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OFC - Kickers Offenbach
Spielberichte und Interviews zum OFC, News und Hintergründe zu Kickers Offenbach

17. Dezember 2012

OFC: Trainer auf der Kippe

 Von Sebastian Rieth
Ungewisse Zukunft: Arie van Lent steht auf der Kippe. Foto: Huebner/Scheiber

Nach dem 1:5 gegen Osnabrück kann OFC-Coach Arie van Lent wohl nur eine Pokalsensation retten.

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In aller Frühe ist Oliver Roth am Sonntagmorgen auf den Bieberer Berg geeilt. Besondere Situationen erfordern eben besondere Maßnahmen – davon will sich auch der Technische Direktor Sport beim Drittligisten Kickers Offenbach nicht ausnehmen. Also stand der ehemalige Torjäger der Kickers und heutige Börsenmakler in der Spielerkabine, versuchte die Profis nach der bitteren 1:5 (1:2)-Klatsche vom Vortag gegen den VfL Osnabrück aufzubauen, nahm sie gleichzeitig aber auch in die Pflicht.
Schließlich steht mit dem DFB-Pokalachtelfinale gegen Bundesligist Fortuna Düsseldorf am morgigen Dienstag noch ein letztes Kräftemessen im Kalender, bevor es in die Winterpause geht. Roth, der eine leidenschaftliche Ansprache hielt, glaubt, „dass die Spieler nun wissen, was sie alles bewegen können“. Arie van Lent wird das gerne hören, denn die schier aussichtslose Aufgabe gegen den Erstligaaufsteiger wird zum Schicksalsspiel für den Offenbacher Trainer. Wahrscheinlich kann ihm nach der Negativserie in der Liga mit drei Punkten aus sechs Spielen nur eine Pokalsensation den Job retten.

Reden und Konsequenzen ziehen

„Wir legen uns nur auf den Dienstag fest“, sagt Roth. Da werde van Lent auf der Bank sitzen. Was allerdings danach geschehe, vermag im OFC-Präsidium keiner zu prognostizieren. Noch in dieser Woche wird der Verein laut Roth unter die bisherige Saison „einen Strich machen, mit allen Beteiligten reden und dann die Konsequenzen ziehen“. Ein Bekenntnis zum Coach gibt es nicht.
Der blieb auch nach der deftigen Abfuhr gegen den Herbstmeister gefasst. Sicher werden van Lent die Ablösungsforderungen von den Rängen zusetzen, öffentlich lässt er sich aber nichts anmerken. „Ich trage gerne die Verantwortung – mit breiter Brust. Das soll nicht auf die Mannschaft prallen, sondern lieber auf den Trainer“, sagte der Deutsch-Niederländer. Diese Worte sind erstaunlich, denn eigentlich hätte der 42-Jährigen allen Grund, auf seine Kicker sauer zu sein.

In Erklärungsnot

Es war keine schlechte Leistung, die der OFC gegen Osnabrück anbot. Nach dem Ausgleich von Mathias Fetsch (25.) blieb die Partie lange offen, bis eine Viertelstunde vor Schluss war ein Punkt gegen den Spitzenreiter durchaus drin. Allerdings kreierte die Defensive bei den Toren von Gaetano Manno (24./75.), Marcus Piossek (36.), Simon Zoller (87.) und Yannic Thiel (88.) selbst gegnerische Chancen, wo eigentlich gar keine waren. „Da komme ich als Trainer in Erklärungsnot“, räumte van Lent ein. Dass sich außerdem inmitten der Krise der ehemalige Offenbacher und Bundesligaspieler Patrick Falk als möglichen Geschäftsführer Sport ins Gespräch gebracht hat, stört da eher. „Wir haben wirklich größere Sorgen“, sagte Kickers-Vizepräsidentin Barbara Klein.
Die Lage in Offenbach hat sich längst zugespitzt, plötzlich sind es nur noch sieben Punkte Vorsprung bis zu einem Abstiegsrang. Vereinsboss Frank Ruhl will in der Trainerfrage „cool und ruhig“ bleiben, an diesem Montag wird auch er vor der Mannschaft das Wort ergreifen. Das Team stehe hinter dem Coach, versicherte Kapitän Sead Mehic, schließlich sei es ja nicht van Lent, der die Fehler auf dem Feld produziere. „Dass wir uns selbst drei Eier reinlegen, hat mit Profifußball nichts zu tun“, knurrte Mehic.
Für den Trainer könnte diese Einsicht allerdings zu spät kommen.

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