Sie heißen Harrier, Hunter, Hornet, Joes Favorit und der Pfeil. Sie sind aus einem einzigen weißen Blatt Kopierpapier gefaltet. Sie können fliegen. Das sollen sie zumindest; möglichst lange, möglichst weit und zielgenau. Bei der 3. Rödermärker Papierfliegermeisterschaft am vergangenen Samstag gab es zum ersten Mal drei Kategorien. In den vergangenen zwei Jahren wurden die Zeiten gestoppt, wie lange die Flieger in der Luft ausharrten. Außerdem maßen die Veranstalter vom Tischtennisverein DJK-TTC Ober-Roden die Wurfmeter.
In diesem Jahr ging es zusätzlich um die Zielgenauigkeit: Eine Scheibe aus dem Bogenschießsport wurde aufgestellt, wer dem Gold am nächsten kam, wurde Gewinner. Den ersten Versuch macht jedes Jahr der Bürgermeister Roland Kern. Im Vorjahr hatte er mit rund sechs Sekunden den zweiten Platz erreicht. Diesmal sind es nur 5,3 Sekunden. Seine Ehefrau folgt ihm. „Zeigen Sie ihrem Gatten, wo der Hammer hängt“, feixt Moderator Lutz Heider. Sie wirft den Flieger im hohen Bogen in die Luft und zack, er saust sofort auf den Boden. „Noch nicht mal eine Sekunde“, stellt Heider nüchtern fest. Jonas Berner setzt mit 22 Meter sofort eine Marke. Am Ende toppt der 14-Jährige sich selbst und gewinnt den Wettbewerb mit 25 Metern.
Die Idee für den Wettbewerb hatte Lutz Heider, der Mitglied im DJK-TTC Ober Roden ist. Als sein Sohn vor ungefähr drei Jahren im Kindergarten Papierflieger bastelte, kam ihm der Einfall, daraus einen Wettbewerb zu machen. Aufgrund seiner Mitgliedschaft im Verein hatte Heider leichtes Spiel bei Planung und Umsetzung. Die Halle war da und die Banden für die Tischtennisturniere wurden als Abgrenzungslinie der Wurffläche umfunktioniert.
Mittlerweile kennt sich Sportredakteur Heider in dem Papierfliegermetier bestens aus. „Es gibt sogar eine Weltmeisterschaft im Papierfliegen“, schwärmt er. Der Japaner Takuo Toda halte den Rekord mit 27,9 Sekunden. In Rödermark wurde im Jahr 2010 mit 7,7 Sekunden die Höchstgrenze gesetzt. In diesem Jahr wurde von dem 13-jährigen Sebastian Berck ein neuer Rekord aufgestellt: 8,37 Sekunden flatterte sein Fluggerät in der Luft. Ein glückliches Händchen bewies der Schüler auch in der Disziplin Zielgenauigkeit: Bis zu 60 cm reichte sein Papierflieger an das Gold der Zielscheibe heran, damit kam er dem Ziel am nächsten und gewann auch in dieser Kategorie.
Spucke nicht erlaubt
Vor dem Wettbewerb konnten die Kinder, und auch die Erwachsenen, vor Ort Flieger basteln. Im Foyer der Sporthalle hingen „Baupläne“ und Papier lag aus. Die Teilnehmer durften aber auch selbst gebastelte Flieger mitbringen. Die schaut sich Heider ganz genau an. Wichtig sei nämlich, dass keine Hilfsmittel, wie zum Beispiel Kleber oder Büroklammern benutzt würden. „Außerdem muss der Flieger als Fluggerät erkennbar sein“, da ist Heider sehr streng. Es ginge nämlich nicht, etwa mit viel Spucke eine Kugel zu formen, die dann natürlich viel weiter fliegen könnte.
Die Teilnehmerzahl ist seit dem ersten Wettbewerb gestiegen. In diesem Jahr waren es rund 60, mit 170 Flügen gab es rund 50 mehr als im Vorjahr. Pro Flug mussten die Teilnehmer 50 Cent zahlen, die in die Jugendabteilung des Tischtennisvereins fließen sollen.
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| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | SV Sandhausen | 39:26 | 46 | ||
| 2 | VfR Aalen | 34:22 | 46 | ||
| 3 | Jahn Regensburg | 38:23 | 39 | ||
| 4 | 1. FC Heidenheim | 31:24 | 37 | ||
| 5 | 1. FC Saarbrücken | 42:34 | 36 | ||
| 6 | Rot-Weiß Erfurt | 31:26 | 36 | ||
| 7 | Chemnitzer FC | 33:31 | 36 | ||
| 8 | VfL Osnabrück | 28:20 | 35 | ||
| 9 | Burghausen | 36:31 | 35 | ||
| 10 | VfB Stuttgart II | 27:29 | 34 | ||
| 11 | Kickers Offenbach | 28:25 | 33 | ||
| 12 | Preußen Münster | 25:26 | 32 | ||
| 13 | Arminia Bielefeld | 33:39 | 31 | ||
| 14 | Wiesbaden | 26:34 | 30 | ||
| 15 | SV Babelsberg | 33:41 | 29 | ||
| 16 | Unterhaching | 38:40 | 28 | ||
| 17 | Darmstadt 98 | 31:34 | 27 | ||
| 18 | Oberhausen | 23:33 | 22 | ||
| 19 | Carl Zeiss Jena | 26:43 | 21 | ||
| 20 | Werder Bremen II | 24:45 | 18 | ||