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19. Februar 2014

Kunst in Offenbach: Rückgriff auf Archetypen

 Von Von Frank Sommer
Diese Künstlerinnen stellen im Haus für Stadtgeschichte aus (v.l.n.r.): Katja M. Schneider, Michaela Haas, Anja Hantelmann.  Foto: Monika Müller

Der Andrang ist groß bei der Ausstellungseröffnung der Offenbacher Künstlerinnen Michaela Haas, Anja Hantelmann und Katja M. Schneider. Im Haus der Stadtgeschichte zeigen sie ihre Ausstellung „Metamorphosen“.

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Ein ungewöhnliches Kompliment, aber ein treffendes. „Es freut mich, dass unsere Stühle mal wieder nicht reichen“, sagt Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) bei der Ausstellungseröffnung. Ein Lachen geht durch die Reihen. Denn tatsächlich ist der Andrang im Haus der Stadtgeschichte so groß, dass Stühle und eilig herbeigeschaffte Hocker nicht für alle Besucher ausreichen.

Gekommen sind die Besucher, um Werke der bekannten Offenbacher Künstlerinnen Michaela Haas, Anja Hantelmann und Katja M. Schneider zu sehen. Das Werk des römischen Dichters Ovid stand beim Titel der Ausstellung Pate: „Metamorphosen“. Wie bei Ovid beschäftigen sich die Kunstwerke mit der Verwandlung, der Umwandlung vom Menschen. Jede der Künstlerinnen hat einen ganz eigenen Zugang zum Thema: Katja M. Schneider zeigt die Verwandlung junger Mädchen zur Frau. Die Pubertät ist hier die größte der Wandlungen. In teils überlebensgroßen Gemälden hat sie vier junge Mädchen an der Schwelle zum Erwachsenwerden gemalt. Oder sie in Porträts vorgestellt. Bewusst greift sie dabei auf die Formen- und Bildsprache von Mittelalter und Renaissance zurück, wie Kunsthistoriker Thomas Niemeyer in seiner Einführungsrede betont.

Moderne Form

So finden sich auch die bekannten „Mitteilungszettelchen“ in ihren Bildern wieder – aber in moderner Form durch Smartphones dargestellt. Die Umwandlung in der Pubertät unterliege selbst einem Wandel in der Bewertung, sagt Niemeyer: „Von älteren wird diese Zeit verklärt und idealisiert, während Jugendliche sie oft als problematisch empfinden.“ Auch das hat Eingang in Schneiders Werk gefunden: Frösche spielen, wie Schneider sagt, auf die märchenhafte Suche nach dem Traumprinzen an. Doch nicht in jedem Frosch steckt ein Prinz, wie die giftige Farbe eines der Exemplare verrät.

„Wir trafen uns im vergangenen Frühjahr und stellten uns unsere Projekte vor“, erinnert sich Anja Hantelmann, „Michaela Haas meinte, dass all das wunderbar zum Thema ‚Metamorphose‘ passen würde.“ Der Titel der Ausstellung stand damit fest, in den verbleibenden zwölf Monaten haben die Künstlerinnen die ausgestellten Werke geschaffen. Haas hat sich mit Figuren und Zeichnungen rund um Mensch und Pferd beschäftigt. „In meinem Werk mischen sich Tiere mit Menschen.“ Rückgriffe auf Mythologie und Archetypen sind in ihren Kunstwerken allgegenwärtig. Und bieten doch Raum für die Phantasie des Betrachters, denn Gesichter oder Mimik fehlen hier.

Kafkas Erzählung „Der Geier“ lieferte Hantelmann die Inspiration zu ihren Bildern. Wie in der Erzählung hackt auch in ihren Motiven ein Geier auf Menschen ein. An der Greifvogelwarte am Neckar hat Hantelmann die Raubvögel studiert, bevor sie diese malte. „Ich – Geier“ nennen sich einige der Bilder und zeigen die Verwandlung einer Frau zum Vogel.

Gefüllter Ausstellungskalender

Was zunächst ausschaut, als seien die Hände der Frau hinter dem Rücken gefesselt, stellt sich bei näherer Betrachtung als tierisches Verhalten heraus. „Denn wie hält ein Geier seine Flügel? Richtig, hinter dem Rücken“, sagt Hantelmann. Mit einem Grinsen fällt dies auch einem Besucher auf, als er beim Betrachten unmerklich die Hände hinterm Rücken ineinander legt. Zehn Bilder hat Hantelmann zur Ausstellung beigetragen, wie bei allen drei Künstlerinnen ist es aber nur ein Bruchteil dessen, was sie im vergangenen Jahr geschaffen haben. Jürgen Eichenauer, dem Leiter des Hauses der Stadtgeschichte, sind sie dankbar, dass er ihnen eine Ausstellungsmöglichkeit bietet. Denn der Ausstellungskalender ist gut gefüllt, wie dieser verrät: Bis Ende 2018 sind weitere Ausstellungen schon geplant.

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