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20. Dezember 2012

Bieberer Berg OFC: Streit um Stadion-Parkplätze

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Wenn die Kickers spielen, ist rund um den Bieberer Berg Ausnahmezustand, was die Parkplätze betrifft.  Foto: Martin Weis

Wenn die Offenbacher Kickers spielen, herrscht Ausnahmezustand - zumindest auf den Straßen vor dem Stadion am Bieberer Berg, denn diese sind oft zugeparkt. Die CDU sieht Fehler des Magistrats. Nun soll die Parkplatzsituation geprüft werden.

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Der junge Fotograf aus München hat richtig Glück gehabt. Er muss gleich das Spiel der Kickers gegen Fortuna Düsseldorf fotografieren und hat im Heusenstammer Weg, direkt am Bieberer Berg, noch einen Parkplatz gefunden. „Meine Agentur hat vergessen, mir ein Ticket für den VIP-Parkplatz zu besorgen“, sagt er und hastet in Richtung Stadion.

Der junge Mann ist nicht als Einziger auf die Idee gekommen, vor dem ausverkauften Spiel in den Straßen rund ums Stadion einen Parkplatz zu suchen: Schon zwei Stunden vor Anpfiff gleichen der Heusenstammer Weg und die Hölderlinstraße einem Fanparkplatz. Die meisten Stellplätze sind vergeben, weiter südlich stehen die Autos in langer Reihe halb auf einer Wiese. Fast alle, die um diese Zeit in dem ruhigen Wohnviertel unterwegs sind, tragen rot-weiße OFC-Schals.

Auch Jost Gersemsky ist früh gekommen, um noch einen Platz zu ergattern. „Am Stadion gibt es doch fast keine Parkplätze“, sagt er. Er steht mit vier Freunden vor seinem Auto, sie trinken Bier und sind sich einig, dass es am Bieberer Berg zu wenige Parkmöglichkeiten gebe. „Und wenn, dann muss man noch zweieinhalb Kilometer laufen“, sagt Gersemsky.

Anwohner im Nachteil

Die Parksituation rund ums Stadion, immer mal wieder ein Aufreger, ruft aktuell die Opposition auf den Plan. Peter Freier, CDU-Fraktionsvorsitzender in der Stadtverordnetenversammlung, hat bereits Anfang des Monats eine Anfrage an den Magistrat gestellt. Er will wissen, wie viele Parkplätze am Bieberer Berg genau zur Verfügung stehen und ob ihre Anzahl der Stellplatzverordnung der Stadt entspricht.

„Sobald mal ein paar Zuschauer mehr kommen, wird es schwierig“, so Freier gegenüber der Frankfurter Rundschau. „Das ist immer das gleiche Problem.“ Freier vermutet, dass der Magistrat beim Stadion-Neubau aus Kostengründen zu wenig Parkplätze gebaut hat. Nun könnten viele Anwohner an Spieltagen ihr Auto nicht abstellen. „Es kann nicht sein, dass die Versäumnisse auf dem Rücken der Anwohner ausgetragen werden“, findet Freier.

Regina Preis von den Stadtwerken, die das Stadion betreiben, kann die Aufregung nicht so recht nachvollziehen. Das neue Stadion entspräche selbstverständlich der Stellplatzsatzung, sagte sie der FR. Es gebe 1800 kostenlose Parkplätze am „Kleeblatt“, also dem Ende der B448, 250 weitere an der Goerdeler Straße und 60 kostenpflichtige am Wiener Ring. Außerdem stünden am Bierbrauer Weg 320 Plätze für Gästefans zur Verfügung. Durch die 479 neuen VIP-Parkplätze und die Reduktion der Zuschauerplätze von 25.000 auf 20.500 gebe es im Vergleich zu früher sowohl proportional als auch in absoluten Zahlen mehr Parkplätze am Stadion.

Nur: Viele Fußballfans zögen es eben aus Bequemlichkeit vor, in den angrenzenden Wohngebieten zu parken. „Das kann man durch das Vorhalten von Parkplätzen nicht unbedingt verhindern“, so Preis. Die Stadt rufe deshalb dazu auf, mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Zwei Stunden vor Spielbeginn verkehren alle 15 Minuten Sonderbusse vom Marktplatz über Offenbach Ost zum Stadion – wer eine Eintrittskarte hat, fährt kostenlos mit.

Bei den Anwohnern gehen die Meinung derweil auseinander. Klar gebe es Probleme, ab und zu blockierten auch Autos die Hauseinfahrten, sagt Christoph Stncow, der im Heusenstammer Weg wohnt. „Wir gucken schon, dass wir früh zu Hause sind, wenn die Kickers spielen“, sagt seine Frau. Klaus Georg, Anwohner in der Gaußstraße, nimmt’s gelassen. Er finde immer einen Parkplatz, sagt er. „Man kann das auch ein bisschen entspannter sehen.“

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