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05. Dezember 2012

Shoppingcenter: Groß einkaufen am Kaiserlei

 Von Jörg Muthorst
Der Nordwesten Offenbachs gilt laut Einzelhandelsplan als unterversorgt.  Foto: Renate Hoyer

Entsteht auf der Schnittstelle zwischen Offenbach und Frankfurt de4mnächst ein großes Shoppingcenter? Große Einzelhandelsunternehmen wie Kaufland zeigen jedenfalls ein starkes Interesse an der verkehrsgünstigen Lage.

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Die Zeichen stehen auf Expansion. Das zur Schwarz-Gruppe (Lidl) zählende Kaufland erschließt sich die Rhein-Main-Region und drängt nach Hanau, Rödermark und Rüsselsheim nun auch nach Offenbach.

Die Einzelhandelskette mit Sitz in Neckarsulm zählt mit 620 SB-Warenhäusern und 79.000 Mitarbeitern zu den Großen in Deutschland. Die Häuser werden in unterschiedlicher Dimension und mit unterschiedlichen Sortimenten betrieben. In jedem Fall zählen Lebensmittel dazu. In Offenbach ist Kaufland schon lange auf Standortsuche, interessierte sich etwa schon für das brachliegende Güterbahnhof-Gelände.

Die von Frankfurt und Offenbach wiederbelebten Pläne, das Bürozentrum am Kaiserlei weiterzuentwickeln und den Kreisel zurückzubauen, lenkt derzeit den Blick von Einzelhandelsunternehmen auf die verkehrsmäßig optimal erschlossene Fläche.
Der Nordwesten Offenbachs gilt laut städtischem Einzelhandelskonzept noch als unterversorgt, was Lebensmittel und Güter des täglichen Bedarfs anbelangt. Auch die am Kaiserlei bereits ansässigen Unternehmen bemängeln das.

Während die Kölner Rewe Group samt ihres Penny-Discounters in Offenbach eher integrierte Standorte bevorzugt und nach dem Hafen auch für das neue Quartierszentrum im ehemaligen MAN-Roland-Werk im Gespräch ist, zieht es Kaufland in die Stadtrandlagen. Der Kaiserlei an der Schnittstelle Frankfurt/Offenbach wäre da ein idealer Standort mit einem über Offenbach hinausreichenden Einzugsgebiet.

Gespräche mit Investoren

Nach FR-Kenntnis hat bereits ein Investor bei der Stadt vorgefühlt, um die Chancen für ein Shopping-Center mit größtmöglicher Verkaufsfläche auszuloten. Im Gespräch waren 26.000 Quadratmeter. Das entspricht etwa der Größe des Isenburg-Zentrums und ist fast doppelt so viel, wie das Offenbacher KOMM zu bieten hat.

Hauptmieter in dem neuen Center sollen mit zusammen 10000 Quadratmetern Verkaufsfläche ein Fachmarkt für Unterhaltungselektronik und Kaufland werden, das hier ein SB-Warenhaus mit Lebensmitteln und umfangreichem Randsortiment (Non Food) betreiben würde.

Offenbachs Stadtplaner Markus Eichberger mag sich zu dem konkreten Vorhaben nicht äußern, hält aber ein Center am Innenstadtrand für bedenklich. Das Regionale Einzelhandelskonzept weise das Kaiserleigebiet nur als Ergänzungsstandort aus.
Entscheidend für den hier entstehenden Einzelhandel sei das konkrete Konzept. Das Sortiment außerhalb des zentralen Versorgungsbereichs dürfe nicht das Angebot in der Innenstadt gefährden, also etwa Kleidung und Schuhe beinhalten. Ein spezialisiertes, ergänzendes Angebot, kombiniert mit einer anderen Nutzung sei jedoch denkbar. Hier gebe es selbst für die seit Jahren leer stehenden KWU-Bürobauten Nachfrage. Nicht vorstellbar seien auf jeden Fall flache Einzelhandelsbauten am Stadteingang.

Investoren-Fantasien gebe es viele, sagt der Offenbacher IHK-Wirtschaftsreferent Frank Achenbach. Die Kommune müsse jedoch die gesamte Stadtentwicklung im Blick haben. Am Kaiserlei mache vor allem die Versorgung mit Lebensmitteln Sinn. Offenbach arbeite erfolgreich an der Stärkung seiner Innenstadt. Man dürfe sich aber nicht zurücklehnen. Die City sei noch nicht so stark, um Konkurrenz in direkter Nähe ertragen zu können.

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