Alle Welt redet in letzter Zeit von der Gefahr, die von Fußballfans ausgeht. Jetzt drehen die OFC-Fans den Spieß um und reden von Gefahren, die Fußballfans in den Stadien droht – durch bauliche Mängel. Die IG Stadionbau geht nach dem Spiel bei Wehen Wiesbaden in die Offensive.
Den Auslöser bildete ein für die Kickers an sich freudiges Ereignis: der Anschlusstreffer im Hessenderby beim SV Wehen. Eine Reihe Fans trieb die Erleichterung und die Freude über den Treffer auf die Zäune, die das Spielfeld vom Gäste-Fanblock abtrennen. Auf dem Zaun rissen sich mindestens fünf Offenbacher an spitzen Eisenzacken die Hände auf und Kleidungsstücke kaputt.
Nach einem Tor auf den Zaun zu springen sei kein aggressives Fanverhalten und ziele nicht darauf, den Platz zu betreten, betont der Vorstand der IG Stadionbau. „Abgesehen davon, dass man Gästefans nicht wie gefährliche Tiere im Zoo behandeln sollte, fragen wir uns, warum man immer nur über das Sicherheitsrisiko Fan spricht, während man selbst seine Hausaufgaben offenbar nicht erledigt“, schreibt die IG und kann sich dabei nicht verkneifen, den Titel des DFB-Konzeptpapiers gegen Fangewalt aufzuspießen: „Sicheres Stadionerlebnis“.
Zwar sei das „Dauer-Blech-Provisorium“ in Wiesbaden keine Ausnahme, schreibt der IG-Vorstand. Trotzdem seien Verein und Sicherheitsbehörden in der Landeshauptstadt aufgefordert, den Zaun zu ersetzen, bevor schlimmeres passiere. Als Fan-Initiative, die beim Offenbacher Stadionbau Gehör gefunden habe, sei man gerne bereit, beratend zur Seite zu stehen.
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