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OFC - Kickers Offenbach
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14. Dezember 2012

Kickers Offenbach: Kein Düsseldorf-Denkverbot

 Von Sebastian Rieth
Wurde bei den Offenbacher Kickers schmerzlich vermisst, jetzt kehrt er zurück: Stürmer André Hahn. Foto: IMAGO

Den Pokal im Sinn, den Alltag vor der Brust: Kickers Offenbach steht vor richtungsweisenden Tagen.

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Den Pokal im Sinn, den Alltag vor der Brust: Kickers Offenbach steht vor richtungsweisenden Tagen.

Auf dem Bieberer Berg herrscht tiefster Winter, fast alles ist weiß, der Schnee hat die Anhöhe in Offenbach längst eingenommen. Nur drinnen im Stadion, wo die Kickers am Samstag (14 Uhr) gegen den VfL Osnabrück um Drittliga-Punkte kämpfen, leuchtet ein sattes Grün. „So ist der Rasen optimal“, sagt Platzwart Wolfgang Böttge und streicht mit seinem Fuß über die Grashalme.

Seit nunmehr einer Woche lässt er die Rasenheizung auf Hochtouren laufen, bessert hier und da die kahlen Stellen nach. Während andernorts die Begegnungen abgesagt werden, rollt in Offenbach der Ball – am Samstag gegen Osnabrück, aber auch dienstags im DFB-Pokalachtelfinale gegen Fortuna Düsseldorf. „Dann“, vermutet Böttge, „könnte es ein bisschen wild aussehen.“ Tauwetter ist angekündigt, der Rasen dürfte rutschig sein. Während der Platzwart schon von Berufswegen den Blick auf den Pokalabend richten muss, sollen sich die Spieler zunächst auf ihre Aufgabe im Ligaalltag konzentrieren. Ein „Düsseldorf-Denkverbot“ gebe es freilich nicht, sagt Trainer Arie van Lent, schließlich habe man sich diesen Moment im Laufe der Saison erarbeitet. „Aber es sollten alle professionell genug sein und wissen, dass wir vorher etwas anderes erledigen müssen.“

Run aufs Pokalspiel

Ein neuer Zuschauerrekord kündigt sich im neuen Stadion am Bieberer Berg für das DFB-Pokalspiel am 18. Dezember (20.30 Uhr) der Offenbacher Kickers gegen Fortuna Düsseldorf an. Bereits jetzt sind 16000 Karten verkauft, davon gehen allein 4500 - für die gesamte Westtribüne - nach Düsseldorf. Im Fanshop gibt es nur 1500 Restkarten. Das Fassungsvermögen für das Achtelfinale beträgt 19300 Plätze.

Und das ist gar nicht mal so einfach. Der Gegner aus Osnabrück steht an der Tabellenspitze, ist im Gegensatz zu den seit drei Partien punktlosen Kickers richtig gut drauf, hat die beste Defensive der Liga und längst Kurs auf Liga zwei genommen. Van Lent spürt zwar den zunehmenden Druck im Umfeld und fordert selbst von seiner Mannschaft, die jüngsten Negativerlebnisse „wettzumachen“, er sagt aber auch: „Wir sollten trotzdem Spaß am Spiel haben.“

Dazu könnte erstmals seit sechs Wochen auch André Hahn beitragen. Der schmerzlich vermisste Flügelspieler ist nach seiner Kreuzbandzerrung wieder in das Training eingestiegen und gilt als großer Hoffnungsträger, dem starr gewordenen Offensivspiel neues Leben einzuhauchen. „Er könnte spielen“, berichtet van Lent, „wenn er denn möchte und der Trainer ihn aufstellt.“ Das werde sich der 42-Jährige noch einmal überlegen. Bei Sead Mehic, dem zuletzt zu den Reservisten verbannten Kapitän, ist die Sachlage klar. Er wird auf der Doppel-Sechs auflaufen, Marc Stein dafür wieder verteidigen.

Trainingslager gestrichen

Dass die Kickers am vergangenen Wochenende witterungsbedingt nicht spielten, könne ein Vorteil sein. „Die Jungs haben neue Kräfte gesammelt“, macht van Lent Hoffnung. So unterschiedlich die sportliche Entwicklung beider Klubs verläuft, so ähnlich ist die finanzielle. Sowohl in Offenbach, als auch bei den Gästen aus Niedersachsen drückt an allen Ecken und Enden der Schuh. Immerhin bewahrte die Stadt Osnabrück den Klub in dieser Woche mit einer Bürgschaft vor dem Kollaps. Bei den Kickers ist es ebenfalls prekär, nun hat man das eigentlich fest zugesicherte Winter-Trainingslager in der Türkei gestrichen. Van Lent ist darüber natürlich nicht erfreut, intern hat er seine Verärgerung deutlich zum Ausdruck gebracht.

Anscheinend will man das vom Senatorenklub zugesicherte Geld in der aktuellen Lage dafür nicht ausgeben – schließlich dümpeln die Kickers aussichtslos im Niemandsland der dritten Liga. Die Finanziers hielten ihr Pulver trocken, berichtet Präsident Frank Ruhl. Statt die optimalen Bedingungen im Süden zu nutzen, reist die Mannschaft im Januar für einige Tage ins Erzgebirge. Da hätte man wohl auch gleich in Offenbach bleiben können. Platzwart Böttge weiß schließlich, wie die Rasenheizung funktioniert.

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