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28. September 2014

Offenbach: Rudern gegen den Krebs

 Von János Erkens
57 Teams sind am Sonntag bei der Regatta „Rudern gegen Krebs“ auf dem Main gestartet.  Foto: Renate Hoyer

Benefiz-Regatta der Stiftung Leben mit Krebs auf dem Main bringt mehr als 10.000 Euro an Spenden ein. 57 Teams nahmen an der Veranstaltung teil.

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Einige der Ruderboote sehen noch ein wenig aus wie Tausendfüßler, findet Stefan Grünewald-Fischer. Der Projektleiter bei der Stiftung Leben mit Krebs und versierte Ruderer sieht das leicht asynchrone Eintauchen der Ruder auch vom Ufer aus sofort: „Viele der Teams hier saßen vor der Regatta erst drei- oder viermal in einem Ruderboot.“

Zu der von der Stiftung organisierten Benefiz-Regatta „Rudern gegen Krebs“ am Sonntagmorgen hat die Veranstalterin vor allem Mitarbeiter der umliegenden Kliniken, der öffentlichen Verwaltung und der ortsansässigen Vereine eingeladen. Auch Krebspatienten rudern mit. Im Startgeld von 300 Euro pro Mannschaft, das die Stiftung darauf verwendet, Krebspatienten einen sportlichen Ausgleich zu ermöglichen, sind drei vorbereitende Trainingsstunden inbegriffen.

Die 57 teilnehmenden Teams sind mit sichtlichem Ehrgeiz bei der Sache, und den Ruderern ist nach der knapp 400 Meter langen Rennstrecke unverkennbar die Anstrengung ins Gesicht geschrieben. Die hier gezeigten sportlichen Leistungen seien aller Ehren wert, lobt Grünewald-Fischer.

Sport trotz Krankheit

Aber es geht hier auch darum, einen sonnigen Spätsommertag am Bürgeler Mainufer zu genießen – und dabei etwas Gutes zu tun. „Trainiert haben wir nicht. Dabei sein ist alles“, findet Ella Kielbassa aus dem Team der Physiotherapeutinnen des Sana-Klinikums Offenbach. Auf dem türkisfarbenen Trikot ihres Teams sind Tatzen aufgedruckt, die Schilde ihrer Baseball-Kappe mit Katzenaugen bestickt.

Auch den meisten anderen Mannschaften, die an dem Rennen teilnehmen und sich zwischendurch unter die rund 2000 Besucher mischen, ist der Spaß an der Veranstaltung anzumerken: Sie nennen sich „Praxis Bülowbogen“, „Die dunkle Seite der Macht“ oder „Karpfen-Ferrari“, wie Tito Sorokin grinsend erzählt. Der Hobby-Fußballer macht derzeit eine Ausbildung zum Kaufmann im Gesundheitswesen und ist mit drei Kolleginnen aus dem Ketteler-Krankenhaus angereist.

Sein Arbeitgeber spielt bei der Regatta eine zentrale Rolle, denn vor allem die onkologischen Projekte, die Chefarzt Stephan Sahm im Ketteler-Krankenhaus anbietet, profitieren von den mehr als 10 000 Euro Spendengeldern der Veranstaltung.

„Krebspatienten brauchen mehr als nur medizinische Versorgung“, erklärt Sahm. „Zum Beispiel auch körperliche Bewegung, die nachweislich heilungsfördernd ist.“ Und die, wie die Regatta zeigt, neue Lebensfreude bringt.

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