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Zufriedener OFC-Trainer: Schlecht gewinnen tut gut

Auch wenn beim knappen Sieg gegen Rot-Weiß Erfurt noch längst nicht alles nach Wunsch lief, wertete der neue OFC-Coach Thomas Gerstner den Erfolg dennoch als wichtigen Schritt in die richtige Richtung.

        

„Geduld, Junge!“ Thomas Gerstner (li.) mit Daniel Runkel.
„Geduld, Junge!“ Thomas Gerstner (li.) mit Daniel Runkel.
Foto: Hübner

Am Samstagvormittag machte sich Thomas Gerstner mit dem Auto auf den Weg ins Saarland. Spielbeobachtung stand auf dem Programm, der Trainer der Offenbacher Kickers sah die Partie des 1. FC Saarbrücken gegen den FC Bayern München II. Gerstners Ausflug ins deutsch-französische Grenzland erfolgte natürlich nicht ohne Grund. Morgen, Dienstag (19 Uhr), gastieren die Kickers zum Nachholspiel bei der Reserve des deutschen Rekordmeisters, und im Stadion an der Grünwalder Straße soll ein weiterer Schritt zur Sicherung des dritten Tabellenplatzes in der dritten Fußball-Liga vollzogen werden.

Dass die Bayern Tabellenletzter sind und in Saarbrücken eine deutliche 1:4-Abfuhr erhielten, macht den OFC am Dienstag zum Favoriten. Doch der neue Offenbacher Trainer warnt davor, einen Sieg in München als Selbstläufer anzusehen. „Alle sollen mal schön die Kirche im Dorf lassen“, sagt Gerstner. Erstens, so der 44-Jährige, könne es gut sein, dass die Münchner die eine oder andere Anleihe aus ihrem Bundesligakader nähmen und ihr Team damit verstärkten. Zweitens weiß Gerstner nur zu gut, dass beim so wichtigen 2:1-Heimsieg gegen Verfolger Rot-Weiß Erfurt wahrhaftig noch nicht alles gut war, was der OFC auf den Rasen gebracht hatte.

Ansätze zur Verbesserung

Deswegen wird es für die Offenbacher Profis heute auf der Fahrt in die bayrische Landeshauptstadt auch noch mal eine DVD-Vorführung ihres freitäglichen Auftritts gegen die Thüringer geben. Denn bei aller Freude über den „dreckigen Sieg“ (Gerstner) und einer ordentlichen Vorstellung in der zweiten Halbzeit hat der Trainer einige Ansätze zur Verbesserung gefunden. „Die Jungs haben nur versucht, das umzusetzen, was wir trainiert haben“, sagt Gerstner im Rückblick. „Dabei haben sie aber die elementaren Dinge vergessen.“ Dass man beispielsweise nach langen Bällen des Kontrahenten in der eigenen Abwehr die Kugel möglichst nicht aufspringen lässt, ehe man zu klären versuche. Oder beim Bemühen, schnell nach vorne zu spielen, nicht vornehmlich auf lange und hohe Bälle setzt. „Schlechter ging es nicht“, lautet Gerstners drastische Analyse der ersten Hälfte gegen Erfurt.

Allerdings bringt der neue OFC-Cheftrainer auch Verständnis für sein Team auf. „In den Tagen vor dem Erfurt-Spiel ist unheimlich viel auf die Jungs eingestürzt“, sagt er. Deshalb, so Gerstner weiter, „wussten wir, dass es gegen Erfurt ein Tanz auf der Rasierklinge wird.“ Dass die Kickers diesen ohne größere Schnittwunden überstanden, bewertet Gerstner als den entscheidenden positiven Faktor. „Die Spieler haben gemerkt, dass sie gewinnen können“, sagt er. Für die Moral seines Teams sei es gerade deswegen wichtig, „dass wir nach einer Scheiß-Halbzeit noch gewonnen haben“.

Dass es aber einer qualitativen Verbesserung des Offenbacher Spiels bedarf, um dauerhaft erfolgreich zu sein und am Saisonende wenigstens den Relegationsplatz drei zu sichern, weiß Gerstner auch. Deswegen fordert er gegen Bayern II: „Es muss zu sehen sein, dass die Jungs von Beginn an geduldiger spielen. Und cleverer.“ Denn gegen Erfurt wurde „die tüchtige Arbeit mit Glück belohnt“, so der Kickers-Coach. Auf das Glück als tragende Säule des Erfolgs will sich Gerstner aber nicht verlassen.

Autor:  Andreas Hunzinger
Datum:  6 | 3 | 2011
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4 1. FC Heidenheim 48:36 60
5 Rot-Weiß Erfurt 54:41 59
6 Burghausen 55:47 57
7 VfL Osnabrück 46:35 55
8 Kickers Offenbach 49:41 55
9 Chemnitzer FC 47:43 55
10 1. FC Saarbrücken 61:51 54
11 VfB Stuttgart II 44:47 50
12 Preußen Münster 40:44 50
13 Arminia Bielefeld 51:57 50
14 Darmstadt 98 51:47 49
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16 Wiesbaden 40:48 44
17 SV Babelsberg 44:59 44
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