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12. Dezember 2012

Kinderbetreuung: Fluglärm verzögert Hort-Pläne

 Von Monica Bielesch

Der Internationale Bund wartet mit der geplanten Horteröffnung auf eine Ausnahmegenehmigung des Regierungspräsidenten.

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Der Internationale Bund (IB) muss die geplante Horteröffnung an der Rowentastraße verschieben. Eigentlich wollte Geschäftsführerin Rita Waterstradt bereits Mitte Januar die drei Hortgruppen für insgesamt 75 Kinder in den Räumen des Internationalen Bundes eröffnen. Nun muss sie jedoch noch auf eine Ausnahmegenehmigung des Regierungspräsidiums warten.

Hintergrund: Die Rowentastraße 9 liegt in einer Lärmschutzzone des Flughafens Frankfurt. Wie überhaupt gemäß Fluglärmgesetzes 80 Prozent des Offenbacher Stadtgebietes. In dieser Schutzzone gelten umfangreiche Bauverbote und Planungsbeschränkungen. „Unter anderem dürfen hier eigentlich keine neuen Kinderbetreuungs-Einrichtungen entstehen“, so Waterstradt. Also musste die Stadt bescheinigen, dass ein dringender Bedarf an Hortplätzen in diesem Stadtgebiet besteht und der IB eine Ausnahmegenehmigung beantragen. Und erst wenn diese bewilligt sei, könne der Bauantrag genehmigt werden.

Möglich wurden die Pläne, weil der IB seine Räume durch Maßnahmen für Beschäftigungsförderung nicht mehr auslasten könne, erläuterte Waterstradt. „Das ist bedingt durch die Einsparungen bei der Bundesagentur für Arbeit.“ Weil der IB bereits Kitas an der Kaiserstraße und an der Ziegelstraße betreibe, sei der Plan für einen Hort entstanden.

Die Stadtverordneten haben dem Projekt schon zugestimmt, das Jugendamt ist mit im Boot und der Magistrat hält es für dringend nötig, auf die gestiegene Nachfrage nach Hortplätzen zu reagieren. Aktuell rechnet Waterstradt damit, dass bis spätestens Mitte Februar der Hort eröffnen kann. Dann sollen rund 450 Quadratmeter der insgesamt 1800, die der IB im dritten Stockwerk belegt, kindgerecht umgestaltet sein. Der Hort wird einen separaten Eingang haben, denn es soll eine räumliche Trennung zu den übrigen IB-Räumen, wo zurzeit rund 15 Mitarbeiter sitzen, geben.
Die zukünftigen Hortkinder erwarten weitläufige Räumlichkeiten. Die Flure sind breit, die Decken hoch, schon jetzt herrscht eine helle, freundliche Atmosphäre. Die zuständige Bereichsleiterin Heidi Bauch: „Wir planen ein teiloffenes Konzept.“ Das heißt, die Kinder haben eine feste Gruppe, können sich aber überall frei bewegen.

Im jetzigen Bistro sollen die Schüler ein Mittagessen bekommen. „Das lassen wir von einem Caterer liefern“, so Waterstradt. Es wird einen Medienbereich geben, Rückzugsmöglichkeiten für die Kinder, ebenso wie einen Werk- und Kreativraum mit Werkbank und großer Staffelei. Geplant sind auch Bewegungsangebote, besondere Sprachförderung oder auch eine Lesegruppe.

Zu den Umbaukosten, die der IB aus der eigenen Kasse zahlt, will sich Waterstradt nicht näher äußern. „Sie liegen weit über 50000 Euro.“ Die Einrichtung soll sich vorrangig über die jährlichen Betriebskostenzuschüsse der Stadt in Höhe von 380000 Euro finanzieren. Eltern zahlen für einen Platz inklusive Mittagessen 154 Euro. Insgesamt fünf Erzieherinnen sollen in Teilzeit von 12.30 bis 17 Uhr die Kinder betreuen.

Vorrangig soll der neue Hort Kinder der Anne-Frank-Schule und der Lauterbornschule ansprechen. „Aber wir sind offen für jeden“, betont Waterstradt.

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