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15. Dezember 2010

Jugendkultur in Offenbach: Kopfüber in die Nacht

 Von Wiebke Rannenberg
Volles Haus bei der Querbeat-Disco-Party.  Foto: Rolf Oeser

„Action, attraction and satisfaction“: Das Jugendkulturbüro Offenbach ist seit zehn Jahren ein gefragter Ort für junge Musiker.

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Die Motivationstreppe in der musikpädagogischen Arbeit im Jugendkulturbüro Offenbach hat sechs Stufen: Schnupperkurs, mitspielen in einer Rock- oder Hiphop-Gruppe, Auftritte in Offenbach und Region, Tourneen und bundesweite Jugendprojekte, Demotapes und Studio, schließlich Projekte mit internationalen Mit-Musikern. Ziel ist, „tiefe Spuren“ in den jungen Musikern zu hinterlassen und sie zu motivieren, sich weiter für sich und andere zu engagieren.
Neben Veranstaltungen und Workshops bietet das Jugendkulturbüro Dienstleistungen an: unter anderem Probenräume, Verleih von technischen Geräten, Organisation von Workshops, Vorträgen und Fortbildungen.
Infos: Telefon 069/ 80 65 39 69 und www.jugendkulturbuero.junetz.de ran

Sozialpädagogisch ausgedrückt ist das Ziel von Michael Koch und seinen Leuten im Jugendkulturbüro seit zehn Jahren, jungen Menschen zu ermöglichen, sich ganzheitlich zu entwickeln, Emotionen auszuleben und Selbstwirksamkeit zu erfahren. Einfacher sagt Koch es selbst: „Action, attraction and satisfaction.“

Im September 2000 startete das kommunale Projekt im damaligen Club 32 in der Landgrafenstraße, ein halbes Jahr später zog es in das neu eröffnete Kinder-, Jugend- und Kulturzentrum Sandgasse in der Innenstadt. Dort sorgt es mit dafür, dass das Haus vom Morgen bis zum Abend voll ist von Musik und Tanz. Vormittags kommen die Schulklassen zum Trommeln und anderen Kursen, nachmittags trudeln die Workshopteilnehmer und Bandmitglieder ein, abends gibt es Konzerte und anderes. Da kommen auch Erwachsene, zum „Tu-es-Day“ ebenso wie zur Querbeat-Disco „Kopfüber in die Nacht“.

Manchmal kommt Prominenz

Allein mit der musikpädagogischen Arbeit, die unter dem Logo „offRock“ läuft, würden wöchentlich bis zu 250 Kinder und Jugendliche erreicht, sagt Claudia Weigmann-Koch. Hinzu kämen bis zu 6500 Veranstaltungsbesucher sowie 750 Teilnehmer von Workshops. Betreut wird das alles von drei Hauptamtlichen, 18 Honorarkräften mit einigen Stunden und Ehrenamtlichen, die vor allem den „Tu-es-Day“ für Dienstagabend organisieren. Da kann es sein, dass auch mal Prominente wie der Konzertveranstalter Fritz Rau kommen – um so die musikalische Arbeit mit den Jugendlichen zu unterstützen, sagt Weigmann-Koch.

Mit den Jahren und dem Interesse wuchsen auch die Möglichkeiten. Zwei voll ausgestattete Probenräume und ein Tonstudio sowie ein Veranstaltungssaal stehen zur Verfügung. Für fünf ältere Bands hat das Büro jetzt einen zusätzlichen Raum gemietet. Und eigentlich sei im Zentrum auch noch ein Raum nötig, in dem sich Fans der Bands vor den Auftritten treffen können, sagt Koch.

Die meisten jungen Leute sind zwei bis drei Jahre dabei, sagt Weigmann-Koch. Doch einige bleiben länger, spielen in Bands, werden in Tontechnik ausgebildet, organisieren Veranstaltungen, kümmern sich um jüngere. Dazu gehört Daniel El Mokdad, der heute 30 Jahre alt ist. Er und seine Mit-Hip-Hopper von „Ohne Fronten“ stießen vor elf Jahren dazu. Das besondere sei gewesen – und ist es für den Nachwuchs bis heute –, dass sie auch als junge Leute gleich an der ganzen Organisation von der Planung bis zum Plakatentwurf mitwirken durften. „Wir wurden unterstützt, aber konnten unser eigenes Ding machen,“ sagt der junge Mann.

Dieses Gefühl zu vermitteln, ist denn auch Teil des pädagogischen Konzepts, das hinter hunderten von Workshops, Auftritten und Jugendaustauschfahrten ins Ausland steht. „Es geht darum, junge Menschen fit zu machen für eine komplexe und schwierige Welt“, sagt Koch. Das sei auch eine Erfahrung aus der Jugendarbeit im ehemaligen sozialen Brennpunkt Lohwald.

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