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10. Dezember 2012

Klinikum Offenbach: Verkauf des Klinikums läuft

 Von Sigrid Aldehoff
Das verschuldete Klinikum steht vorm Verkauf.  Foto: Boeckheler

Friedrich Grimminger wurde vertraglich ermächtigt, das Verfahren zum Verkauf des Offenbacher Klinikums durchzuführen. Bis März sollen die Verhandlungen laufen.

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Gute Lage, neu gebaut, hervorragende Mediziner und engagiertes Personal: Friedrich Grimminger verdient sein Geld nicht als Makler, sondern an der Rhön-Uniklinik in Gießen als Direktor der Medizinischen Klinik IV/V. Doch seit gestern ist der Internist außerdem offiziell ehrenamtlicher Verfahrensbevollmächtigter zum Verkauf des Offenbacher Klinikums. Gerne nennt er also die Vorzüge des ihm anvertrauten hoch verschuldeten Hauses, dessen Insolvenz erst im November mit Hilfe der hessischen Landesregierung abgewendet wurde.

„Das Offenbacher Klinikum darf auf keinen Fall untergehen“, sagte er gestern im Rathaus. Dort wurde die Vereinbarung zu seiner Verfahrensbevollmächtigung von Oberbürgermeister Horst Schneider, Bürgermeister Peter Schneider, der Geschäftsführerin der Klinikum Offenbach GmbH, Franziska Mecke-Bilz, und Grimminger selbst unterzeichnet. Damit ist er jetzt Leiter des von den Stadtverordneten beschlossenen Verkaufsverfahrens. Es gebe im Rhein-Main-Gebiet ein Überangebot an Klinikbetten, sagte er. „Die Krankenhäuser der Maximalversorgung müssen weg von ihrer Ritterburgmentalität und sich abstimmen. Es geht um die Patienten und um nichts anderes.“ Private oder kommunale Kaufinteressenten können sich nun bis zum 21. Dezember melden, aktuell spricht Grimminger von acht Interessenten. Fachleute beurteilen deren Bonität, dann wird verhandelt. Wichtig sei, dass ein potenzieller Betreiber die Kernanforderungen nicht nur bei der Finanzkraft, sondern auch in Sachen Qualität erfülle, betont er. Bis zum 31. März sollen endgültig alle Angebote vorliegen. Dann entscheidet das Stadtparlament, wer das jetzt noch städtische Klinikum künftig betreiben wird. Störfeuer könnte durch das Bürgerbegehren kommen, das Unterschriften für einen Bürgerentscheid über den Verkauf des Klinikums sammelt. Als Demokrat begrüßt Grimminger privat prinzipiell solche Initiativen, „ich habe aber den Eindruck, dass eine absolute Mehrheit für den Weg ist, den wir eingeschlagen haben.“ Für den Verkauf des Klinikums sei auch die Atmosphäre in einer Kommune wichtig, es sei nicht förderlich, wenn der Interessent dort als Feind angesehen werde. Die Verkaufsverhandlungen werden trotzdem geführt, allerdings könne kein Abschluss erfolgen, wenn ein Bürgerentscheid ausstehe, sagte Grimminger.

Er betonte, dass die Krankenhäuser bundesweit wegen zu hoher Kapazitäten in ihrer schwersten Krise seien. Den Verdrängungswettbewerb spüre Offenbach nun wie alle anderen Häuser, hinzu kämen Altlasten und die Schulden , die aufgrund des Neubaus entstanden sind. Viel Lob gab es für Geschäftsführerin Mecke-Bilz. Sie sei erst spät an Bord gekommen, habe aber das Schiff wieder flott gemacht.

Und die Geschäftsführerin hält den Sparkurs: Die Sanierung gehe weiter, berichtete sie, „Wir haben in diesem Jahr 200 Stellen abgebaut und die Leistung um drei Prozent erhöht, in den kommenden zwei Jahren werden jeweils 60 weitere Stellen wegfallen.“ Ungeachtet der nervenaufreibenden Umstände stünden die 2300 Mitarbeiter „wie eine Eins hinter ihrem Krankenhaus“, sagte Mecke-Bilz. Obwohl in jüngster Zeit „ viele Headhunter durch die Flure des Hauses laufen“ habe es nicht mehr Kündigungen gegeben als zu anderen Zeiten.

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