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OFC - Kickers Offenbach
Spielberichte und Interviews zum OFC, News und Hintergründe zu Kickers Offenbach

25. November 2015

Kickers Offenbach: Ein Wahlerfolg wie im Bilderbuch

 Von Manuel Schubert
Emotionslos, aber überzeugend: Helmut Spahn.  Foto: pressehaus

Helmut Spahn ist neuer Präsident von Kickers Offenbach. Eine Lösung für finanzielle Probleme beim Regionalligisten ist in Sicht.

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Klar, ein gemeinsames Bier haben sich Helmut Spahn und seine Mitstreiter am Montagabend noch gegönnt. Aber viel Zeit zum Feiern blieb nicht, es war ja schon spät. „Mit Triumph“, so Spahn, habe das „eh nichts zu tun“. Um 2.30 Uhr lag der frisch gebackene Präsident der Offenbacher Kickers dann im Bett, um 9.30 Uhr stand schon der erste Termin in neuer Rolle im Kalender: Bei einem gemeinsamen Kaffee lernte das neue Präsidium den OFC-Trainer Rico Schmitt und Geschäftsführer David Fischer besser kennen. Als Präsident schlafe es sich aber „sehr gut“, berichtete Spahn. „Tief und fest“.

Rückblick: Helmut Spahn verzog keine Mine, als um 23.35 Uhr unzählige blaue Abstimmungskärtchen in die Höhe schnellten. Strammen Schrittes lief er unter stehenden Ovationen hinüber zum Podium. „Danke für Ihr Vertrauen“, kommentierte er knapp. Es war ein Wahlerfolg wie im Bilderbuch: Mit nur 23 Gegenstimmen kürten ihn die OFC-Mitglieder zum neuen Präsidenten, auch sein Präsidium wurde en bloc durchgewunken, wenngleich mit 51 Gegenstimmen. So emotionslos Spahn versprochen hatte, zukünftige Entscheidungen zu treffen („Da bin ich noch ganz Polizist“), so nahm er auch den ungefährdeten Wahlsieg hin.

Es war ein langer Abend in der Sporthalle des Kultur- und Sportzentrums Martinsee in Heusenstamm, bei dem pathetische Worte, große Gesten, aber auch ein paar Sticheleien nicht fehlen durften. 468 stimmberechtigte Mitglieder waren zum Beginn um 19 Uhr am Eingang gezählt worden, darunter OFC-Legende Hermann Nuber, Oberbürgermeister Horst Schneider oder Trainer Schmitt.

Den stärksten Applaus spendeten sie – neben ihrem frisch gebackenen Präsidenten – dem scheidenden Vizepräsidenten Thomas Delhougne. Denn der Mann, der sich in den vergangenen zwei Jahren um die Verhandlungen mit den Gläubigern gekümmert hatte, gab bekannt, auf seine Forderungen gegenüber des Vereins in Höhe von 112 000 Euro zu verzichten. Frenetischer Beifall. Die beste Nachricht kam allerdings noch: Ein Ende in der Problematik der gut vier Millionen Euro Restschulden zeichnet sich endlich ab. Die waren im Zuge der Insolvenz von der GmbH auf den Verein übertragen worden – nun sollen sie zurückwandern. Mit Ticket- und Merchandiseverkäufen können die Profis deutlich mehr Umsatz machen, als der eingetragene Verein. Neben ihm hätten fünf Gläubiger der Übertragung zugestimmt, so Delhougne. Nur eine Zusage stehe noch aus.

Ruhl gibt Delhougne die Hand

Von wem, das konnten sich alle im Saall denken: Ex-Präsident Frank Ruhl, der etwas weiter hinten im Saal saß und den ganzen Abend über eifrig Notizen machte. Eine Einigung werde kommen, gab sich Delhougne zuversichtlich. „Es wird keinen anderen Weg geben können.“ Und dann, siehe da: Als Delhougne fertig war mit seinem Jahresbericht, schritt Ruhl nach vorne – und reichte ihm demonstrativ die Hand.

Weniger harmonisch verabschiedete sich Delhougne von Fischer. Zwischen Januar und März 2013 seien ihm Rechnungen an einen Wirtschaftsprüfer aufgefallen, 322 000 Euro habe der Spaß gekostet. Seine Botschaft zwischen den Zeilen war klar: Wegen solcher Ausgaben musste im Juni des selben Jahren Insolvenz angemeldet werden. „Die GmbH ist für mich ein rotes Tuch“, lauteten Delhougnes unbequeme letzte Worte.

Fischer sagte am Dienstag der FR, dass dies Kosten seien, „die sehr groß scheinen“. Man habe jedoch damals dringend professionelle Unterstützung im Bereich Buchhaltung gebraucht. Ohne die externe Hilfe hätte man die Bürgschaft des Landes Hessen über zwei Millionen Euro nicht bekommen. Von Angriffen des nun ebenfalls nicht mehr im Amt weilenden Präsidenten Claus-Arwed Lauprecht, der Fischer im Juli hatte entlassen wollen, wurde der Geschäftsführer hingegen verschont.

Lauprecht verkündete in seiner mit geringem Beifall bedachten Rede, die Zusammenarbeit mit der GmbH sei „deutlich enger und vertrauensvoller“ gewesen, als sie nach außen dargestellt worden sei, woraufhin ein Raunen durch die Menge ging. Weiterhin, fuhr Lauprecht fort, gebe es jedoch „unterschiedliche Lager, die es mit nicht geglückt ist, zu vereinen.“ Und klang dabei, als könne er überhaupt nichts dafür.

Im Juli habe es eine Aussprache mit Lauprecht gegeben, erzählte Fischer, mehr wolle er zu der Angelegenheit nicht sagen. „Wir schauen jetzt nach vorne.“ Beste Freunde werden die zwei trotzdem nicht mehr. Man darf gespannt sein, wie die Zusammenarbeit mit Spahn läuft. Den erlebte Fischer bislang als „eloquenten, geradlinigen Präsidenten“.

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