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Bahn soll zahlen: Grüne fordern Spende für "Zug der Erinnerung"

Lokalhistoriker sind empört über die Rechnung der Bahn für die Ausstellung über junge NS-Opfer - von der Nachtabstellgebühr bis zu Traktionskosten der Gleise soll alles Geld kosten. Von Jörg Muthorst

Der Zug der Erinnerung war in Offenbach - dafür stellt die Bahn eine Rechnung. Die Grünen fordern nun von der Bahn eine Spende.
Der Zug der Erinnerung war in Offenbach - dafür stellt die Bahn eine Rechnung. Die Grünen fordern nun von der Bahn eine Spende.
Foto: ddp

Der mehrtägige Aufenthalt des "Zugs der Erinnerung" in Offenbach und anderen Städten wird ein politisches Nachspiel haben. Denn das Gedenken an Tausende von Kinder, die die Nazis mit Hilfe der Reichsbahn verschleppt und ermordet haben, lässt sich die Deutsche Bahn AG teuer bezahlen.

Von der Nachtabstellgebühr bis zu Traktionskosten der Gleise: Mehrere tausend Euro hat der Verein für die Nutzung von Bahnhof und Schienen durch seinen Erinnerungszug in Offenbach zu begleichen.

Peter Hammerich von der Offenbacher Geschichtswerkstatt hat das kritisiert. Das Unternehmen arbeite die Beteiligung der Deutschen Reichsbahn an den NS-Deportationen nicht auf, empört sich der Lokalhistoriker. Brigitte Koenen, Stadtverordnete der Grünen, sieht das ähnlich.

Sie verweist auf einen Antrag ihrer Partei im Bundestag, die Bahn nicht aus ihrer moralischen Pflicht zu lassen. Die ablehnende Haltung des Unternehmens gegenüber jeglicher Finanzierungshilfe für das Erinnerungsprojekt sei "unangemessen und unverständlich".

Bahnsprecher: "Wir haben keinen Ermessensspielraum"

Bahnsprecher Jens Oliver Voß verweist darauf, dass sein Unternehmen gesetzlich verpflichtet sei, Gebühren zu erheben. Hierbei gebe es keinen Ermessensspielraum. Die Bahn könne den Konflikt um den Gebührenerlass nicht so einfach lösen.

Die Bahn AG sei zwar nicht Rechtsnachfolgerin, habe sich aber am zentalen Mahnmal am ehemaligen Berliner Doporationsbahnhof Grundewald beteiligt und eine eigene Wanderausstellung zum Thema erstellt.

Gebühren erlassen brauche die Bahn nicht, sagen die Grünen. Aber sie könne einen Betrag spenden, der den Trassen- und Stationspreisen entspreche. Der Verweigerung des Unternehmens der öffentlichen Hand dürfe nicht nachgegeben werden.

Autor:  Jörg Muthorst
Datum:  27 | 5 | 2009
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