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Offenbach versagt: Offen statt offensiv

Beim Auswärtsspiel in Saarbrücken zeigte sich Kickers Offenbach von allen guten Geistern verlassen und kehrte völlig verdient mit leeren Händen nach Hause zurück. Nun gilt es für die Offenbacher, möglichst schnell die richtigen Schlüsse aus dieser Schlappe zu ziehen.

        

Schon wieder drin. Robert Wulnikowski (liegend) und OFC-Verteidiger Markus Husterer sind verzweifelt, aber hilflos.
Schon wieder drin. Robert Wulnikowski (liegend) und OFC-Verteidiger Markus Husterer sind verzweifelt, aber hilflos.
Foto: pressehaus

Hinterher hat Stefan Kleineheismann erfreulicherweise nicht lange um den heißen Brei herumgeredet. Der Stopper der Offenbacher Kickers hat Klartext geredet, alles andere wäre ja auch reichlich vermessen. „Das war ganz bitter. Die erste Halbzeit war ziemlich bodenlos und für diese erste Halbzeit müssen wir uns als Mannschaft entschuldigen.“

Tatsächlich war die Partie des hessischen Drittligisten am Samstag beim 1. FC Saarbrücken bereits nach 45 Minuten entschieden, 0:3 lag da der OFC zurück, heillos unterlegen, und Sportkoordinator Ramon Berndroth hatte schon recht, als er sagte: „Wir können froh sein, dass aus dem 0:3 kein 0:6 geworden ist.“ Auch das wäre möglich gewesen, immerhin schaffte Markus Husterer kurz vor Schluss per Kopf noch die Ergebnis-Korrektur zum 1:3.

„Kollektives Versagen“

Was war also geschehen in Saarbrücken? Wieso war es zu diesem „kollektiven Versagen“ gekommen, wie OFC-Trainer Arie van Lent in der Pressekonferenz sagte? Saarbrücken, vor der Begegnung nur einen Punkt besser als die Kickers, hatte zuletzt sechs Spiele am Stück nicht gewonnen, die Kickers dreimal in Serie nicht verloren, es war ein sogenanntes Sechs-Punkte-Spiel um den Anschluss an die Aufstiegsplätze. Den haben die Offenbacher auf Platz zehn erst einmal verloren. Wie konnte der OFC da nur so untergehen?

Ramon Berndroth sprach hinterher davon, dass die Kickers irgendetwas durcheinandergebracht hätten. „Wir waren offen, nicht offensiv.“ Wahr ist auch: Die Kickers wurden von den Platzherren nach allen Regeln der Kunst abgekocht. Die Saarländer stellten sich hinten rein, verteidigten, stellten die Räume zu − und warteten auf die Fehler der Kickers. Und die kamen.

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Ruckzuck stand es 3:0 für die Saarländer, Marcel Ziemer (15.), einst beim SV Wehen, und zweimal Marius Laux (24. und 44.), der Ex-Offenbacher, schnürten flugs den Sack zu. Laux erzielte in der laufenden Saison bereits seinen siebten Treffer, in Offenbach hatte er in zwei Jahren und 41 Spielen nur ganze dreimal getroffen. „Kurios“ nannte Berndroth den Spielverlauf, Saarbrücken habe sich anfangs „nicht getraut, Fußball zu spielen“ und führte trotzdem 3:0. Den Sieg verdienten sich die Gastgeber erst im zweiten Abschnitt, sagte Trainer Arie van Lent − da allerdings trafen sie nicht mehr ins Tor der Offenbacher.

Keine Laufbereitschaft

Van Lent, der seine Spieler unmittelbar nach Schlusspfiff im Mittelkreis wie gewohnt noch zu einer Besprechung bat, war tief enttäuscht über die ersten 45 Minuten. „Ich weiß gar nicht, ob ich die richtigen Worte finde. Wenn man, wie wir, in letzter Zeit so gut trainiert haben und dann die erste Halbzeit sieht, da weiß man gar nicht, was wir eigentlich vorhatten.“ Das Schlüsselproblem war die Rückwärtsbewegung des OFC, viel zu viele Kickers-Spieler ließen die erforderliche Laufbereitschaft nach hinten vermissen. „Es gibt Dinge, die musst du beherzigen, wenn nicht, kannst du auch nicht gewinnen“, sagte van Lent.

Zur Pause versuchte der Coach, noch korrigierend einzugreifen, er nahm Lars Bender und Pascal Testroet aus der Partie. Genauso gut hätte er jeden anderen OFCler auswechseln können, immerhin verhinderten die Offenbacher in der zweiten Halbzeit (mit Elton da Costa und Andre Hahn) ein Debakel.

Ramon Berndroth wiederum hofft, dass die Mannschaft „ihre Schlüsse aus der Niederlage zieht“. Er glaubt, solche Rückschläge gehörten „zur Entwicklung“. Er ist da guter Dinge: Schon zu Beginn der Saison hatte die Mannschaft schnell gelernt − nach einer 1:4-Heim-Niederlage gegen die Spvgg Unterhaching hatte das Team Lehren gezogen. „Das muss auch jetzt geschehen.“

Denn die nächsten Gegner (Preußen Münster am Freitag, 19 Uhr, auf dem Bieberer Berg, dann 1. FC Heidenheim und SV Sandhausen) würden ähnlich spielen − kompakt stehend, die Räume eng machend und dann über Konter zu Toren gelangen. „Wenn wir so weiterspielen wie gegen Saarbrücken“, prophezeit Ramon Berndroth, „dann verlieren wir alle drei Spiele.“ Aber die Kickers sind ja lernfähig.

Autor:  Thomas Kilchenstein
Datum:  28 | 11 | 2011
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3. Liga
Mannschaft Tore Punkte
1 SV Sandhausen 57:42 66
2 VfR Aalen 50:42 64
3 Jahn Regensburg 55:41 61
4 1. FC Heidenheim 48:36 60
5 Rot-Weiß Erfurt 54:41 59
6 Burghausen 55:47 57
7 VfL Osnabrück 46:35 55
8 Kickers Offenbach 49:41 55
9 Chemnitzer FC 47:43 55
10 1. FC Saarbrücken 61:51 54
11 VfB Stuttgart II 44:47 50
12 Preußen Münster 40:44 50
13 Arminia Bielefeld 51:57 50
14 Darmstadt 98 51:47 49
15 Unterhaching 63:59 44
16 Wiesbaden 40:48 44
17 SV Babelsberg 44:59 44
18 Carl Zeiss Jena 39:59 39
19 Oberhausen 33:47 38
20 Werder Bremen II 29:70 22
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