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Offenbach
Berichte und Bilder von allen wichtigen Ereignissen in Offenbach

23. April 2012

Ohrenbetäubend und revolutionär

 Von Jörg Muthorst
Malerei als Ereignis: Eric Plandé, Barbara Heinisch und (hinter der Leinwand) Gertrud A. Hoffmann im Haus der Stadtgeschichte.

Ein Streifzug durch die Nacht der Museen in Offenbach

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Nachts im Museum, das wissen wir aus dem Kino, werden die Dinge lebendig. Und einmal im Jahr, dürfen wir uns davon auch ein Bild machen. Also los durch die Nacht der Museen, auf Entdeckungstour durch das abendliche Offenbach.

Der Streifzug beginnt im Kulturkarree. Der Auftakt ist furios. Chinesisches Buchdesign trifft Schweizer Improvisationstheater. Tape Riot heißt die Tanzperformance, mit der die jungen „Asphalt Piloten“ das Foyer des eher still-besinnlichen Klingspor Museums aufmischen. In Windeseile schaffen sie sich dazu mit schwarzem Klebeband virtuelle Bühnenräume. Und sind auch schon wieder verschwunden, unterwegs zum nächsten Museums-Act.

        

 Mit Kettensäge: Künstler Anthony Jeanpierre am Ledermuseum.
Mit Kettensäge: Künstler Anthony Jeanpierre am Ledermuseum.

Aus dem Haus der Stadtgeschichte dringen ungewohnte Saxofonklänge. Eric Plandé jazzt meditativ zum Pinselstrich von Barbara Heinisch. Die Beuys-Schülerin zieht die Konturen der sehbehinderten Gertrud A. Hoffmann nach, die sich im Rhythmus der Musik von hinten an die große Leinwand schmiegt. Ein lebendiges Gesamtkunstwerk, das helfen soll, beeinträchtigten Menschen ebenfalls den Weg ins Museum zu eröffnen.

Riad Kheder und Hannelore Marzi machen mit arabischer Kalligraphie und orientalischen Märchen zu Ud- und Riqq-Klängen David Roberts romantische Morgenland-Bilder sinnlich erfahrbar. Dagegen haucht die Offenbacher Manga-Künstlerin Christina Plaka ihren Comic-Figuren mit letztem Tuschestrich Leben ein und zeigt, dass sie immer noch zu den Großen dieser Kunstszene gehört.

        

Gesprühte Kunst von Artmos4 in der Bahnhofshalle.
Gesprühte Kunst von Artmos4 in der Bahnhofshalle.

Auch unweit davon tut sich Großes, ja Revolutionäres. Klaus Kroner und seine Mitstreiter der Grafischen Werkstatt sind dabei, im Georg-Büchner-Jahr 2013 den 1834 in Offenbach gedruckten „Hessischen Landboten“ originalgetreu als Broschüre samt Entstehungsgeschichte neu zu verlegen. Ob dieses Umtreiben die Bürger heute erneut zum Nachdenken über die Machtverhältnisse und Probleme in Hessen bringt? Muss sich die Regierung fürchten?

Das Zerkleinern komplexer Gebilde ist das Thema des in New Orleans geborenen John Anthony Jeanpierre vor dem Deutschen Ledermuseum. Bis in die Dunkelheit hinein knattert seine Kettensäge, riecht es nach all den Jahren immer noch nach verbrannter Haut, als er die aus Schwemmholz und Ledersegeln bestehende Großskulptur seines vor drei Jahren verstorbenen Künstlerkollegen Michel Raimbaud in handlich kleine Erinnerungsstücke zerlegt. Der Fotograf Bernd Aretz ist einer der ersten, die sich ein Teil des im Jahr 1990 entstanden Kunstwerks sichert. Damals hatte er dessen Entstehung bildhaft dokumentiert.

Im Museum windet sich unterdessen die Offenbacher Künstlerin Ina Jurtzek in ihrer Performance zur ohrenbetäubenden Geräuschkulisse der einstigen Bieberer Manufaktur Karl Seeger über ledernen Werkstücken. Ihr ganz in Schwarz gehüllter Körper zuckt und tanzt im Takt der stanzenden Maschinen. Eine akustisch-visuelle Zeitreise in die vergangene Welt Offenbacher Lederwarenfabrikation.

Im Hauptbahnhof in der Living Gallery, relaxt im Liegestuhl mit Sprühkunst von Artmos4 und Partyklängen mit Double D an den Tellern, klingt der Kulturtrip aus. Und mit ihm wohl auch das hier im Sommer gestartete Kunstprojekt „18:52“ des Like Offenbach-Teams um Loimi Brautmann. Doch Bahnhöfe, auch das wissen wir aus dem Kino, sind Orte der Magie, des Abschieds wie des unverhofften Wiedersehens.

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