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Offenbacher Moscheegemeinden: Islamunterricht an den Schulen

Die verschiedenen islamischen Glaubensrichtungen in Offenbach sind sich einig. Falls ein islamischer Religionsunterricht an Schulen angeboten wird, verzichten sie auf konfessionelle Eigenheiten.

An einer neu genbauten Moschee in Norddeutschland weht die deutsche Fahne. In Offenbach fordern die Moscheegemeinden einen gemeinsamen Islamunterricht in den Schulen. Dafür sind sie bereit, auf jeweilige kulturelle und religiöse Ausprägungen der Glaubensrichtungen zu verzichten. Gelehrt werden sollen die Fundamente des Islam - in deutscher Sprache.
An einer neu genbauten Moschee in Norddeutschland weht die deutsche Fahne. In Offenbach fordern die Moscheegemeinden einen gemeinsamen Islamunterricht in den Schulen. Dafür sind sie bereit, auf jeweilige kulturelle und religiöse Ausprägungen der Glaubensrichtungen zu verzichten. Gelehrt werden sollen die "Fundamente des Islam" - in deutscher Sprache.
Foto: dpa

Offenbacher Moscheegemeinden fordern einen gemeinsamen Islamunterricht in den Schulen. Dafür sind sie bereit, auf jeweilige kulturelle und religiöse Ausprägungen der Glaubensrichtungen zu verzichten. Gelehrt werden sollen die "Fundamente des Islam".

Dahinter stehen sechs der acht Moscheevereine. Dazu gehören nicht nur die türkischen Moscheen Mevlana und Yavuz Selim (Ditib), der Offenbacher Bildungs- und Kulturverein (OBK), die marokkanische El-Fath und die pakistanische Moschee (Einheit des Islam), sondern auch die Gemeinde Amaddiyya Muslim Jamaat.

"Wir sind uns einig in Offenbach und wollen einen Modellversuch starten", sagt Abdelkader Rafoud, Vorsitzender des Offenbacher Ausländerbeirats, der in seiner jüngsten Sitzung Schuldezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP) und Vertreter der Offenbacher Moscheen eingeladen hatte.

Auch die Aleviten sind mit dabei

Dort ging die Einigkeit sogar so weit, dass die Anwesenden Rafoud zu ihrem Sprecher ernannten, sozusagen zum "muslimischen Papst von Offenbach", wie einer sagte. In Offenbach leben nach Rafouds Angaben 15.000 bis 16.000 Muslime, etwa 2000 seien in Moscheegemeinden organisiert. Noch nicht eingebunden waren bisher die Aleviten. "Doch an uns würde der gemeinsame Unterricht nicht scheitern", sagte Vorsitzender Mete Özcan zur Frankfurter Rundschau.

Unterstützung signalisiert Schuldezernent Weiß. Es sei richtig, Islamunterricht in den Schulen einzuführen, er sei "eines der wichtigsten Integrationsthemen".

Derzeit gehen viele muslimische Kinder am Wochenende in die Moschee zum Islamunterricht. In der marokkanischen lernen 150 bis 180 Kinder arabisch und die Grundlagen ihres Glaubens, sagt Gemeindemitglied Rafoud. Bei den Kleinen würden Mädchen und Jungen zusammen unterrichtet, bei den Älteren meist getrennt. Gesprochen wird arabisch, die Unterrichtenden arbeiten ehrenamtlich.

In der türkischen Yavuz Selim Moschee seien es 50 bis 60 Kinder, sagt Vorsitzender Hüseyin Yigit. Meist würden Mädchen und Jungen getrennt unterrichtet, manchmal zusammen. Da die zwei Imame schlecht deutsch sprächen, sei Türkisch Unterrichtssprache. Das Ganze sei ein hoher Aufwand für die Gemeinde.

Doch auch andere Gründe sprechen aus Sicht der Muslime für die Schule. Die Kinder sollten in deutscher Sprache ihre Religion von einem Pädagogen und unter der Aufsicht des deutschen Staates kennenlernen, sagt Zafer Sinop vom Vorstand des Ausländerbeirats. Sonst holten sich "unsere Kinder die Informationen über den Islam aus dem Internet und können an Fundamentalisten geraten", sagt Ahmed Ayaou, Vizevorsitzender des Zentralrates der Marokkaner in Deutschland.

Volkan Karaca (OBK) ist zwar Schüler an der Theodor-Heuss-Schule, wird aber einen Islamunterricht nicht mehr erleben. Ihm ist dennoch wichtig: "Es muss schnell gehen."

Autor:  Wiebke Rannenberg
Datum:  4 | 11 | 2009
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