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28. Juli 2012

EVO-Windpark: In luftigen Höhen

 Von Jörg Muthorst
Miriam Bremermann und Dimitrios Fotakis von der EVO.  Foto: Müller

Miriam Bremermann und Dimitrios Fotakis haben den EVO-Windpark mitentwickelt.

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Man kann ganz gut da oben stehen“, sagt Dimitrios Fotakis. „Zumindest, wenn kein starker Wind weht.“ In 139 Metern schwindelerregender Höhe hat er auf der Gondel eines Kirchberger Windkraftrads für den Fotografen posiert – angegurtet und mit Schutzhelm.

Das großformatige Bild, mit dem der Offenbacher Energieversorger EVO zurzeit für seine „Klimawende in Offenbach“ wirbt, wurde vom Hubschrauber aus geschossen: beim Flug über die 23 Windmühlen des neuen Windparks, den das von der EVO und der Pfälzer Juwi-Gruppe gegründete Gemeinschaftsunternehmen Cerventus im Mai in der Hunsrückgemeinde eröffnet hat.

Der 31-jährige Wirtschaftsingenieur, der am Zustandekommen dieser Kooperation maßgeblich beteiligt war, braucht mittlerweile keine Überwindung mehr, um in solch luftige Höhen zu steigen. „Das ist jedes Mal ein tolles Erlebnis“, findet Fotakis, der bei der EVO heute für den Betrieb des Offenbacher Müllheizkraftwerks verantwortlich ist.

Auch seine Kollegin Miriam Bremermann war schon oben. Zu zweit, dicht aneinandergedrängt im Fahrstuhl. Sollte der steckenbleiben, geht es notfalls auch über eine steile Leiter hinauf – stets mit Karabinerhaken gesichert. Nichts für Konditionsschwache. Die letzten Meter müssen so oder so über die Leiter erklommen werden. Oben wird dann alle Mühe belohnt: „Der Blick in die Ferne über die sich drehenden Windmühlen ist traumhaft“, schwärmt die 34-jährige promovierte Juristin.

Bremermann ist die Windenergie-Managerin der EVO und kümmert sich seit 2008 um die Akquise von Windflächen, um Beteiligungsmodelle und um die rechtliche Seite der regenerativen Energiegewinnung. Die ist für die EVO zunehmend wichtig. Zusammen mit zwei Anlagen in Nordhessen drehen sich bereits 25 Windräder. Im August soll der Vertrag für drei weitere im Vogelsberg unterschriftsreif sein. Damit, sagt EVO-Sprecher Harald Hofmann nicht ohne Stolz, rangiere die EVO als Mittelständler bundesweit unter den Top Ten.

Im Energiemix der EVO sollen Wind, Biomasse (Holzpellets) und Sonne bald einen Anteil von 40 Prozent haben. Und auf 30 Prozent will das Unternehmen den Anteil selbst erzeugter Energie steigern und schon 2015 unabhängig vom Atomstrom sein.

Allein aus der Windkraft will die EVO eine Leistung von 120 Megawatt gewinnen – genug, um 250000 Menschen mit Ökostrom zu versorgen. Die Hälfte davon hat sie bereits erreicht. Auf dem Weg, dezentral und ökologisch zu wachsen, war der Windpark ein Meilenstein – nach der Versorgung Offenbachs und anderer Kommunen mit Ökostrom und dem Bau eines Pelletskraftwerks. Pachtflächen dieser Größe seien aber schwer finden, vor allem in Hessen, sagt Bremermann.

Regionale Energiewende

150 Millionen Euro investiert die EVO in die regionale Energiewende. 85 flossen allein nach Kirchberg. Finanziert wurde das Projekt zu 80 Prozent aus Fremdmitteln, darunter auch ein Klima-Sparbrief über 15 Millionen Euro, der den Sparkassenpartnern in Langen und Offenbach förmlich aus der Hand gerissen wurde.

Gegenüber diesen Größenordnungen nimmt sich Bremermanns Team geradezu bescheiden aus: Nur ein einziger weiterer Mitarbeiter und ein Azubi sitzen bei ihr im „Windzimmer“, wie ihre Kollegen das Büro im ehemaligen Lagerhaus spöttisch nennen. Doch andere EVO-Bereiche, von der Rechtsabteilung bis zum Controlling, leisten ebenso Hilfe wie die Juwi-Kollegen in Wörrstadt.

„Von der Flächengewinnung bis zum ersten Geld vergehen drei bis vier Jahre“, sagt Bremermann. Ohne ihren Pfälzer Partner hätte die EVO noch nicht so viel Leistung im Netz.

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