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28. Oktober 2014

Offenbach: Erweiterte Ostliebe

 Von 
Gemeinsam im Hafen: OB Schneider (links), Investor Goldman (mitte) und Olaf Cunitz.  Foto: Monika Müller

Beim Spatenstich für das Luv-und-Lee-Gebäude demonstrieren Offenbach und Frankfurt Einigkeit.

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Mit Rivalität braucht man Olaf Cunitz nicht kommen. „Offenbach-Witze sind ja so etwas von vorgestern“, sagt Frankfurts Grüner Bürgermeister. Und auch das Offenbacher Stadtoberhaupt Horst Schneider (SPD), hält historische Animositäten für längst überwunden: „Konflikte zwischen Frankfurt und Offenbach? Ich weiß gar nicht, wo die sein sollen.“ Im Gegenteil verbinde die Nachbarstädte eine lange Geschichte der Zusammenarbeit.

Zwischen den Stadtspitzen der beiden Mainstädte herrschte also herzliches Einvernehmen. Das zumindest ist die Botschaft die Cunitz und Schneider am Dienstagvormittag zu verkünden haben. Beide haben den Weg in das in Bau befindliche Offenbacher Hafenviertel gefunden. Um auf einem Gesprächspodium die Einigkeit hochleben zu lassen und den Spatenstich für ein neues Bauprojekt zu vollziehen, das als Symbol für die neue alte Partnerschaft beider Städte herhalten soll.

Luv und Lee ist der Name des gut 15 Millionen Euro teuren Gebäudes, das quasi direkt am Eingang zum künftige Hafenviertel entsteht. Geplant sind 27 Eigentumswohnungen auf einer Bruttogeschossfläche von 3600 Quadratmetern. Der architektonische Clou besteht in der Bauweise, die einen Solitär mit einem Riegel verbindet. Dadurch sollen die Wohnungsgrundrisse aus sogenannten „split levels“ bestehen.

Gemein sind damit gegeneinander versetzte Halbgeschosse, die durch Innentreppen miteinander verbunden sind. Ein Raumkonzept, das seit knapp einem halben Jahrhundert nicht mehr realisiert wurde, von dem Investor Ardi Goldman jedoch überzeugt ist. Der Frankfurter Ardi Goldman ist einer der bekanntesten Investoren in Rhein-Main. Auch er hat es sich nicht nehmen lassen, am Dienstag nach Offenbach zu kommen. „Im Prinzip ist das hier die Erweiterung meiner Ostliebe“, scherzt Goldman.

Will man wissen worauf Goldman anspielt, muss man nur wenige Kilometer flussabwärts spazieren, um einen Blick auf das inzwischen weitflächig aufgewertete Frankfurter Osthafengebiet zu werfen. Auch hier zählte Goldman zu den Pionieren. Ein ähnliches Potenzial für Kreativräume und gehobenes Wohnen sieht er im Offenbacher Hafenviertel. „Dieser Hafen schreit danach, entwickelt zu werden.“

Luv und Lee ist sein Beitrag. Das direkt an der Hafentreppe gelegene Gebäude, soll im Erdgeschoss hochwertige Gastronomie bieten. Eine Osteria soll dort zur „Belebung des Platzes“, der hier in einigen Jahren entstehen wird, beitragen, erklärt Daniela Matha, Geschäftsführerin der Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft (OPG). Die Fertigstellung des Gebäudes ist für Anfang 2016 geplant.

Wie viel genau der Quadratmeter im Luv und Lee kosten soll, verrät Goldman. „Aber mit Sicherheit 2000 Euro weniger als im Westhafen“, sagt der Investor in Anspielung auf das Nobelviertel am Frankfurter Mainufer. Es werde nicht sein letztes Projekt im Hafenviertel sein, verspricht Goldman. Und vielleicht biete die Zusammenarbeit zwischen Offenbach und Frankfurt ja auch die Gelegenheit eine seiner alten Ideen wieder aufzugreifen: Ein Wassertaxi-Dienst auf dem Main.

Schneider und Cunitz nehmen den Vorschlag wohlwollend zur Kenntnis. Allerdings haben sie drängendere Sorgen, beide warten auf finanzielle Zusagen aus Wiesbaden. Offenbach für den Neubau der Hochschule für Gestaltung, Frankfurt für den Neubau der Hochschule für Musik und darstellende Kunst. Bei so viel Gemeinsamkeiten stellt sich langfristig die Frage, ob beide Städte nicht fusionieren sollten. Eine Idee, der keiner der beiden Kommunalpolitiker widerspricht. „Mit so einer Kleinstaaterei, wie sie derzeit die Verfasstheit der Region ausmacht“, betont Schneider, „kommen wir nicht weiter.“

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