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13. Dezember 2013

Salafist gegen CDU-Politiker: Sabris große Salafisten-Show

 Von 
Sabri Ben Abda wirbt vor dem Gerichtsverfahren bei Facebook.  Foto: Screenshot Facebook

Der Salafist Sabri Ben Abda zieht vor dem Offenbacher Amtsgericht eine große Show ab. Er hat den CDU-Landtagsabgeordneten Ismail Tipi verleumdet und beleidigt. Das Gericht verurteilt den Salafisten zu einer hohen Geldstrafe. Er ist jetzt vorbestraft.

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Der Salafist Sabri Ben Abda zieht vor dem Offenbacher Amtsgericht eine große Show ab. Er hat den CDU-Landtagsabgeordneten Ismail Tipi verleumdet und beleidigt. Das Gericht verurteilt den Salafisten zu einer hohen Geldstrafe. Er ist jetzt vorbestraft.

Offenbach. –  

Man kann sagen, dass Sabri Ben Abda am Freitagvormittag vor dem Offenbacher Amtsgericht bekommen hat, was er wollte. Nicht die Geldstrafe von 175 Tagessätze zu je 20 Euro, zu der er am Ende in Abwesenheit verurteilt wird. Die ist lediglich der Preis, den der Salafistenpropagandist am Ende für seinen Auftritt zahlen muss. Der Preis für die Möglichkeit sich einmal mehr selbst in Szene zu setzen.

Zwei Vorwürfe sollen an diesem Tag verhandelt werden: Beleidigung sowie üble Nachrede und Verleumdung einer Person des politischen Lebens. Nebenkläger ist der CDU-Landtagsabgeordnete Ismail Tipi. Sabri, so die Anklage, soll auf seiner Facebook-Seite Tipi unter anderem als „Pipi-Tipi“ und „Primaten“ tituliert und zudem eine Belohnung ausgelobt haben, für Beweise, dass Tipi Prostituierte besucht. Der CDU-Politiker hatte in der Vergangenheit immer wieder vor den Gefahren des Salafismus gewarnt.

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Sabri selbst gilt in der deutschen Salafistenszene als „Mann hinter der Kamera“. Ein Propagandist, der für „den einen wahren Glauben“ wirbt, worunter er auch Aufrufe an deutsche Muslime, sich dem „Djihad“ in Syrien anzuschließen, versteht. Weil er aber mindestens ebenso gerne vor der Kamera auftaucht, gehört er zu den prominentesten Gesichtern des Salafismus in Deutschland. Und weil ihm Beleidigungen und Drohungen leicht von der Zunge gehen, hat er auch bereits Bekanntschaft mit der deutschen Justiz gemacht.

Eigenwillige Auslegung des Gesetzes

Sabris Auftritt ist darauf angelegt, die Legitimität des Gerichts in Frage zu stellen. Er hat keinen Anwalt mitgebracht, sondern einen Rechtsbeistand, der sich selbst als Mohammed Abdullah vorstellt und eine mehr als eigenwillige Auslegung von Grundgesetz und Strafprozessordnung an den Tag legt. Unterstützt von seinem Rechtsbeistand, verweigert Sabri Ben Abda zunächst persönliche Angaben. Später erklärt er, er sei „nur Sabri, ein Mensch“ beziehungsweise „der Begünstigte von Sabri Ben Abda.“

Sein Rechtsbeistand fordert derweil, dass der vorsitzende Richter, Alexander Becker, eine eidesstattliche Erklärung unterschreibt, in der er versichert, „kein gewerblicher Richter“ zu sein. Er treibt dieses Spielchen so lange, bis er des Saales verwiesen wird und Sabri Ben Abda ihm folgt.

Ein Pulk von fünf jungen Männern, im typischen Salafistenlook mit Backenbart folgt ihm beim Auszug aus dem Gerichtssaal. Sabris Anhängerschaft. Sie sehen sich in ihrem Kampf gegen die „BRD-Finanz-AG“, wie Abdullah es nennt, als Sieger. Ein Haufen grinsender Gesichter, in denen die Überzeugung geschrieben steht, sich im Besitz der einen Wahrheit zu befinden und über dem Staat zu stehen. Eine Demonstration ihrer Überzeugung hatten Sabris Fans schon zu Beginn des Prozesses gegeben, als sie die Ausweise der Pressevertreter kontrollieren wollten.

Nach dem Ende der großen Sabri-Show verläuft die Beweisaufnahme ruhig. Am Ende steht eine Geldstrafe, mit der Sabri in der von ihm so verachteten BRD als vorbestraft gilt. „Der Staat“, sagt Ismail Tipi „muss gegenüber solchen Demokratiefeinden Stärke zeigen.“ Auf Einsicht, könnte man ergänzen, sollte er aber lieber nicht hoffen.

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