geschäftsführer natürlich nicht.

Doch machen die Zuschauereinnahmen knapp zehn Prozent des Gesamtetats aus. Obwohl man den kalkulierten Schnitt von 4000 Besuchern nicht erreichen wird, gebe es keine Finanzierungslücke. Das könne man mit Mehreinnahmen aus dem VIP-Bereich auffangen. „Es hilft uns kein Jammern“, sagt Gräf. „Die sportlichen Erfolge müssen her.“

Dann kämen die Zuschauer schon ganz von alleine. Wenn man in 17 Partien zwölfmal unentschieden spielt und auf dem 14. Tabellenplatz steht, dann ist das nun einmal wenig attraktiv. Dennoch habe man Maßnahmen in Schulen und Vereinen gestartet, um den Klub tiefer in der Stadt zu verwurzeln.

Angesichts der Zahlen des Lokalrivalen könnte man sich in Offenbach entspannt zurücklehnen. Schließlich spült alleine die Tradition einen verlässlichen Stamm an Anhängern auf den Bieberer Berg. Aber ganz so einfach ist es dann auch wieder nicht. „Die Fans können nicht immer nur vom Aufstieg reden. Dann müssen sie auch aus ihrer Tür raus und uns unterstützen“, hatte van Lent jüngst gemeckert, als beim 0:0 gegen Chemnitz nur 5800 Zuschauer den Weg auf Biebers Höhen fanden.

Laut Präsident Frank Ruhl sei das Zögern immer noch mit der katastrophalen Rückrunde vor fast zwei Jahren verbunden. Das habe viel Vertrauen gekostet, welches man nur mit guten Ergebnissen zurückholen könne.

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Das neue Stadion sei da zweitrangig, wenn der Erfolg stimmt, „dann setzen die sich auch auf eine Holzbank“.

Hoffnung auf friedliche Atmosphäre

Allerdings haben auch die Kickers einige Problemfans. Beim Derby in Darmstadt wurde Pyrotechnik gezündet. Die Geldstrafe hätte man sich gerne gespart. „Das ist eine finanzielle Überforderung. Wir sind Fans mit Leib und Seele und haben das OFC-Virus inhaliert“, weiß Vizepräsidentin Barbara Klein, „aber alle sollten einsichtig sein.“

Dann stünde einem friedlichen Heimspiel in Wiesbaden nichts im Weg.

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