Aktuell: Zuwanderung Rhein-Main | Fotostrecken | Polizeimeldungen
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Offenbach
Berichte und Bilder von allen wichtigen Ereignissen in Offenbach

18. November 2015

Offenbach: Neues Leben im City Center

 Von 
Der Platz mit dem größten Balkon der Stadt, der Marktplatz, bekommt neues Publikum.  Foto: Monika Müller

Kreative und andere Leute können in dem seit Jahren fast leer stehende City Center am Marktplatz Büros mieten. Dabei sind die Platzbedürfnisse der bisherigen Interessenten höchst unterschiedlich.

Drucken per Mail

Raum für inspirierende Ideen und fachlichen Austausch und „den wohl größten Balkon Offenbachs“: Dieses Angebot macht ein junges Start-up Unternehmen anderen Gründern oder Menschen mit Lust auf alternativen Büroraum zum günstigen Preis mitten in der City. Das Gebäude selbst bringen Offenbacher zunächst nicht zwangsläufig mit Worten wie Inspiration in Verbindung: Es ist das seit Jahren fast leer stehende City Center am Marktplatz, in dem bis vor rund acht Jahren unter anderem das Ordnungs- und das Umweltamt der Stadt untergebracht waren. Jetzt sind dort noch gut laufende Fastfood-Restaurants und eine Spielhalle im Erdgeschoss, darüber gähnen rund 2500 Quadratmeter Leerstand.

Auf das Gebäude kamen einige der jungen Initiatoren im Rahmen der Bürgerbeteiligung für den von der Stadt geplanten Umbau des Marktplatzes. Phileas Laoutides, der in einem Architekturbüro arbeitet und Philosophie studiert, der Künstler Alex Christ, HfG-Student Julian Kuhn, die Studentin und freiberufliche Architekten-Mitarbeiterin Iyerusalem Solomon und der Student Sebastian Becker gehören zu der Gruppe, die mit dem Besitzer Josef Buchmann in Frankfurt Kontakt aufnahm. Der gab der Gruppe einen längerfristigen Mietvertrag. Jetzt wollen sie von der sechsten Etage aus anderen Kreativen Lust auf Büroraum machen, der abseits von sterilem Prospektcharme neben Rückzug auch einen Pool von gegenseitigem Austausch bietet.

Dafür haben sie selbst zum Handwerkszeug gegriffen, den Boden neu verlegt, Wände gestrichen. Wer hier einen Arbeitsraum sucht, sollte ihn sich auch selbst zurechtmachen können. Dort einziehen wie im früheren Projekt Wohnbüro im ebenfalls lange leer stehenden IHK-Gebäude am Platz der deutschen Einheit, in dem einige der jetzigen Gründer gelebt haben, geht aber nicht. „Dafür wären die Investitionen zu groß gewesen“, sagt Laoutides. Aber zum Arbeiten wäre für rund 300 Leute Platz, schätzt die Gruppe.

Die Mitglieder des Start-up-Unternehmens haben es sich schon schön gemacht.  Foto: Andreas Arnold

Dabei sind die Platzbedürfnisse der bisherigen Interessenten höchst unterschiedlich. Da ist eine vierköpfige Studentengruppe, die sich einen Raum teilen möchte, andere wollen sich mit ihren Ideen alleine in mehreren Räumen ausleben. Für alle wollen die Macher des Upper City Centers, wie sie das Gebäude nennen, flexible Lösungen anbieten. „Es müssen nicht zwingend kreative und nicht junge Leute sein, die hier mitmachen“, sagt Sebastian. „Das soll ein dynamisches Projekt sein mit Nutzern, die die ganze Stadt widerspiegeln.“ Und Julian ergänzt: „wie ein Organismus, der zusammenarbeitet.“

Der Besitzer, dem Frankfurter Unternehmen Josef Buchmann Immobilien, verfolgt mit großem Interesse das Engagement der Gruppe. „Das ist eine schöne Sache, dass die jungen Leute das Haus für Kreative attraktiv machen wollen“, sagt Yannik Wurm, der für die Vermietungen zuständig ist. Die Büronachfrage sei überschaubar, sagt er auf die Frage, warum das Haus in zentralster Lage so lange frei blieb. Zwar habe es Nachfragen gegeben: Doch für eine Kita beispielsweise seien die Anforderrungen an die Rettungswege nicht umsetzbar gewesen, bei kirchlichen Vereinen wiederum hätten die Versammlungsrichtlinien erfüllt werden müssen. Für Büroraum fehlen zudem Parkplätze. „Aber die Jungs mit ihrem Draht zur kreativen Szene, das könnte funktionieren“, sagt Wurm.

Die Ideen der Gruppe hören nicht an der Fassade auf. „Wenn man etwas verändern will, geht man dahin, wo es am hässlichsten ist“, erklärt Alex Christ. „Wir wollen auch den Raum um das Gebäude bespielen und lebenswert machen.“ Den über dem Marktplatz hängenden Rest der gekappten B-Ebene wollen die Initiatoren in ihr Konzept der gemeinschaftlichen Büros mit kreativer Atmosphäre einbeziehen: „Wir wünschen uns dort ein cooles Café“, sagt Axel Christ und als Anreiz für einen potenziellen Betreiber „bieten wir hier im Haus eine interessante Zielgruppe.“ Auch die Fläche vor dem Gebäude soll schöner werden. „Die Leute hasten da nur vorbei, aber dort gibt es keine Aufenthaltsqualität.“ Die Aufwertung habe beim Salzgässchen um die Ecke auch schon funktioniert. Sie wollen in Kooperation mit dem Jugendbildungswerk und in Rücksprache mit der Stadt mit anderen jungen Leuten die Treppe zur B-Ebene gestalten, auf der B-Ebene Blumenkübel und neue Sitzgelegenheiten aufstellen.

Interessenten haben am Samstag und Sonntag, 28. und 29. November, von 12-18 Uhr Gelegenheit, sich im City-Center am Marktplatz, Berliner Straße 50, die Räume anzuschauen. Infos auf facebook unter upper city center Offenbach

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige

Auf dieser Seite lesen Sie Nachrichten aus der Stadt Offenbach. Alles aus Dietzenbach, Dreieich, Langen, Neu-Isenburg, Rodgau und Rödermark finden Sie auf unserer Seite über den Kreis Offenbach.

Übersicht

Wir informieren Sie aus der ganzen Region. Nachrichten aus Ihrer Stadt können Sie als Newsfeed abonnieren - klicken Sie bitte auf das orange Symbol.

Regionale Startseite

Frankfurt

Rhein-Main

Bad Homburg, Hochtaunus

Bad Vilbel, Wetterau

Darmstadt

Kreis Groß Gerau

Hanau, Main-Kinzig

Main-Taunus

Offenbach

Kreis Offenbach

Wiesbaden

Twitter
Facebook
Twitter

Anzeige

Anzeige

Spezial

Der Ausbau des Flughafens ist in der Region heftig umstritten. Die FR-Serie informiert über die Landebahn.

ANZEIGE
- Partner