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25. März 2014

Trip durch die Ukraine: Grenzgänge in einem geteilten Land

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Route und Titel stehen schon. Ab Anfang Mai soll auch gedreht werden: Olga Petrova und Lutz Jahnke.  Foto: Monika Müller

Für den Dokumentarfilm „Road Movie Ukraine“ wollen Offenbacher Künstler durch die Ukraine reisen und auf ihrer Fahrt Grenzen überschreiten.

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Es wird anders sein als sonst, das weiß Olga Petrova jetzt schon. Kiew im Mai, das sei eigentlich ein herrlicher Anblick. Sie hat ihn oft genug genossen. Die 31-Jährige ist in der ukrainischen Hauptstadt aufgewachsen. Ihre Familie lebt immer noch dort, unweit des Maidan, auf dem in den letzten Monaten das Augenmerk der Weltöffentlichkeit lag, ehe die Geschehnisse auf der Krim alle Aufmerksamkeit auf sich zogen. Petrova ist Künstlerin, Regisseurin um genau zu sein. Mit 18 kam sie nach Deutschland. Seitdem hat sie ihre alte Heimat, die Ukraine, immer wieder besucht. Doch wenn sie heute Bilder aus Kiew, aus Simferopol oder Donezk sieht, hat sie manchmal das Gefühl, ihr eigenes Land nicht mehr zu kennen.

„Ich finde es vor allem traurig zu sehen, was gerade passiert“, sagt Petrova. Ende April oder Anfang Mai will sie noch einmal in die Ukraine fahren, sich selbst ein Bild machen. Besser gesagt: Bilder machen. Eine Dokumentation soll entstehen. Das 90-Minuten-Portrait eines Landes, das vor lauter Umbrüchen, auseinander zu brechen droht. Aufgenommen auf einer zweiwöchigen Reise durch alle Regionen. „Road Movie Ukraine“ lautet der Arbeitstitel.

„Wir wollen versuchen schnell und wendig zu sein“, sagt Lutz Jahnke. Der Gründer der Offenbacher Akademie für interdisziplinäre Prozesse, wird Petrovas Beifahrer und Assistent sein. Den größten Teil der Rundreise wollen sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln bewältigen – sofern es die Situation zulässt. Bis zu den ukrainischen Parlamentswahlen am 25. Mai soll die Reise abgeschlossen sein.

Auf ihrer Fahrt wollen die Macher von „Road Movie Ukraine“ Grenzen überschreiten. Nicht solche, die man auf Landkarten nachvollziehen könnte, sondern jene zwischen den Einwohnern der Ukraine.

Auf dem Programm stehen Stopps in Lwiw, wo sich die Stadtregierung früh auf die Seite der proeuropäischen Demonstranten schlug, in Kiew, dem Epi-Zentrum des Aufstandes gegen die Regierung Janukowitsch, in Charkiw, wo sich die meisten Menschen Russland näher fühlen, als ihren Landsleuten in der Hauptstadt, und auch auf der Krim.

„Ich bin eigentlich politisch nicht sonderlich kompetent“; sagt Petrova über sich selbst. „Ich kann beide Seiten teilweise verstehen.“ Sie will einen neutralen Blick auf die Spaltung des Landes ermöglichen. Nicht nur den Zuschauern in Deutschland und Westeuropa, sondern auch den Ukrainern selbst.

„Wir sind inzwischen an einem Punkt angelangt, an dem es fast schon nicht mehr wichtig ist, wie alles angefangen hat“, sagt Petrova. Auf ihrer Fahrt durch die Ukraine will sie nicht einfach nur dokumentieren, sie will die Menschen auch konfrontieren. Die Aktivisten auf dem Maidan sollen sehen, wovor sich ihre Landsleute im Osten fürchten. Umgekehrt sollen die Menschen in Charkiw erkennen, dass auf dem Maidan nicht nur Faschisten unterwegs sind. „Kommunikation schaffen“, nennt das Olga Petrova.

Es ist ein aufwendiges Projekt – selbst für eine gestandene Regisseurin. 2010 wurde Petrova vom deutschen Art-Directors-Club als Talent des Jahres ausgezeichnet. Das eine oder andere Projekt hat die Absolventin der Offenbacher Hochschule für Gestaltung bereits gestemmt. Doch „Road Movie Ukraine“ ist sowohl logistisch als auch finanziell eine ganz andere Liga. Auf gut 26 000 Euro schätzen Petrova und Jahnke die Kosten ihres Projekts. Einen Großteil hoffen sie, durch Spenden finanziert zu bekommen.

Eine Benefizauktion mit Werken von Olga Petrova zugunsten des Filmprojekts findet am Freitag, 28. März, in der Afip, Ludwigstraße 112a, statt.

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