Hinterher hatte Thomas Kalt seine Emotionen wieder im Griff, leicht war ihm das nicht gefallen. „Das ist kein Kavaliersdelikt“, schimpfte der Geschäftsführer von Kickers Offenbach. „Das kann nicht akzeptiert werden, so etwas kann sich der OFC nicht leisten.“ Das erste Heimspiel im neuen Jahr wird die Kickers teuer zu stehen kommen. Wegen Ausschreitungen während des Drittliga-Spiels gegen den Chemnitzer FC, das der OFC 0:1 verlor, droht den Offenbachern nun eine empfindliche Geldstrafe.
Die Kickers gelten als vorbelastet. Die an sich völlig harmlose Partie stand zeitweise unmittelbar vor dem Abbruch. Schiedsrichter Christian Fischer (Hemer) hat einen Sonderbericht angefertigt, die Partie wird in jedem Fall ein Nachspiel haben.
Kein ersichtlicher Grund
Sechs Minuten nach der Pause hatte Fischer das Spiel erstmals unterbrochen. Es waren von der früheren Waldemar-Klein-Tribüne Gegenstände in Richtung des etwa 15 Meter entfernt stehenden Schiedsrichter-Assistenten Daniel Rott geflogen, Münzen, eine halbe Bratwurst, ein Brezelstück, aber auch Feuerzeuge. Es gab keinen ersichtlichen Grund, weder waren dem Linienrichter, der nicht getroffen wurde, erkennbare Fehler unterlaufen noch dem Unparteiischen.
Nach einer Lautsprecherdurchsage sollte die Begegnung fortgeführt werden, als erneut zwei blaue Feuerzeuge flogen. Schiedsrichter Fischer, ein Oberstudienrat für Englisch und Sport am Gymnasium Iserlohn, unterbrach das Spiel für zehn Minuten − sollte noch ein Gegenstand geworfen werden, würde er das Spiel abbrechen.
OFC wird gegen Werfer vorgehen
Geschäftsführer Kalt und Finanzchef Jörg Hambückers liefen zu den Fans auf der Gegengerade, sie redeten auf sie ein. „Dann war Ruhe“, sagte Kalt, der die komplette zweite Halbzeit mit Hambückers an der Bande verbrachte. „Jedes Feuerzeug, das flog, ist eines zu viel.“ Kalt ließ keinen Zweifel daran, dass der Klub gegen die Werfer vorgehen werde. Video-Kameras habe es genug gegeben, „und wer erwischt wird, braucht nicht eine Sekunde daran zu denken, mit uns zu diskutieren.“
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Natürlich stellt sich die Frage, ob nicht ein Zaun oder ein Netz vor der Gegentribüne notwendig gewesen wäre, vor einer Gegentribüne, auf der − durchaus ungewöhnlich, aber Kult beim OFC − just jene Fans und Kuttenträger stehen, die in anderen Stadion hinter den Toren bestens aufgehoben sind. Kalt hatte sich ursprünglich für einen Zaun ausgesprochen, er habe sich aber in vielen Gesprächen mit Fan-Gruppen davon überzeugen lassen, dass es auch ohne geht. „Zwei, drei Unverbesserliche bringen jetzt eine ganze Gruppe in Misskredit.“
90 trostlose Minuten
Zu allem Überfluss missriet dem OFC auch sportlich der Auftakt. „Wir haben verdient verloren“, fasste Trainer Arie van Lent 90 trostlose Minuten zusammen. „Wir haben uns nicht viel einfallen lassen, das war viel zu wenig.“ Im Grunde habe es „an allen Ecken und Kanten gefehlt“. Der Coach hatte „zwei halbe Torchancen“ gezählt. Immer wenn es halbwegs gefährlich zu werden schien, habe „ein Fehlpass oder irgendetwas Kurioses dies zunichte“ gemacht, sagte van Lent.
An der neuformierten Abwehr mit dem Debütanten Max Ahlschwede sowie Marcel Stadel und Stefano Cincotta habe es indes nicht gelegen. Der Spielentscheidende Lapsus war dem einzigen Stammverteidiger Markus Husterer unterlaufen, er bugsierte eine Flanke ins eigene Tor.
| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | SV Sandhausen | 57:42 | 66 | ||
| 2 | VfR Aalen | 50:42 | 64 | ||
| 3 | Jahn Regensburg | 55:41 | 61 | ||
| 4 | 1. FC Heidenheim | 48:36 | 60 | ||
| 5 | Rot-Weiß Erfurt | 54:41 | 59 | ||
| 6 | Burghausen | 55:47 | 57 | ||
| 7 | VfL Osnabrück | 46:35 | 55 | ||
| 8 | Kickers Offenbach | 49:41 | 55 | ||
| 9 | Chemnitzer FC | 47:43 | 55 | ||
| 10 | 1. FC Saarbrücken | 61:51 | 54 | ||
| 11 | VfB Stuttgart II | 44:47 | 50 | ||
| 12 | Preußen Münster | 40:44 | 50 | ||
| 13 | Arminia Bielefeld | 51:57 | 50 | ||
| 14 | Darmstadt 98 | 51:47 | 49 | ||
| 15 | Unterhaching | 63:59 | 44 | ||
| 16 | Wiesbaden | 40:48 | 44 | ||
| 17 | SV Babelsberg | 44:59 | 44 | ||
| 18 | Carl Zeiss Jena | 39:59 | 39 | ||
| 19 | Oberhausen | 33:47 | 38 | ||
| 20 | Werder Bremen II | 29:70 | 22 | ||
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