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13. April 2011

Schule in Offenbach: Soldaten müssen draußen bleiben

 Von Wiebke Rannenberg
Bundeswehr-Soldaten  Foto: dpa

Keine Jugendoffiziere im Unterricht: Die Käthe-Kollwitz-Schule in Offenbach wehrt sich gegen eine Kooperations-Vereinbarung der hessischen Kultusministerin Henzler mit der Bundeswehr.

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Lehrer, Schüler und Eltern wollen „keine Jugendoffiziere an der Käthe-Kollwitz-Schule (KKS) haben“. Stattdessen versteht sich die berufliche Schule als „Schule mit friedenspolitisch-pädagogischem Schwerpunkt“. Das haben sowohl Gesamtkonferenz als auch Schulkonferenz beschlossen. Ähnliche Beschlüsse an anderen Offenbacher Schulen sind bisher nicht bekannt.

Diskutiert hatte zunächst die Gesamtkonferenz, in der alle Lehrerinnen und Lehrer sitzen. Dem fügte die Schulkonferenz (Vertreter von Lehrern, Eltern und Schülern) eine Begründung hinzu: Auf dem Hintergrund, dass „die Bundeswehr keine Verteidigungsarmee“ mehr sei, „wollen wir nicht, dass sich die Bundeswehr als friedensschaffende Kraft anpreisen kann“. Zudem will die Konferenz nicht, dass „Schülerinnen und Schüler für einen Krieg gegen andere Völker rekrutiert werden“.

Land und Bundeswehr einig

Anlass für die Beschlüsse war eine Kooperationsvereinbarung, die die hessische Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP) und Generalmajor Gerhard Stelz im November 2010 für die allgemeinen Schulen der Sekundarstufen I und II sowie die beruflichen Schulen geschlossen haben, um ihre „traditionell gute Zusammenarbeit“ zu festigen. In den Schulen sollen Jugendoffiziere über friedens- und sicherheitspolitische Fragen sprechen. Und obwohl es in der Vereinbarung heißt, dass die Jugendoffiziere „keine Nachwuchswerbung“ betreiben sollen, befürchten die Beteiligten an der Kollwitz-Schule genau das. Es sei auffällig, dass die Vereinbarung in der Zeit unterzeichnet worden sei, als der Wehrdienst abgeschafft wurde, sagt Detlef Schwenger, der während der Diskussion noch Schulleiter war. Angestoßen hatte die Debatte in der Schule, in der hauptsächlich Sozial- und Textilberufe gelehrt werden, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft.

„Kein Thema“ sei die Bundeswehr an den Gewerblich-technischen Schulen in Offenbach, sagt Vize-Schulleiter Manfred Gütlein. Vor einigen Jahren habe die Bundeswehr zwar beim Tag der offenen Tür einen Stand gehabt, jetzt aber nicht mehr. Unabhängig davon sind regelmäßig Soldaten in Zivil in der Schule: Sie werden bei der Bundeswehr zu Fluggerätemechanikern ausgebildet und besuchen die GTS als Berufsschule.

In der Rudolf-Koch-Schule sei zwar die hessische Vereinbarung kein Thema, sagt Schulleiterin Christiane Rogler. Die Gymnasiasten diskutierten aber immer wieder über Jugendoffiziere zur Berufsorientierung an der Schule, „einige Schüler lehnen das stark ab“, sagt Rogler. Auch habe die Schülervertretung gefordert, dass ein Link zur Bundeswehr auf der Schulinternetseite gelöscht werde. Damit habe diese sich nicht durchgesetzt, inzwischen gebe es aber eine neue Homepage.

Unterstützung bekommt die KKS von der Partei Die Linke. Der Beschluss sei „ein wichtiger Schritt gegen die Militarisierung von Politik und Gesellschaft“, sagt die neue Stadtverordnete und ehemalige Landesschulsprecherin Fiona Merfert. Parteisprecher Peter Schnell fordert andere Schulen auf, „dem Beispiel der Käthe-Kollwitz-Schule zu folgen“.

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