Ein Flatterband umgibt seit Mai den jüdischen Teil des Alten Friedhofs. Der Zutritt ist damit provisorisch gesperrt. Viele der alten Grabmale sind nicht mehr standsicher.
Säulen und Steine wackeln stellenweise so bedrohlich, dass sie eigentlich umgelegt werden müssten. Die Stadt Offenbach hat davon aus Pietätsgründen abgesehen. Dem Jüdischen Friedhof, einem von Dreien in Offenbach, steht auch eine Umgestaltung bevor: Die beiden großen Grabstein-Pyramiden müssen abgetragen werden.
Die Instandsetzung der unbefristeten Grabstätten obliegt der örtlichen Jüdischen Gemeinde beziehungsweise dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Hessen. Er betreut insgesamt 350 jüdische Grabstätten. Ihm gehört auch dieser östliche Offenbacher Friedhofsteil entlang der Mauer zur Unteren Grenzstraße.
Bund und Land zahlen eine Pauschale für die Erhaltung
Pflege und Unterhaltung besorgt allerdings der städtische Eigenbetrieb ESO. Bund und Land stellen ihm dazu jährlich eine Pauschale von 52 Cent pro Quadratmeter zur Verfügung, sagt Daniel Neumann vom Landesverband. Jüdische Friedhöfe gelten nach den hessischen Landesrichtlinien von 1992 als zu bewahrende Kulturdenkmäler.
Die Grabmale dürften auch aus religiösen Gründen nicht dem Verfall überlassen werden, das wäre respektlos, sagt der Friedhofsexperte des Landesverbandes, Klaus Werner. Die Pflegesumme wird in diesem Jahr aber kaum reichen, um alle schadhaften Steine umgehend wieder standsicher herzurichten, wie dies der städtischen Verkehrssicherungspflicht, aber auch den Anforderungen der Gartenbauberufsgenossenschaft entspricht. "Wir müssen deshalb den Friedhof schrittweise sanieren", sagt Neumann.
10.000 Euro aus der Pauschale stehen dafür noch dieses Jahr zur Verfügung. Gemeinsam mit Vertretern der Steinmetzinnung wurden jetzt 20 besonders wackelige Grabsteine ausgewählt. Nicht mehr reparabel, so Werner, sind die beiden großen Pyramiden, zu denen Grabsteine des 1708 angelegten, wegen des Eisenbahnbaus jedoch 1860 aufgegebenen Jüdischen Friedhofs an der Bismarckstraße aufgetürmt worden waren.
Aufgespannte Netze vermögen die beiden Denkmale nur notdürftig zu sichern. Der Mörtel, der sie fast 150 Jahre lang zusammenhielt, ist porös. Und für eine neue Aufschichtung sind die Steine inzwischen zu zerbrechlich. Werner schlägt vor, sie am Wegrand aufzustellen.
Gemeinsam bestattet
Auch andere Grabsteine, die die Jüdische Gemeinde Offenbach 1872 von der Bismarckstraße umsetzte, erinnern noch an ihre alte Begräbnisstätte an der Ecke zur Groß-Hasenbach-Straße. 1860 war der 1832 angelegte allgemeine Friedhof (heute: Alter Friedhof) Richtung Osten erweitert worden. Als Ausdruck bürgerlicher Liberalität und gelungener Integration jüdischer Offenbacher in die Stadtgesellschaft wurden hier erstmals nicht mehr Angehörige jüdischen und christlichen Glaubens räumlich getrennt voneinander, sondern auf ein und demselben Friedhof bestattet. Lediglich ein Weg teilt bis heute die beiden Abteilungen voneinander.
In beachtlicher formaler Geschlossenheit finden sich auf den jüdischen Grabfeldern überwiegend typisch flache Stelen aus rotem Sandstein. Teils einfach, teils aufwendig gestaltet und seit dem frühen 20. Jahrhundert bis auf die Schrift kaum mehr von der Optik christlicher Grabdenkmäler zu unterscheiden.
Nur figürlich-bildhafte Darstellungen finden sich hier aus religiösen Gründen nicht. Mit Ausnahme des kunstvollen Wandgrabes des jüdischen Ehrenbürgers Ludo Mayer im späten Jugendstil, das die Nazis unter einem Bretterverschlag verbargen.
Auf dieser Seite lesen Sie Nachrichten aus der Stadt Offenbach. Alles aus Dietzenbach, Dreieich, Langen, Neu-Isenburg, Rodgau und Rödermark finden Sie auf unserer Seite über den Kreis Offenbach.

Die Stadt und Region auf einen Blick: unsere neue Übersichtsseite für Frankfurt und Rhein-Main - das Pflicht-Lesezeichen für alle Hessen.
Berichte aus Bad Homburg, Hochtaunus | Bad Vilbel, Wetterau | Darmstadt | Frankfurt | Kreis Groß Gerau | Hanau, Main-Kinzig | Main-Taunus | Mainz | Offenbach | Kreis Offenbach | Wiesbaden.
Offenbach bangt um einen großen Arbeitgeber: Die Krise beim insolventen Druckmaschinen-Hersteller Manroland.
Facebook | Twitter überregional | Google+
| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | SV Sandhausen | 57:42 | 66 | ||
| 2 | VfR Aalen | 50:42 | 64 | ||
| 3 | Jahn Regensburg | 55:41 | 61 | ||
| 4 | 1. FC Heidenheim | 48:36 | 60 | ||
| 5 | Rot-Weiß Erfurt | 54:41 | 59 | ||
| 6 | Burghausen | 55:47 | 57 | ||
| 7 | VfL Osnabrück | 46:35 | 55 | ||
| 8 | Kickers Offenbach | 49:41 | 55 | ||
| 9 | Chemnitzer FC | 47:43 | 55 | ||
| 10 | 1. FC Saarbrücken | 61:51 | 54 | ||
| 11 | VfB Stuttgart II | 44:47 | 50 | ||
| 12 | Preußen Münster | 40:44 | 50 | ||
| 13 | Arminia Bielefeld | 51:57 | 50 | ||
| 14 | Darmstadt 98 | 51:47 | 49 | ||
| 15 | Unterhaching | 63:59 | 44 | ||
| 16 | Wiesbaden | 40:48 | 44 | ||
| 17 | SV Babelsberg | 44:59 | 44 | ||
| 18 | Carl Zeiss Jena | 39:59 | 39 | ||
| 19 | Oberhausen | 33:47 | 38 | ||
| 20 | Werder Bremen II | 29:70 | 22 | ||