Man könnte Ulrich Eisenbach als Entrümpler bezeichnen, wäre das nicht despektierlich für einen promovierten Historiker. Was für die Müllabfuhr wie Altpapier aussieht, ist in Wirklichkeit Geschichte. Und Eisenbach mit seinem Team vom Hessischen Wirtschaftsarchiv entscheidet, was Geschichte ist und was nicht. Was im Altpapier landet, ist „nicht archivwürdig“, so Eisenbach. Was archivwürdig ist, landet in seinen klimatisierten Magazinen.
Von den Aktenbeständen der IHK Offenbach, die diese 2007 an das Wirtschaftsarchiv übergeben hat, sind rund zwei Drittel ins Altpapier gewandert. Danach waren noch 60 bis 70 Umzugskartons übrig, die in das Wirtschaftsarchiv nach Darmstadt transportiert wurden. Dort nehmen die rund 1800 Akten 33 Regalmeter Platz ein, was für sich genommen kein kleiner Bestand ist. Insgesamt aber lagern in Darmstadt über fünf Kilometer Archivbestände. Die von der IHK Offenbach wurden in den letzten Jahren geordnet, katalogisiert und ein Findbuch erstellt, das nun erschienen ist. Solche Findbücher oder Repertorien sind Verzeichnisse der Archivalien eines Archivs. Also dessen Inhaltsverzeichnis.
Das Findbuch zum Altaktenbestand der IHK Offenbach kann bei der IHK selbst, im Stadtarchiv Offenbach oder dem Hessischen Wirtschaftsarchiv in Darmstadt eingesehen werden.
Die meisten Aktenbestände – etwa 80 Prozent – stammen aus der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg. Hier haben die Unterlagen eine Dichte, wie sie nur wenige hessische Kammern aufweisen.
Zwischen 1821 und 1914 sind dagegen fast nur noch Sitzungsprotokolle und Jahresberichte der IHK vorhanden.
Das Archiv steht jedem offen. Infos unter www.hessischeswirtschaftsarchiv.de
Viele Akten aus der Nazizeit
Das ist über 500 Seiten stark und enthüllt beim Blättern viele mögliche Ansätze lokalhistorischer Forschung. Wer denkt etwa beim Stichwort „Notstandsgesetze“ daran, dass 1963 auch die Offenbacher IHK eine Stellungnahme zu dem damals höchst umstrittenen Gesetzesvorhaben abgegeben hat? Oder dass die Kammer Mitte der 1950er Jahre Forderungen nach Schutz vor Fluglärm beschlossen hat, als es bereits um den Ausbau des Flughafens ging. Die aktuellen Probleme sind also auch damals offensichtlich schon präsent gewesen.
In den IHK-Beständen finden sich auch etliche Akten aus der Nazizeit. Das reicht von Verträgen über die Unterbringung von Kriegsgefangenen bei der SG Wicking, im Gasthaus „Zur Stadt Hanau“ in Rumpenheim oder auf dem Werksgelände der Lederfabrik Oswald Rügner über Arisierungsfragebögen bis zu Listen arisierter Unternehmen. Auch Akten zur Entschädigung jüdischer Geschäftsleute und zur Entnazifizierung von Unternehmen im Kammerbezirk sowie der Kammer selbst sind enthalten.
Eisenbach sieht seine Aufgabe nicht nur im Bewahren hessischer Wirtschaftsakten, er will auch die Beschäftigung mit diesen fördern. Dazu dient der Beirat des Archivs, der den Kontakt zur universitären Geschichtsforschung herstellt. Aber auch Ausstellungen und Publikationen sind auf dieses Ziel gerichtet. Für die Bestände der Offenbacher Wirtschaft habe es bislang, so Eisenbach, nur kleinere Anfragen gegeben, keine Forschungsprojekte. Teilweise sind es Firmen selbst, die beim Archiv anfragen – etwa wenn ein Jubiläum ansteht. Aber auch private Familien- oder Heimatforscher gehören zu den regelmäßigen Nutzern des Archivs.
Neben Akten der Offenbacher IHK wird dort auch das Archiv der Offenbacher Naphtol-Chemie geführt, es ist seit kurzem öffentlich zugänglich. Die Dokumente reichen zurück bis zur Gründung des Offenbacher Werkes im Jahr 1842, das über die Jahre zur IG Farben, dann zur Hoechst AG gehörte und schließlich als Allessa 2010 geschlossen wurde.
Auf dieser Seite lesen Sie Nachrichten aus der Stadt Offenbach. Alles aus Dietzenbach, Dreieich, Langen, Neu-Isenburg, Rodgau und Rödermark finden Sie auf unserer Seite über den Kreis Offenbach.

Die Stadt und Region auf einen Blick: unsere neue Übersichtsseite für Frankfurt und Rhein-Main - das Pflicht-Lesezeichen für alle Hessen.
Berichte aus Bad Homburg, Hochtaunus | Bad Vilbel, Wetterau | Darmstadt | Frankfurt | Kreis Groß Gerau | Hanau, Main-Kinzig | Main-Taunus | Mainz | Offenbach | Kreis Offenbach | Wiesbaden.
Offenbach bangt um einen großen Arbeitgeber: Die Krise beim insolventen Druckmaschinen-Hersteller Manroland.
Facebook | Twitter überregional | Google+
| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | SV Sandhausen | 57:42 | 66 | ||
| 2 | VfR Aalen | 50:42 | 64 | ||
| 3 | Jahn Regensburg | 55:41 | 61 | ||
| 4 | 1. FC Heidenheim | 48:36 | 60 | ||
| 5 | Rot-Weiß Erfurt | 54:41 | 59 | ||
| 6 | Burghausen | 55:47 | 57 | ||
| 7 | VfL Osnabrück | 46:35 | 55 | ||
| 8 | Kickers Offenbach | 49:41 | 55 | ||
| 9 | Chemnitzer FC | 47:43 | 55 | ||
| 10 | 1. FC Saarbrücken | 61:51 | 54 | ||
| 11 | VfB Stuttgart II | 44:47 | 50 | ||
| 12 | Preußen Münster | 40:44 | 50 | ||
| 13 | Arminia Bielefeld | 51:57 | 50 | ||
| 14 | Darmstadt 98 | 51:47 | 49 | ||
| 15 | Unterhaching | 63:59 | 44 | ||
| 16 | Wiesbaden | 40:48 | 44 | ||
| 17 | SV Babelsberg | 44:59 | 44 | ||
| 18 | Carl Zeiss Jena | 39:59 | 39 | ||
| 19 | Oberhausen | 33:47 | 38 | ||
| 20 | Werder Bremen II | 29:70 | 22 | ||