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OFC - Kickers Offenbach
Spielberichte und Interviews zum OFC, News und Hintergründe zu Kickers Offenbach

17. Januar 2013

OFC: „Endlich Ruhe eingekehrt“

Humoriger Holländer: Arie van Lent, Trainer von Kickers Offenbach.  Foto: Hübner

OFC-Trainer Arie van Lent steht unter Druck. Im Interview spricht er über die drohende Entlassung, widrige Bedingungen bei den Kickers und die Chancen im DFB-Pokal.

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OFC besiegt FCK

Für eine Überraschung haben die Kickers gestern gesorgt und im Testspiel den Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern mit 3:1 (0:0) besiegt. Mathias Fetsch (57.) und Fabian Bäcker (66.) brachten den Außenseiter in Führung, ehe Mo Idrissou per Elfmeter der Anschluss gelang (75.). „Wir haben uns gut bewegt, aber das Ergebnis ist eigentlich zweitrangig“, sagte Sportkoordinator Ramon Berndroth nach dem Treffer von Marcel Avdic zum 3:1 (81.). Mit dabei war auch Testspieler Theo Vogelsang (Enschede II), der Finne Pekka Sihvola ist hingegen schon wieder abgereist und wird nicht verpflichtet. (ser.)

Wer als Trainer bei Kickers Offenbach arbeitet, braucht ein dickes Fell. Arie van Lent weiß das nur zu gut. Seit etwas mehr als anderthalb Jahren hat der 42-Jährige das sportliche Sagen auf dem Bieberer Berg, den hohen Ansprüchen des Umfeldes konnte der humorige Holländer aber nie vollauf gerecht werden. Weil die Leistungen der Mannschaft zu inkonstant waren, reichte es in seiner ersten Saison nur zum siebten Tabellenrang in der dritten Liga. In dieser Spielzeit stand van Lent schon kurz vor der Entlassung. Der Ex-Bundesliga-Stürmer (27 Tore in 120 Spielen für Borussia Mönchengladbach, Werder Bremen und Eintracht Frankfurt) lässt sich davon aber nicht beirren.

Herr van Lent, Sie sind mit Ihrer Mannschaft nun schon seit zwei Wochen wieder im Training − trotzdem ist es noch ziemlich ruhig in Offenbach. Verwundert Sie das?

Im Moment ist auch nicht viel zu erleben, wir machen eine ganz normale Vorbereitung. Aber natürlich ist es schön, dass endlich Ruhe eingekehrt ist. Gott sei Dank.

Das war nicht immer so. Vor der Winterpause sollte erst Ihr Vertrag verlängert und Sie dann sogar entlassen werden – beides ist nicht eingetreten. Wie beurteilen Sie mit ein wenig Abstand diese Zeit?

Das war schon kurios, weil ich so etwas noch nicht erlebt habe. Aber wir konnten die Situation beruhigen und haben danach eigentlich nicht mehr viele Worte darüber verloren. Wir müssen uns in Offenbach wieder mehr auf das Wesentliche konzentrieren. Und das ist der Fußball.

Hat der Sieg im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen Düsseldorf Ihnen den Job gerettet?

Er hat auf jeden Fall viel geholfen, dieser Pokalerfolg hat uns allen gutgetan. Was allerdings bei einer Niederlage passiert wäre, das weiß ich natürlich nicht.

Sie haben diese Situation sehr locker genommen. Hat es nicht doch an den Nerven gezehrt?

Lustig ist das bestimmt nicht, aber mir haben nach vier Niederlagen in der Liga einfach die Argumente gefehlt. Die Mechanismen im Fußball verlaufen immer nach dem gleichen Schema – da braucht sich keiner etwas vormachen. Das sind Selbstläufer, die kann man nicht stoppen oder ändern. Deswegen versuche ich, die Dinge nicht zu ernst zu nehmen. Das ist eben meine Art.

Gab es Momente, in denen Sie selbst alles hinschmeißen wollten?

Daran habe ich nicht eine Sekunde gedacht. Es gibt Phasen im Leben, da muss man einfach durch.

Würden Sie denn überhaupt Ihren am Saisonende auslaufenden Vertrag verlängern?

Ich fühle mich hier wohl, bin nicht nachtragend und weiß, dass Menschen Fehler machen. Damit hat sich das Thema jetzt für mich erledigt. Später können wir gerne darüber diskutieren.

Im Umfeld der Kickers wird die dritte Liga meist nur als Durchgangsstation angesehen. Ist das nach fünf Jahren Zugehörigkeit nicht ein wenig hochnäsig?

Das will ich so nicht sagen. Diese Gedanken sind nicht böse gemeint, sondern ganz normal im Umfeld eines Traditionsvereins. Man möchte wieder dorthin, wo man früher einmal war. Dafür habe ich Verständnis und es ist unser aller Wunsch, jedes Jahr in der Liga oben mitzuspielen. Aber wir müssen auch anerkennen, dass die Konkurrenz nicht schläft.

Kein Trainingslager, keine Neuzugänge – sind die Bedingungen in Offenbach widrig?

Das ist alles verbesserungsfähig. Ein Trainingslager und frisches Personal gehören zu einer Entwicklung dazu. Wenn dann noch ein Spieler wie Markus Husterer verletzt ausfällt, ist das ein schwerer Schlag für uns. Seine Zweikampf- und Kopfballstärke ist kaum zu ersetzen. Ich gehe davon aus, dass er für den Rest der Saison wegbleibt.

Wäre überhaupt Geld für einen externen Ersatz da?

Ich hoffe, dass dem so ist. Wir unterhalten uns natürlich darüber, aber wir sollten keinen Aktionismus betreiben und gleich den Erstbesten auf dem Markt nehmen.

Wie viele Tabellenplätze muss der OFC noch vom elften Rang nach oben klettern, damit der Trainer zufrieden ist?

Da ich vor der Saison gesagt habe, wir wollen uns im Vergleich zum vergangenen Jahr verbessern, müssen wir noch fünf Plätze aufholen. Wenn wir von weiteren schweren Verletzungen verschont bleiben, ist das drin...

… und im Pokal geht es nach Berlin?

Das Endspiel soll auf jeden Fall dort stattfinden, das ist ja jedes Jahr so. Ob wir dann dabei sind, werden wir sehen (der OFC empfängt im Viertelfinale Wolfsburg; Anmerk. d. Red.). Aber schon jetzt können wir auf diesen Erfolg richtig stolz sein. Das ist nicht selbstverständlich und man muss das auch anerkennen. Aber ja, auf Berlin hätte ich schon Lust.

Das Gespräch führte Sebastian Rieth.

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