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19. Juni 2014

Road Movie Ukraine: Film ohne Drehbuch

 Von 
Aus der Ukraine zurück in Offenbach: Olga Petrova und Lutz Jahnke.  Foto: Sascha Rheker

Lutz Jahnke und Olga Petrova sind zurück von ihrer Reise durch die Ukraine. Das Zentrum des Film sind Menschen, die von ihrem Leben berichten.

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Das Spannende an Reisen ist, dass sie sich selten an Drehbücher halten. Als Olga Petrova und Lutz Jahnke Anfang Mai in die Ukraine aufbrachen, hatten sie noch nicht einmal das, sondern eigentlich nur eine grobe Idee und einen Titel: Road Movie Ukraine. 17 Tage lang dieses Land bereisen, auf das sich in den vergangen zehn Monaten das Augenmerk der Welt gerichtet hatte. Mit Menschen in allen Teilen des Landes ins Gespräch kommen und sie mit Fragen aus Deutschland konfrontieren, die im Vorfeld aufgenommen wurden. Das war der Plan. Doch Reisen halten sich eben oft nicht an Pläne.

„Keiner bleibt dort unbeteiligt“

„Es ist alles ganz anders gelaufen“, sagt Lutz Jahnke, Gründer der Offenbacher Akademie für interdisziplinäre Prozesse (AFIP). Seit knapp zwei Wochen sind er und Regisseurin Olga Petrova wieder zurück von ihrer Rundreise durch die Ukraine.

Was sie mitgebracht haben, hätte in früheren Zeiten vermutlich mehrere Filmrollen gefüllt. In Zeiten digitaler Filmaufnahmen aber gibt es andere Maße für die Fülle des Materials, das nur noch auf Festplatten gespeichert wird. Ein Terabyte haben Jahnke und Petrova zurückgebracht. Mehr als genug.

„Hätte ich nicht den ganzen Tag die Kamera in der Hand gehabt, würde ich sagen, das ist das schönste Urlaubsland der Welt“, sagt Jahnke. Ein Satz, der merkwürdig klingt angesichts der tagtäglichen Meldungen über Kämpfe im Osten des Landes, die meist von einem schrillen Chor gegenseitiger Schuldzuweisungen begleitet werden. „Keiner bleibt dort unbeteiligt“, erklärt Petrova. Und doch wird der Krieg nicht im Mittelpunkt des Road-Movies stehen, wenn das einmal fertig ist.

Das Zentrum des Films werden die Menschen sein, die Jahnke und Petrova auf ihrer Reise getroffen haben. Menschen die von ihrem Leben berichten und davon, was der anhaltende politische Konflikt mit ihnen macht. „Keiner unserer Gesprächspartner war vorher jemals vor einer Kamera“, betont Jahnke. Nicht die Mitreisenden im Bus nach Kiew, mit denen die beiden Filmemacher gleich zu Beginn ihrer Reise ins Gespräch kamen, nicht der Besitzer eines Jazzclubs in Charkiw und auch keiner der vielen Menschen, die Petrova und Jahnke spontan in ihr Heim einluden. „Es war schön, so persönlich in das Leben dieser Menschen hineinsehen zu dürfen“, sagt Petrova.

Eine Geschichte destillieren

Kiew, Charkiw, Saparosje, Odessa waren nur einige ihrer Stationen. Einige dieser Städtenamen hat die deutsche Öffentlichkeit erst in den vergangenen Monaten kennengelernt. Wie sich die meisten Deutschen überhaupt relativ wenig für das große Land im Osten Europas interessiert haben, ehe Maidan-Aufstand, Krim-Krise und Bürgerkrieg zu Schlagworten der medialen Berichterstattung wurden. Ursprünglich wollten Jahnke und Petrova ihre Gesprächspartner mit aufgezeichneten Fragen aus Deutschland konfrontieren. Doch Fragen nach dem Teekonsum der Ukrainer oder ob wirklich alle ukrainischen Frauen so schön sind wie behauptet, schienen angesichts der Erfahrung „auf der Straße“ irgendwie unpassend.

„Wir haben es am Ende gar nicht gebraucht“, sagt Petrova. Vor allem weil ihre Gesprächspartner sehr offen über sich und ihr Land sprechen wollten.

Es ist eine große Materialsammlung. Ein Film ist das noch lange nicht. Irgendwann in den nächsten Monaten aber wollen Petrova und Jahnke daraus eine Geschichte destillieren. Derzeit verhandelt man mit einer Produktionfirma. Mehrere Künstler und Filmtechniker haben bereits ihre Unterstützung signalisiert. Dennoch werden die Macher auch noch finanzielle Unterstützung gebrauchen. „Wenn man will, dass etwas gut wird“, sagt Jahnke, „muss man es auch gut bezahlen.“ Ende September soll der Film der Öffentlichkeit präsentiert werden.

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