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Offenbach
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14. Oktober 2014

Offenbach: Tuba und Kontrabass im Lastwagen

 Von Janos Erkens
Remo probiert die Geige aus.  Foto: Monika Müller

Im Musikmobil können Schüler der Albert-Schweitzer-Schule Orchester-Instrumente selbst ausprobieren.

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Geigen, Bratschen und andere Steicher gelten gemeinhin nicht als besonders anfänger-freundlich, aber bei Amira und Chantal klingen die ersten Versuche schon erstaunlich gut: „Ihr habt wirklich vorher noch nie eine Geige in der Hand gehabt?“, fragt Ulrike Winter anerkennend, als die beiden Sechsklässlerinnen zaghaft mit den Bögen auf den Saiten entlangstreichen.

„Streichen und streicheln sind zwei ganz ähnliche Wörter“, hatte Winter die Schülerinnen und Schüler der Albert-Schweitzer-Schule ermahnt, bevor sie den Kindern die sensiblen Musikinstrumente in die Hände gegeben hat. Mit Erfolg: Wie ungelenkes Sägen klingt es nicht, was das Quartett um Amira und Chantal da auf zwei Geigen, Bratsche und Kontrabass improvisiert.

Ulrike Winter ist Musikpädagogin für Vor- und Grundschulkinder, leitende Pädagogin des Frankfurter Musikmobils und an diesem Morgen mit dem gelben Truck voller Instrumente bei der Albert-Schweitzer-Schule zu Besuch. Es ist der erste Stopp des Musikmobils in Offenbach, den die Albert-Schweitzer-, die Musikschule Offenbach und das Musikmobil gemeinsam organisiert haben und bei dem die Kinder verschiedene klassische Instrumente ausprobieren können.

Lebendige Erfahrung

„Der Unterschied zum schulischen Musikunterricht ist hier, dass die Kinder direkt Erfahrungen mit den Instrumenten machen können“, erklärt Winter, während sie Mundstücke für Tuba, Trompete und Posaune zurechtlegt und den Korken eines Saxofonhalses fettet. Ein ganzes Orchester in Kindergröße ist im knapp 20 Meter langen Lastwagen verstaut, von der Harfe über die Pauke bis zum (Elektro-)Piano gibt es hier alles, was auch in den Konzertsälen der Erwachsenen zu finden ist.

Besonders die Instrumente, bei denen die Erzeugung der Töne ein gewisses Maß an Feingefühl erfordern, will Winter heute vorstellen: „Weiß jemand, welches Material das ist?“, fragt sie und wundert sich ein wenig, als viele Kinder sofort erkennen, dass es sich bei den gelösten Fasern des Geigenbogens um Pferdehaar handelt. Die Schülerinnen und Schüler dieser fünften Klasse gehören allerdings auch zu den ältesten Kindern, die das Musikmobil noch nutzen können. „Der pädagogische Ansatz ist ja doch sehr spielerisch“, erklärt Simon Waldvogel, stellvertretender Leiter der Musikschule Offenbach.

Für Ulrike Winter ist es vor allem wichtig, den Kindern eine Vorstellung davon zu vermitteln, dass Musik machen mehr sein kann als nur den „Play“-Knopf eines Elektrogerätes zu drücken: „Uns geht es um die lebendige Erfahrung mit dem jeweiligen Instrument“, erklärt sie und fährt augenzwinkernd fort: „Dass Musizieren auch viel Arbeit ist, vermitteln wir dann wann anders.“

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.musikmobil-frankfurt.de.

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