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21. Januar 2013

SPD-Wahlkreiskonferenz: Klares Votum für Habermann

 Von Oliver Heil
Heike Habermann darf zum vierten Mal als SPD-Direktkandidatin in Offenbach antreten.  Foto: SPD

Landespolitikerin Heike Habermann ist mit 56 zu 16 Stimmen klar zur SPD-Direktkandidatin gewählt worden.

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Das Applaus-o-Meter war irgendwie kaputt. Der Verlauf der SPD-Wahlkreiskonferenz im VIP-Bereich des Kickers-Stadions am Freitagabend taugte nicht für eine Prognose für das Ergebnis der Kandidatenkür. Herausforderer Peter Janat, der gerne als Direktkandidat der Offenbacher SPD in die Landtagswahl gezogen wäre, unterlag zwar der langjährigen Landtags-Politikerin Heike Habermann. Wäre man aber nach dem Applaus für seine Rede gegangen, hätte die Niederlage vernichtend ausfallen müssen.

Doch so kam es nicht. In geheimer Abstimmung erhielt der Lehrer aus Bieber, der im Vorfeld als der volksnähere Kandidat und engagiertere Wahlkämpfer gepriesen worden war, immerhin 16 der 56 Delegiertenstimmen. Applaudiert hatten ihm vorher vielleicht fünf Genossen. Die anderen quittierten seine Rede mit eisigem Schweigen. Das lag sicher nicht daran, dass er zurückhaltend und wenig mitreißend sprach. Auch nicht an seinen typisch sozialdemokratischen Themen. Er forderte etwa, wie seine Mitkandidatin, mehr Lehrer- und Betreuerstellen für Offenbach, sprach sich für viel mehr bezahlbaren Wohnraum aus oder – hier ist er als Vizechef der SPD-Fraktion in der Regionalversammlung Experte – gegen die Zubetonierung der Landschaft.

        

 Peter Janat forderte Favoritin Habermann heraus, bekam aber nur 16 von 56 Stimmen.
Peter Janat forderte Favoritin Habermann heraus, bekam aber nur 16 von 56 Stimmen.

Konzentration auf Sachthemen

Seine Mitbewerberin griff Janat kaum an, lediglich eine Bemerkung über „Kungelrunden“ ließ er fallen. Und er betonte, dass „hohe Präsenz vor Ort“ für einen Landtagspolitiker eine Selbstverständlichkeit sein müsse. Da hatten seine Unterstützer aus dem Bieberer Ortsverein und der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen im Vorfeld der Konferenz Mängel bei Habermann konstatiert. Wegen dieser Mängel, meinten sie, sei es ihr bei drei Versuchen nie gelungen, das Direktmandat zu holen. Es brauche einen Neuanfang mit einem Kandidaten á la Frankfurts Feldmann.

Weil das öffentlich wurde, waren der Vorstand und andere Habermann-Unterstützer ziemlich verstimmt. Der verhaltene Applaus für Janat dürfte hier seine Ursache haben. Umso zufriedener war der Vorsitzende des Unterbezirks, Felix Schwenke, dass am Ende ein ordentliches Ergebnis für seine Favoritin heraussprang. Er freute sich auch, dass nun positiv über beide Kandidaten gesprochen wurde, statt wie im Vorfeld negativ über eine. Er habe sich insgesamt aber ein eindeutigeres Signal aus Offenbach für die Bildungsexpertin und stellvertretende Vorsitzende der Landtagsfraktion gewünscht, sagte Schwenke.

Habermann selbst konzentrierte sich voll auf Sachthemen, während die Mehrzahl der Redner sich zu ihren Gunsten einsetzte. Sogar der hessische Parteichef Thorsten Schäfer-Gümbel sprach für sie – per Videobotschaft: „Heike Habermann ist für die Fraktion im Landtag unverzichtbar, ich brauche sie hier an meiner Seite.“

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