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23. Januar 2013

G8 G9 Abitur Offenbach: Andrang aufs Abitur

 Von Christina Franzisket
Büffeln zu zweit: Abiturientinnen der Rudolf-Koch-Schule.  Foto: Arnold

In diesem Jahr machen gleich zwei Jahrgänge das Abitur. Die Schulen entwickeln Strategien, wie sie den zahlreichen Prüflingen in diesem Jahr gerecht werden können.

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In diesem Jahr machen gleich zwei Jahrgänge das Abitur. Die Schulen entwickeln Strategien, wie sie den zahlreichen Prüflingen in diesem Jahr gerecht werden können.

In der Pausenaula der Rudolf-Koch-Schule wimmelt es von Schülern. Alle haben nur ein Thema, das Abitur. Seitdem die Schule im neuen Jahr wieder begonnen hat, geht es mit großen Schritten darauf zu. In diesem Jahr absolvieren gleich zwei Jahrgänge die große Prüfung. Die einen haben dann dreizehn Jahre Schulzeit hinter sich, die anderen absolvieren das „Turbo-Abi“ nach G8 in zwölf Jahren.

Dieser doppelte Abiturjahrgang ist nicht nur spannend wegen des direkten Vergleichs von G8- und G9-Schülern, sondern in erster Linie auch eine große organisatorische Herausforderung für die Gymnasien in Offenbach.

Drohender Lehrermangel

Nach Angaben des hessischen Kultusministeriums werden in Offenbach rund 800 Schüler in diesem Jahr ihr Abitur ablegen. 600 an allgemeinbildenden Schulen, 200 an beruflichen Gymnasien und etwa 20 an Abendschulen. Die vielen Prüflinge brauchen genügend Räume. Auch werden Unmengen an Papier für die Aufgaben benötigt. Die zahlreichen Prüfungen erfordern zudem alle verfügbaren Kapazitäten der Lehrkräfte für die Vorbereitung, Aufsicht, Abnahme und Leitung der Prüfungen.

Um den Andrang zu bewältigen, geben sich die Schulen zunächst mehr Zeit für die mündlichen Prüfungen. Sie räumen sich bis zu einer Woche mehr dafür ein. Lehrermangel droht vor allem bei den mündlichen Prüfungen und Präsentationen, bei denen drei Lahrer anwesend sein müssen. Um genügend Personal zu haben, entwickelten die Schulen unterschiedliche Lösungen: Das katholische Mädchengymnasium Marienschule muss insgesamt 50 Prüflinge mehr bewältigen. Studienleiterin Marga Klohoker vermutet, dass es deshalb mindestens einen freien Tag für die anderen Schüler geben wird: „Damit uns alle Lehrer zur Verfügung stehen.“

Bundesjugendspiele verschoben

Die Rudolf-Koch-Schule vereint in ihrer Oberstufe Realschüler und Gymnasiasten aus G8 und G9. Insgesamt wollen in diesem Jahr 165 Schüler ihr Abitur an dieser Schule ablegen: „Das ist ein hoher organisatorischer Aufwand“, sagt Schulleiterin Christiane Rogler, „wir brauchen einen Prüfungsplan, der für alle passt.“

Trotz der vielen Schüler, habe der Jahrgang nicht mehr Lehrer, so Rogler. Um aber doch genügend Lehrkräfte für die Prüfungen zu haben, holt sich der Leiter der Oberstufe Bernhard Hofmann Unterstützung von der Edith-Stein-Schule: „Außerdem haben wir die Bundesjugendspiele in die Prüfungszeit verschoben und werden Ausflüge mit den anderen Schülern machen“, sagt er, „dann ist es leise in der Schule, es gibt genügend Platz und Lehrer.“

Freie Tage

An der Albert-Schweitzer-Schule machen in diesem Jahr 40 Schüler mehr Abitur als im vergangenen Jahr: „Das sind 200 Prüfungen zusätzlich“, sagt Schulleiter Ulrich Schmidt. Doch er sieht der Herausforderung gelassen ins Auge: „Es ist zwar Arbeit, aber wir werden es hinbekommen“, sagt er. Er schätzt, dass es auch an seiner Schule während der mündlichen Prüfungen freie Tage geben wird, um die Raum- und Lehrkapazitäten abdecken zu können. „Das größte Kunststück wird ein sinnvoller und verträglicher Prüfungsplan“, so Schmidt.

Die Leibniz-Schule hat anderen Gymnasien in Offenbach beim „Turbo-Abi“ schon einiges voraus: „Bei uns gibt es schon immer eine Klasse, die nach zwölf Jahren Abitur macht“, sagt Studienleiter Martin Schweinsberg. Außerdem habe man an der Schule ein Jahr zuvor G8 eingeführt und damit schon 2012 viele Abiturienten gehabt. Insgesamt sei aber auch hier die Belastung der Lehrer hoch.

Keine Leistungsunterschiede von G8 und G9

An den beiden beruflichen Gymnasien, der Gewerblich-technischen Schule Offenbach und der Theodor-Heuss-Schule ist der doppelte Jahrgang kein Thema, denn sie haben keine eigene Sekundarstufe. Trotzdem haben sie G8-Schüler unter den Abiturienten: „Bei uns sind in diesem Jahr 15 von 70 Abiturienten aus G8“, so Annette Bickel, von der Geweblich-technischen Schule.

Im direkten Vergleich von G9 und G8 Schülern im Unterricht haben alle Lehrer der Offenbacher Schulen ähnliche Erfahrungen gemacht. Nämlich, dass es keine Leistungsunterschiede gibt. Die Schüler, die 13 Jahre die Schule besuchen, seien zwar manchmal erfahrener und reifer dafür können die Schüler im „Turbo-Abi“ besser organisieren. „Beide Strukturformen haben ihre Vorteile“, so Schulleiterin Rogler. Sie will, wie auch ihr Kollege Schmidt in einer offenen Diskussion bis zum Ende diesen Jahres klären, welchen Weg ihre Schule künftig einschlagen wird, den Schnellen oder den Langsamen bis hin zur ersten großen Prüfung.

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