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OFC - Kickers Offenbach
Spielberichte und Interviews zum OFC, News und Hintergründe zu Kickers Offenbach

03. Dezember 2012

Kickers Offenbach: Note mangelhaft

 Von Sebastian Rieth
Torwart Robert Wulnikowski ist bedient. Foto: imago sportfotodienst

Kickers Offenbach zeigt gegen Halle eine erschreckend schwache Leistung und verliert erneut.

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Mit dem Schlusspfiff war es auf dem Bieberer Berg noch längst nicht getan. Wer glaubte, er sei endlich von diesem elendig schlechten Drittligaspiel erlöst, wer dachte, dass es schlimmer nicht mehr kommen könnte, der hatte noch nicht die abenteuerlichen Erklärungsversuche der Spieler gehört. Während draußen die Fans pfiffen und schimpften, waren die Profis der Offenbacher Kickers im Bauch des Stadions nach der 0:1 (0:0)-Heimpleite gegen den Halleschen FC um keine Ausrede und keinen Widerspruch verlegen.
„Schreibt euch doch was“, blaffte Julius Reinhardt in Richtung der Journalisten. „Wenn wir in der 88. Minute das Ding machen, fragt keiner mehr danach.“ Das griff zu kurz. Zwar wäre dem eingewechselten Marcel Mosch tatsächlich per Kopf beinahe der vermeintliche Siegtreffer gelungen, und auch Fabian Bäckers Versuch landete kurz vor der Pause nur an der Latte – an der mangelhaften Darbietung des Teams hätte das aber nichts geändert.
Es fehlte so ziemlich an allem. Nur selten wurden die Bälle dem Mitspieler sauber in den Fuß gespielt, ein Stockfehler jagte den nächsten, Lauf- und Passwege stimmten nicht, vom letzten Zug in die gegnerische Gefahrenzone ganz zu schweigen. Umso erstaunlicher sind die Ausführungen von Robert Wulnikowski. Der Keeper hatte ein Spiel auf ein Tor gesehen, das durch den Konter des Hallensers Dennis Mast (90.) unglücklich auf den Kopf gestellt worden sei. Da war wohl jemand auf einem anderen Fußballplatz unterwegs, das war gnadenlos schöngeredet.
„Ich bin absolut sprachlos und deprimiert“, sagte Nicolas Feldhahn. Angesprochen auf eine eventuelle Verunsicherung der Mannschaft, die nicht nur den Auftakt der Rückrunde verpatzte, sondern nun schon zum dritten Mal hintereinander verlor, stapfte er wutschnaubend in die Kabine. Sein Kollege Markus Husterer gab die Antwort: „Das einzige, was uns verunsichert hat, war der schlechte Platz.“ Der Rasen musste als Ausrede herhalten.

„Teilweise gar kein Fußball“

Im Gegensatz zu dem Auftritt der meisten Spieler fiel die Analyse ihres Trainers wohltuend ehrlich aus. „Meine Mannschaft ist total verunsichert“, widersprach Arie van Lent, der Kapitän Sead Mehic 90 Minuten lang auf der Bank beließ, und legte ordentlich nach: „Was wir hier spielen, ist teilweise gar kein Fußball. Das ist erschreckend. Der Zuschauer würde sagen: ,Da hat Not gegen Elend gespielt’.“ Damit hätte er recht gehabt. Denn warum die ebenfalls bis ins Mark verunsicherte Reisetruppe aus Halle drei Punkte mitnahm, wusste sie selbst nicht. Die Kickers hatten kräftig mitgeholfen. „Wir stellen uns teilweise so blöd an, dass ich mir versuche, die Haare, die ich gar nicht mehr habe, auch noch mit der Wurzel aus dem Kopf zu reißen“, zürnte van Lent. Dann musste er sich ein wenig bremsen, nahm die Schärfe aus seinen Worten und verbot sich selbst den Mund. „Das darf man hier eigentlich gar nicht alles sagen.“
Der 42-Jährige ist auch deshalb so sauer, weil man sich eigentlich auf dem richtigen Weg wähnte. Doch statt Tuchfühlung zu den Aufstiegsplätzen droht vor den letzten beiden Partien des Jahres gegen Stuttgart II und Osnabrück der Absturz ins Souterrain der Tabelle. Zusammen mit der prekären finanziellen Lage und den Streitigkeiten um Präsident Frank Ruhl geben die Kickers kein gutes Bild ab. Immerhin stellte sich Ruhl hinter seinen Trainer: „Wir geben ihm die Sicherheit, dass er weiter in Ruhe arbeiten kann.“ Wie viel das wert ist, wird man sehen. Mit der Ruhe ist das in Offenbach nämlich so eine Sache.

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