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OFC - Kickers Offenbach
Spielberichte und Interviews zum OFC, News und Hintergründe zu Kickers Offenbach

19. November 2012

OFC verliert gegen Wehen: Halbe Sachen

 Von Sebastian Rieth
Das 2:0 für Wehen Wiesbaden durch Milan Ivana Foto: imago

Der OFC verschläft in Wiesbaden die ersten 45 Minuten und kassiert die nächste Derby-Niederlage

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Der OFC verschläft in Wiesbaden die ersten 45 Minuten und kassiert die nächste Derby-Niederlage

Es bewegte sich wenig bei den Männern in den froschgrünen Trikots. Beinahe regungslos standen sie noch Minuten nach dem Spielschluss auf dem Rasen, wie bestellt und nicht abgeholt, jeder für sich. Dass sie soeben im Drittligaderby beim SV Wehen Wiesbaden mit 1:2 (0:2) verloren hatten, wollten die Spieler der Offenbacher Kickers nicht wahrhaben. Sie schienen nur darauf zu warten, dass der Schiedsrichter die Partie gleich wieder anpfeift und sie doch noch mit einer allerletzten Chance würden geradebiegen können, was sie in der ersten Halbzeit so gründlich verbockt hatten. Aber Christian Dietz, der Mann in Schwarz, stand längst unter der Dusche.

Eklat auf der Tribüne

Der SV Wehen Wiesbaden will einen Zwischenfall mit rechtsradikalem Hintergrund im hessischen Derby am Samstag gegen Kickers Offenbach rigoros verfolgen. Ein Zuschauer hatte während der zweiten Halbzeit des Spiels auf der Haupttribüne den OFC als „Offenbacher Judenklub“ beschimpft. Wehens Pressesprecher Daniel Mucha, der Ohrenzeuge war, schritt ein und rief einen Ordner herbei. „Das ist absolut inakzeptabel. Dagegen müssen wir mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln vorgehen“, sagte Klub-Präsident Markus Hankammer.

Nur eine Halbzeit gut

Also suchten die Spieler Erklärungen, warum sie wieder einmal zwei Gesichter gezeigt hatten, warum sie es partout nicht schaffen, ihr Pensum mal über die volle Dauer eines Fußballspiels abzurufen und in Wiesbaden vor 5500 Zuschauern erst wach wurden, als Trainer Arie van Lent zur Pause mit Thomas Rathgeber den dritten Stürmer brachte. Fündig wurde niemand. „Wir haben es verschlafen. Das ist uns schon so oft passiert“, polterte Torwart Robert Wulnikowski. Fabian Bäcker, der nimmermüde Renner auf der Außenbahn, sprach von einem „missratenen Spiel“ und davon, dass „der Schuss nach hinten los geht, wenn man nur eine Halbzeit gut spielt“. Aber das hätte man auch vorher wissen können.
Nach 34 Minuten lagen die Kickers bereits mit 0:2 in Rückstand, weil ihnen im Offensivvortrag nichts einfiel und sie hinten Milan Ivana nicht in den Griff bekamen. Kapitän Sead Mehic meckerte: „Wir schenken uns die Dinger selbst ein. Das geht so nicht.“ Die Kritik war klar an die Adresse von Innenverteidiger Marcel Stadel gerichtet. „Der erste Ball geht ihm durch die Beine, den zweiten köpft er in die Mitte“, resümierte Mehic. Auch van Lent konnte sich nach diesen Fehlern nicht mehr schützend vor Stadel stellen. „Das 2:0 geht auf seine Kappe.“ Da versuchte der Stopper erfolglos, eine als „Krüppelball“ (Max Ahlschwede) getarnte Flanke per Kopf zu klären und legte unfreiwillig für den Gegner auf. Der Kickers-Trainer war auch deshalb sauer, weil er Stadel noch vor dem Spiel ein „Kopfball-Verbot in die Mitte“ erteilt hatte. Da hatte einer wohl nicht auf seinen Chef gehört.

Kein Raumgewinn

Aber auch sonst lief wenig zusammen bei den Gästen aus Offenbach. Endlos schoben sich die Verteidiger in der Viererkette den Ball zu, ohne auch nur einen Zentimeter an Raum zu gewinnen. Im Mittelfeld klaffte ein Loch. Das war schon vor zwei Wochen beim 0:1 in Darmstadt so gewesen. Können die Kickers also kein Derby? Werfen sie nicht alles in die Waagschale? Für Ramon Berndroth, den Sportkoordinator, ist das „Biertisch-Polemik“. Er analysierte die Niederlage in taktischer Hinsicht. „Gegen tief stehende Teams tun wir uns schwer. Da brauchen wir einen Plan B.“

Den hatten die Gäste zumindest vorübergehend in der zweiten Halbzeit, als Rathgeber mit einem verwandelten Foulelfmeter der Anschluss gelang (56.) und die Kickers 20 Minuten ein richtig starkes Powerplay aufzogen. Die größte Chance vergab Bäcker (63.). „Wenn der reingeht“, gestand er selbst, „dann kann alles passieren.“ Weil dem aber nicht so war, muss van Lent weiter auf seinen ersten Derbysieg mit dem OFC in einem Drittligaspiel warten. Den Trainer fuchste, dass vor dem Anstoß darüber gesprochen wurde. „Wenn man den Teufel an die Wand malt, dann kommt es auch so.“ Doch der Rekurs auf den Aberglauben greift zu kurz. Diese unnötige Niederlage können sich die Spieler des OFC getrost ans eigene Revers heften. In Wiesbaden trug der Teufel Froschgrün.

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