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Offenbach
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24. Januar 2013

Essen und Wärme Offenbach: Eine Mahlzeit und offene Ohren

 Von Sigrid Aldehoff
Jeden Tag verteilen Helferinnen eine warme Mahlzeit.  Foto: M. Müller

Seit 20 Jahren besteht die Aktion „Essen und Wärme“. Sie wird immer beleibter. Anfangs kam nur ein Tischgast, heute sind es bis zu 100. Darunter auch viele, die arbeiten, damit aber nicht genug verdienen, um zu überleben.

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Seit 20 Jahren besteht die Aktion „Essen und Wärme“. Sie wird immer beleibter. Anfangs kam nur ein Tischgast, heute sind es bis zu 100. Darunter auch viele, die arbeiten, damit aber nicht genug verdienen, um zu überleben.

Bei der ersten Einladung kam nur ein Tischgast, heute drängen sich bis zu 100 Menschen bei der Aktion „Essen und Wärme“ in Offenbach. Seit 20 Jahren besteht die Ökumenische Initiative, die von elf gastgebenden Gemeinden getragen wird. 180.000 Essen wurden seither ausgegeben, unzählige Gespräche mit den oft einsamen Gästen geführt.

Ökumenische Aktion Essen und Wärme

Von Oktober bis Mitte März bietet die Aktion an sieben Tagen pro Woche eine warme Mahlzeit und ein Verpflegungspaket an. Auch an Weihnachten und Silvester besteht das Angebot.

Elf Kirchengemeinden sind abwechselnd beteiligt.

Eine Sozialberaterin der Caritas kommt seit einigen Jahren hinzu und bietet den Gästen Hilfe für den Gang zu den Ämtern an.

Rund 100 ehrenamtlich Helfer unterstützen die Aktion, dreiviertel von ihnen sind Frauen.

Im vergangenen Jahr wurden knapp 12.000 Essen ausgeteilt, im Schnitt kamen täglich 77 Tischgäste, um ein warmes Essen zu haben.



„Wir haben nicht gedacht, dass wir die Aktion so lange betreiben würden“, sagt Günter Krämer, Pfarrer im Ruhestand und einer der Initiatoren. Waren es vor 20 Jahren viele Alkohol- und Drogenabhängige, die das Angebot einer warmen Mahlzeit, Gesellschaft und Gesprächen sowie eines Verpflegungspaketes annahmen, habe sich das Klientel bis heute sehr verändert.

Das Gehalt reicht nicht zum Leben

Psychisch Kranke sind darunter, alte Menschen mit geringer Rente, die am Essen sparen müssen, um sich eine Brille, ein Hörgerät oder zuzahlungspflichtige Medikamente leisten zu können, Hartz IV-Empfänger, Menschen mit Arbeit, bei denen das Geld trotzdem nicht reicht.

„Gelegentlich sind auch Familien mit Kindern darunter, aber zum Glück nicht oft – das ist nicht die richtige Umgebung für Kinder zum Aufwachsen“, sagt Krämer. Ohnehin sind in der Zeit der Essensausgabe die meisten Kinder in der Schule. Am Wochenende nehmen einige Mädchen und Jungen mehr eine Mahlzeit ein, die in der Küche des Ketteler-Krankenhauses zubereitet wird.

Großzügige Spender

„Wir hatten hier beispielsweise eine Familie, deren Vater in Offenbach aufgewachsen ist, zurück nach Italien gegangen ist und wegen der Wirtschaftskrise von dort mit seiner fünfköpfigen Familie zurück gekommen ist.“ Erst nutzten sie „Essen und Wärme“. Heute hat der Mann einen Job, die Frau besucht einen Deutschkurs und eine Wohnung haben sie auch gefunden. „Jetzt haben sie sogar gefragt, ob sie uns helfen können.“

Über mangelnde Hilfsbereitschaft müssen die Organisatoren ebenso wenig klagen wie über geringe Spenden. Die benötigten 60.000 Euro pro Saison kommen problemlos zusammen. Zum einen zahlen die Tischgäste selbst einen geringen Anteil, damit sie sich nicht als Almosenempfänger fühlen müssen. Zum anderen dienen die rund 100 Helfer als Multiplikatoren und stehen dafür, dass die Spenden direkt ankommen – der Verwaltungsanteil der ehrenamtlich betriebenen Aktion liegt unter zehn Prozent.

Ansporn für die Arbeit erhalten die Ehrenamtlichen auch durch die Dankbarkeit der Gäste. „Manchmal sagt einer ’Ihr habt mir damals das Leben gerettet’. Da bekommen wir viel zurück.“

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