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OFC - Kickers Offenbach
Spielberichte und Interviews zum OFC, News und Hintergründe zu Kickers Offenbach

31. Oktober 2012

OFC im DFB-Pokal: Große Gefühle am Bieberer Berg

 Von Sebastian Rieth
Große Freude über das 1:0: Der Torschütze ist unter einem ganzen Stapel Mannschaftskollegen verbuddelt. Foto: dpa

Leidenschaftliche Offenbacher Kickers besiegen Zweitligist Union Berlin mit 2:0 und ziehen in die dritte Runde des DFB Pokals ein. Die Treffer erzielen Fetsch und Vogler und setzen damit am Bieberer Berg die ganz großen Gefühle frei.

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Offenbach –  

Von Mathias Fetsch war nichts mehr zu sehen. Irgendwo unter der jubelnden Masse lag der Stürmer der Offenbacher Kickers begraben, jeder wollte ihm nahe sein, ihn tätscheln und herzen. Ein ganzer Stapel an Kollegen lag auf ihm. „Die Last wurde immer schwerer“, schilderte er später seine Situation. „Aber an so einem Abend nimmt man die Schmerzen gerne in Kauf.“ Es war ein Abend, an dem alles passte, an dem der hessische Drittligist mit einem 2:0 (0:0)-Sieg über Union Berlin ins Achtelfinale des DFB-Pokals einzogen und der die ganz großen Gefühle freisetzte.
Fetsch sei Dank. In der 75. Minute nahm er eine Flanke von Julius Reinhardt mit der Brust an und zimmerte den Ball zur Führung ins Netz. Wenig später machte Stefan Vogler mit dem 2:0 alles klar.

„Diese Atmosphäre ist einfach nur geil“, erzählte Fetsch überglücklich, nachdem er beim 0:0 gegen Chemnitz am Samstag noch reihenweise Chancen vergeben und auch der Pokalabend nicht gut für ihn begonnen hatte. Die erste Möglichkeit nach neun Minuten ließ er erneut liegen. „Aber ich habe nicht groß nachgedacht, sondern mir das Glück zurückgeholt.“ Sein Schuss zum wichtigen 1:0 war abgefälscht – aber das interessierte nach dem Pokalcoup über den Zweitligisten kaum jemanden. Fetsch musste im Kreise seiner Mitspieler den Gangnam-Tanz eines südkoreanischen Rappers aufführen. „Ich finde, das sah schon ganz gut aus“, war der Torjäger auch mit der Performance nach dem Abpfiff zufrieden.

Favorit aus Köpenick fast chancenlos

Aus den Musikboxen sangen die Toten Hosen mal wieder von einem dieser unvergessenen Abende. Den Hit hatten sie schon eingespielt, als die Mannschaft in der ersten Runde den Bundesligisten Greuther Fürth aus dem Wettbewerb geworfen hatte − ebenfalls mit 2:0. „Da kann man nicht meckern“, sagte Torhüter Robert Wulnikowski und grinste. „Wir haben um jeden Zentimeter gekämpft und alles aus dem Weg geräumt.“ Das war in der Tat so. Bis auf einen Seitfallzieher von Christopher Quiring (45.) und einen Kopfball des Brasilianers Silvio (68.) hatte der Favorit aus Köpenick kaum Chancen.

Das Offenbacher Uhrwerk ratterte. Die Serie von nunmehr 13 Pflichtspielen ohne Niederlage hat ihnen das Selbstbewusstsein scheinbar literweise eingeimpft. Die Mannschaft ist überzeugt von ihrem Konzept, trägt es mit großer Leidenschaft vor und drückt es ab dem ersten Ballkontakt durch. Egal, wer da auf den Bieberer Berg kommt. Gegen Union Berlin hatte van Lent die gleiche Taktik gewählt, die schon in der ersten Runde zum Erfolg führte: Die Viererkette und das Mittelfeld standen dicht beisammen, ließen kaum Räume offen und warteten geduldig auf die Fehlpässe der Gäste.

Hambückers gibt Ausstand

Von Union war lange nichts zu sehen, einen Klassenunterschied zwischen dem Tabellenachten der dritten und dem Zwölften der zweiten Liga suchte man vergebens. Erst in der zweiten Halbzeit kamen die Gäste stärker auf – prompt schlug der OFC zu. Arie van Lent strahlte über beide Backen: „Ich kann nur sagen: Hut ab, Kickers Offenbach. Das habt ihr euch verdient.“ Wer soll dieses Team noch aufhalten? „Eigentlich“, sagt Kapitän Sead Mehic, „können wir uns nur selbst stoppen. Auf unsere Entwicklung müssen wir stolz sein.“
Wenn am Sonntag im Rahmen der ARD-Sportschau Frankfurts Nationalspielerin Saskia Bartusiak den Achtelfinal-Gegner der Kickers aus dem Lostopf zieht, wird Jörg Hambückers zwar mitfiebern, das ganze Prozedere aber nicht mehr in leitender Position verfolgen – erstmals seit 16 Jahren. Der kaufmännische Geschäftsführer gab am Mittwochabend eine halbe Stunde vor dem Anpfiff seinen Ausstand. Für den OFC gearbeitet zu haben, sei Ehre und Herausforderung zugleich gewesen, so Hambückers, der unter dem neuen Präsidenten Frank Ruhl nicht mehr zur Verfügung steht und ab sofort durch Marketingfachmann David Fischer ersetzt wird.

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