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OFC - Kickers Offenbach
Spielberichte und Interviews zum OFC, News und Hintergründe zu Kickers Offenbach

01. Juli 2015

Kickers Offenbach: Chaostage bei den Kickers

 Von 
Bleibt doch im Amt: OFC-Geschäftsführer David Fischer.  Foto: Jan Huebner

Wer sagt die Wahrheit, wer lügt? Der Graben zwischen Verein und GmbH ist in Offenbach tiefer denn je. Bei den Kickers regiert dieser Tage das Chaos.

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Wer dieser Tage den schwierigen Versuch unternimmt, am Bieberer Berg ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen, der fühlt sich zwangsläufig an die Arbeit eines Detektivs erinnert. So viele Behauptungen stehen im Raum, so viele schwere Vorwürfe, dass es schier unmöglich scheint, die Wahrheit zu ergründen. Man müsste schon private E-Mails lesen und Telefonate mithören, um sicher sagen zu können, wer denn nun lügt und wer nicht. Nur eins ist sicher: Einen Gefallen hat sich das Präsidium der Offenbacher Kickers mit seinem gescheiterten Versuch, Geschäftsführer David Fischer abzulösen und dem anschließenden Rundumschlag gegen Stadt, Sponsoren, Insolvenzverwalter nicht getan.

Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) findet die ganze Diskussion „sehr bedauerlich“. Der 63-Jährige schnaufte tief durch, als er von der Behauptung des Kickers-Präsidiums erfuhr, er, Ex-Präsident Frank Ruhl und Spielerberater Bernd Reisig würden eine Art Triumvirat des Grauens bilden, das den OFC am Wickel habe. „Ich kann doch nicht drohen, Geld zu entziehen, ich zahle ja gar keins“, sagte Schneider gestern der FR.

Sehr wohl tun das aber die beiden Hauptsponsoren, die Energieversorgung Offenbach und die Sparda Bank Hessen, zu denen Schneider einen guten Draht hat. Der SPD-Politiker sprach jedoch von „Verschwörungstheorien“ und einem Präsidium, das „nicht auf Realitätsebene“ agiere. Den Vorwurf, er habe mit einer Erhöhung der Stadionmiete gedroht, konterte Schneider mit einer ordentlichen Portion Häme: „Ich habe eher Angst, dass unsere Mietforderungen nicht erfüllt werden, wenn das Präsidium die GmbH an die Wand fährt.“

Nachtreten auf persönlicher Ebene

Es mag schon stimmen, dass Ruhl noch zu den Mächtigen rund um den Bieberer Berg gehört, schuldet der Verein ihm doch noch eine gehörige Menge Geld. Und sicher hat auch Schneider immer wieder mal ein Wörtchen mitzureden. Aber Reisig mit in die Diskussion zu ziehen, mutet schon ein wenig skurril an, vor allem da momentan mit Maik Vetter nur ein einziger seiner Klienten bei den Profis des OFC unter Vertrag steht. Und der Angriff von Aufsichtsratsmitglied Jürgen Leschke gegen Insolvenzverwalter Andreas Kleinschmidt („Er hat sich in eine Öffentlichkeit begeben, über die ich nur den Kopf schütteln kann“) war einfach nur peinlich. Das hat rein gar nichts mit dem guten Job zu tun, den der Insolvenzverwalter am Bieberer Berg gemacht hat, sondern ist nichts anderes als ein Nachtreten auf persönlicher Ebene.

Und Fischer? Sollten die Vorwürfe des Präsidiums stimmen, dass der Geschäftsführer mit der Lizenzierung für die Dritte Liga und die Regionalliga überfordert gewesen sei, wäre das natürlich starker Tobak. Fischer entgegnet jedoch, es sei „alles fristgerecht“ abgelaufen und verweist auf eine Pressemitteilung anlässlich der Lizenzierung zur Dritten Liga, in der Präsident Claus-Arwed Lauprecht die Zusammenarbeit mit der GmbH noch ausdrücklich gelobt hatte. Trotz allem will Fischer weitermachen. Man müsse nun alle Befindlichkeiten beiseite schieben und versuchen, „das Ding gemeinsam zu wuppen“. Das ist jedoch leichter gesagt, als getan. Der Graben zwischen Verein und GmbH ist tiefer denn je. Von der Abstimmung im Aufsichtsrat über seine Person hat Fischer durch die Presse erfahren. „Mit mir hat keiner gesprochen.“

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Die Frage, die sich aufdrängt: Muss man jemanden, der drei Jahre lang einen relativ anständigen Job gemacht hat und eventuell ein, zwei Wochen überfordert war, gleich vor die Tür setzen? Wahrscheinlich nicht. Und wenn Oberbürgermeister, Sponsoren, Ex-Präsident und ein einflussreicher Spielerberater sich derart für Fischer einsetzen, dass sie – wenn es denn stimmt – dem Präsidium gar drohen, dann kann Fischer ja auch so ein schlechter Geschäftsführer nicht sein.

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